Masterstudiengang für Führungskräfte des Baubetriebs

Gemeinsam mit Vertretern der Bauwirtschaft ist an der Bergischen Universität Wuppertal der praxisorientierte Masterstudiengang Baubetrieb (Führung, Prozesse, Technik) entwickelt worden. Er richtet sich an Bauingenieure und Architekten, aber auch Wirtschaftsingenieure, die in der Bauwirtschaft als Projektleiter tätig sind.

Das berufsbegleitende Studium dauert drei Jahre, orientiert sich konsequent am Bauprozess und vermittelt technische Lösungen ebenso wie Führungskompetenz. Das Studium findet in drei Blöcken – jeweils im Februar und März eines Jahres – statt. Den Rest des Jahres arbeiten die Studierenden im Unternehmen und können das theoretisch Erlernte direkt in der Praxis anwenden.

Das Studium soll die künftigen Baustellenführungskräfte gezielt auf ihren Berufsalltag vorbereiten. Daher gehören Bauverfahrenstechniken ebenso zum Studium wie die Vermittlung von fundiertem Wissen über die Prozesse vor, während und nach der Bauausführung. Darüber hinaus stehen neue Technologien wie BIM-basiertes Bauen (Building Information Modeling) und der Umgang mit Projektkommunikationssystemen auf dem Lehrplan.

„Die Teilnehmer sollen nach ihrem Studium in der Lage sein, die hohen Ansprüche an die Qualität von Bauwerken zu erfüllen und dabei sowohl die Kosten und Termine, als auch die Sicherheit für Mensch und Material im Blick haben,“ sagt Initiator und Studiengangleiter Dr.-Ing. Manfred Helmus, Professor für Baubetrieb und Bauwirtschaft an der Bergischen Universität Wuppertal.

Neben technischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Inhalten wird den Master-Studierenden auch das Thema Arbeitsschutz vermittelt. Dieser wichtige Bereich wurde zusammen mit der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft entwickelt, die sowohl die Entwicklung als auch die Umsetzung des Studiengangs maßgeblich fördert.

Bewerbungen sind ab sofort möglich unter www.baubetrieb.de.

Der Fachkräfteengpass und das Image der Immobilienbranche

Mit „Gestalte unsere Zukunft – Mach Karriere mit Immobilien“ hat der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) eine Internetseite ins Netz gestellt, auf der sich Interessierte über die vielfältigen Berufsmöglichkeiten der Branche informieren können.

Unter dem Menüpunkt „Deine Chance“ werden eine ganze Reihe von Berufen vorgestellt, die mit der Branche zu tun haben. Dort werden die Aufgaben und das jeweilige Tätigkeitsfeld beschrieben und die dafür notwendigen Voraussetzungen kurz und schnell erfassbar aufgelistet.

Unter „Profis berichten“ beschreiben erfahrene Experten ihren Karriereweg und den Reiz, den die Branche auf sie ausübt. Und unter „Hier geht’s lang“ finden Interessierte Unternehmen entlang des Immobilien Lebenszyklus‘. Zielgruppe des Angebots ist ganz klar die Generation Y und Z.

Das Webportal als Ausgangsbasis nutzend, fragte ich bei Markus Amon an, ob er mir nicht einige Fragen zur Situation in der Branche beantworten kann. Markus Amon ist Geschäftsführer der IREBS Immobilienakademie und Mitglied im ZIA-Ausschuss Bildung und Forschung. Gerne sagte er zu – hier sind seine Antworten:

Markus Amon / Bild: IREB/Hans-Jürgen Heyer

Markus Amon / Bild: IREB/Hans-Jürgen Heyer

CHRISTOPH BERGER Herr Amon, hat die Immobilienwirtschaft einen Nachwuchs- beziehungsweise Fachkräfteengpass?
MARKUS AMON Ja, die Immobilienbranche hat einen Nachwuchs- und Fachkräfteengpass ebenso wie nahezu jede andere Branche in Deutschland auch. Allerdings wird das Problem durch das Image der Immobilienbranche verschärft. Andere Branchen werden von jungen Menschen immer noch als attraktiver wahrgenommen.

BERGER Ist das mit Zahlen belegbar?
AMON Belastbare Zahlen zu bekommen ist beinahe unmöglich, daher: Nein.

BERGER In welchen Sparten hat die Branche Probleme, Fachkräfte zu finden?
AMON Der Fachkräftemangel ist besonders ausgeprägt in den Bereichen, in denen technisches Know-how notwendig ist, wie zumBeispiel das technische Asset Management.

BERGER Und welche Qualifikationen werden für diese Bereiche benötigt?
AMON Hier werden technische Qualifikationen  – insbesondere von Bauingenieuren, Gebäudetechnikingenieuren sowie Wirtschaftsingenieuren – benötigt, die im Idealfall durch immobilienökonomisches Know-how ergänzt sind.

BERGER Wie ist es um das Image der Immobilienbranche bestellt?
AMON Leider immer noch schlecht. Solange in jedem dritten Tatort der Verdächtige Immobilienmakler oder Baulöwe ist, solange Sendungen wie „Mieten, kaufen, wohnen“ die Vorurteile gegenüber der Immobilienbranche bestätigen und solange keine anspruchsvollen Mindestqualifizierungsstandards geschaffen sind, wird die Immobilienbranche mit ihrem schlechten Image kämpfen müssen. Anlageskandale und Firmenpleiten tun ihr Übriges und tragen zum schiefen Bild der Branche bei.

BERGER Was unternehmen Sie, um dieses zu steigern?
AMON Der Ausschuss für Bildung und Forschung des ZIA hat es sich zur Aufgabe gemacht, zumindest gegenüber jungen Menschen, hier Aufklärungsarbeit zu betreiben. Wir informieren junge Menschen darüber, dass die Immobilienbranche eine der größten Branchen unserer Volkswirtschaft ist, dass die Immobilienbranche nicht nur ein Berufsbild bietet, sondern eine Vielzahl attraktiver und auch gut bezahlter Jobs bei seriösen Unternehmen.

BERGER Welche Anstrengungen unternehmen die Firmen, um sich für Einsteiger attraktiv zu machen – zum Beispiel auch im Hinblick auf die gewünschte Work-Life-Balance?
AMON Im Prinzip die gleichen wie alle anderen Unternehmen auch. Dazu zählen Programme zum Gesundheitsmanagement, Teilzeitarbeit,  Angebote zur Kinderbetreuung oder die Möglichkeit von Zuhause zu arbeiten.

BERGER Und welche Aufstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten bieten sich Einsteigern?
AMON Die Immobilienbranche bietet eine Fülle interessanter Karrierewege. Hier ist letztendlich für jeden etwas zu finden. Ob als international tätiger Immobilienbewerter oder als Immobilienverwalter in Süd-Oldenburg, ob als kreativer Projektentwickler in Dubai oder als Immobilienfinanzierer in Frankfurt. Die Frage ist nicht, was die Branche zu bieten hat, sondern welche Chancen zu ergreifen der Einsteiger bereit ist.

BERGER Sie haben die Internetseite „Gestalte unsere Zukunft“ ins Netz gestellt. Welche Informationen können Interessierte dort finden?
AMON Junge Menschen finden dort alle Informationen über die Immobilienbranche, um im ersten Blick beurteilen zu können, ob diese Branche für ihren weiteren Berufs- und Lebensweg interessant ist. Das Beste daran ist: Sie finden alle Informationen in ihrer Sprache, das heißt in einer Formulierung, die junge Menschen anspricht.

BERGER Ganz persönlich: Was macht für Sie die Arbeit in der Immobilienbranche so reizvoll?
AMON Eigentlich bin ich gar nicht in der Immobilienbranche. Ich bin Bildungsmanager, allerdings mit Fokus auf das Thema „Immobilie“. Die Immobilienbranche ist für mich deshalb reizvoll, weil ich so viele unterschiedliche Menschen und vor allem auch Typen kennenlerne und aus allen Gesprächen etwas für mich selbst mitnehmen kann.

BERGER Herr Amon, vielen Dank für das Gespräch!

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