„Ich designe Hotels mit Identität“

Das im Frühjahr 2015 neu eröffnete Hotel Schani Wien besticht nicht nur durch technologische Highlights. Auch die Architektur ist ausgefallen, wofür das Wiener Architektbüro „archisphere“ steht. Ein Projekt, das sehr individuell erscheint und trotz ambitionierter Zeit- und Budgetvorgaben „nachhaltig, ökonomisch und designorientiert geplant“ wurde. Elke Tonscheidt hat den Architekten Gabriel Kacerovsky gefragt, was genau das eigentlich heißt.

Gabriel Kacerovsky/Bild:

Gabriel Kacerovsky/Bild: Archisphere

Elke Tonscheidt: Herr Kacerovsky, Sie entwickeln „eigenständige Hotelpersönlichkeiten“. Was bedeutet das?
Gabriel Kacerovsky: Unabhängig von der Hotelkategorie und den Sternen ist das Hotel ein Ort, der die Individualität der Gäste wiederspiegelt. Das Hotel muss genauso wie seine Gäste Persönlichkeit haben. Eine eigenständige Persönlichkeit zeichnet sich dadurch aus, dass sie eine klare Haltung hat und etwas zu sagen hat.

Tonscheidt: Eines Ihrer letzten Projekte ist das Hotel Schani in Wien. Sie sagen selbst darüber, das es nachhaltig, ökonomisch und zugleich designorientiert ungesetzt wurde. Wie schafft man diesen Dreiklang?
Kacerovsky:
Nachhaltigkeit ist keine Option mehr, sondern eine Vorraussetzung. Im Hotel Schani wurde nicht nur eine energiesparende Klimatisierung eingesetzt, sondern auch eine nahezu völlig lautlose. Sie sorgt gleichzeitig mit einen hohen Anteil an Frischluft für saubere Luft in den Zimmern. Beim Entwurf der Möbel haben wir Wert auf echte Materialien gelegt wie Sperrholz, Messing und Stein. Wir betrachten das Hotel wie eine Wohnung, nicht die eigene, aber eine, in die ich mit Freude zu Besuch komme.

Tonscheidt: Was bedeutet die Green Building-Zertifizierung für das Schani konkret?
Kacerovsky: Wichtig ist, Nachhaltigkeit von Anfang an mit zu denken. Es geht dabei nicht nur um die Investitionskosten, sondern auch um den Betrieb, die Erhaltung, die Wieder- und Weiterverwendbarkeit. Wenn man das im Auge hat, werden die Vorraussetztungen für eine Green Building-Zertifizierung quasi im Vorbeigehen erfüllt.

Tonscheidt: Im Schani, das als zukunftsweisend gilt, wurde nichts mit der Schablone entworfen, sprich es hat eine sehr eigene individuelle Identität bekommen. Etwas, was mich persönlich sehr angesprochen hat.
Kacerovsky:
Das geht nicht nur Ihnen so. Moderne Reisende wollen in der Stadt und an dem Ort, an den sie gereist sind, auch wirklich ankommen. Sie wollen keine Hotels ohne Herz. Hotelketten, die stolz darauf sind, dass jedes Haus aussieht wie das andere, sind meines Erachtens nicht mehr auf der Höhe der Zeit.

  • Das Hotel Schani in Wien/Bild: Kurt Hoerbst
    Das Hotel Schani in Wien/Bild: Kurt Hoerbst
  • Das Hotel Schani in Wien/Bild: Kurt Hoerbst
    Das Hotel Schani in Wien/Bild: Kurt Hoerbst
  • Das Hotel Schani in Wien/Bild: Kurt Hoerbst
    Das Hotel Schani in Wien/Bild: Kurt Hoerbst

Tonscheidt: Keiner will mehr ins Steigenberger?
Kacerovsky: Luxus definiert sich heute anders. Für mich ist Differenzierung das Zauberwort. Reisende suchen echte Erlebnisse, etwas, was sich von anderem abhebt. Das muss nicht teurer sein, aber anders. Und das muss sich in einer handwerklichen Hotellerie wiederfinden.

Tonscheidt: Sie designen Hotels nicht mit der Schablone, ist es das?
Kacerovsky:
Genau, bei unseren Projekten geht es um eine Designhaltung, die sich aus der Identität des Ortes und der lokalen Gesellschaft ableitet. Kettenhotels, die gerade stolz auf ihre Unverwechselbarkeit sind, gehören nicht dazu. Ich möchte eine emotionale Dimension in das Hotelerlebnis einbringen. Das ist mein Ansatz.

Tonscheidt: In Wien zeigt sich das wie genau?
Kacerovsky:
Nehmen wir nur das Thema Kaffeehaus, das ja mit Wien verbunden wird und als gesellschaftlicher Ort gilt. Das findet sich nicht nur in der Lobby wieder, sondern wird auch in den Zimmern fortgesetzt: Kaffeehaustisch statt Schreibtisch. Bugholzlehne auf einem Fenstersofa für lässiges Arbeiten mit dem Laptop am Schoß und gleichzeitig ein Ort zum Ausruhen, um über die Stadt zu schauen.

Tonscheidt: Man sagt, dass in der Hotelwelt heute Leisure und Business immer mehr verschwimmen. Was bedeutet das?
Kacerovsky:
Arbeit hat heute einen anderen Stellenwert als früher beziehungsweise die neue Generation organisiert sich anders. Schlagwort „Sharing Economy“. Der Trend zu Wohlfühlräumen geht auch an der Arbeit nicht vorbei. Wer heute gern und viel arbeitet, versucht das optimalerweise in einer Atmosphäre zu tun, in der es ihm auch als Mensch gut geht.

Tonscheidt: Wagen Sie mit mir die These, dass man dann auch weniger „ausbrennt“, um ein anderes Schlagwort unserer Zeit zu benutzen?
Kacerovsky: Ich bin Architekt, kein Arzt.

Tonscheidt: Und ich Journalistin, kein Guru.
Kacerovsky: Lassen Sie es mich so formulieren: Wenn man das Gefühl für den Ort hat, wo man arbeitet oder lebt, dann ist das viel wert. Für den ganzen Körper, den ganzen Menschen. Wir als Architekten können durch eine Designhaltung, die auch mutig Dinge weglässt, viel bewirken. Manche mögen das als schöngeistig verstehen. Ich glaube aber, dass veränderte Konsummuster auch dazu führen: Reisende unserer Zeit sind letztlich auch bereit, mehr für ein besseres Erlebnis zu bezahlen. Sprich, die emotionale Bindung hilft bei der Preisdurchsetzung, unabhängig vom Marktsegment, eben auch in der Hotellerie, ja, in der ganzen Immobilienwelt.

Tonscheidt: Sie meinen, man lebt dort, wo man sich wohl fühlt, man kauft da, wo es schön ist?
Kacerovsky:
Das geht sicher nicht in jedem Milieu, einverstanden. Aber bei den Zielgruppen, die zum Beispiel das Hotel Schani in Wien anspricht, ist das so.

Tonscheidt: Vielen Dank für das Gespräch!

BIM-Event für Bestandsbauten in Wien

Am 6. Main findet im Festsaal der TU Wien die Veranstaltung „BIM Gebäudemodelle aus 3D-Vermessungen für Planen und Bauen im Bestand“ statt – die BIM-Vermesser Schubert ZT GmbH und dibau-ZT laden dazu ein.

In mehreren Vorträgen können sich Interessierte über den aktuellen Stand der Entwicklungen speziell im Bereich von Bestandsimmobilien informieren. Die Teilnahme ist kostenlos. Das genaue und die Anmeldemöglichkeit finden Sie hier.

Europäischer GreenBuilding Integrated Design Award 2014

ATP architekten ingenieure und die Wirtschaftsagentur Wien sind mit dem Gebäude aspern IQ Gewinner des Europäischen GreenBuilding Integrated Design Award 2014 (GB-ID-Award).

Mit einem Plus-Energie-Haus-Konzept im Rahmen des Impulsprojekts der Seestadt Aspern setzte sich das Wiener Büro von ATP unter zahlreichen Bewerbern aus allen Teilen Europas durch. Das Kriterium: Der überzeugendste integrale Planungsprozess.

ATP setzt seit 38 Jahren strategisch auf die integrale Planung. Dabei arbeiten Architekten und Ingenieure simultan und kollaborativ an der jeweils besten Lösung der ökonomischen, ökologischen und soziokulturellen Herausforderungen. Auch der Bauherr wird aktiv in den Prozess einbezogen.

Eine modellorientierte Arbeitsweise begleitet dabei den Prozess von der ersten Idee über alle virtuellen Modelle der Planung und die realen Bauvorgänge bis zum lebenslangen Betrieb des Gebäudes. Dabei geht es neben den zeichnerischen Darstellungen insbesondere auch um die daraus abgeleiteten Bauteillisten, die die jeweiligen Mengen und Qualitäten in Bezug setzen. Dadurch sind sehr zeitnah und akkurat sowohl Kostenschätzungen- und -berechnungen, als auch gewerkeweise Ausschreibungen möglich.

„Diese Methodik hat uns ermöglicht, aus der Schnittstelle zwischen Planung, Kostenermittlung und Ausschreibung eine eng verwobene Nahtstelle zu machen“, erklärt Dr.-Ing. Gerd Maurer, Geschäftsführer von ATP München. Zum Einsatz kam dabei die Software iTWO-5D von RIB.

das Projekt aspern IQ / Bild: RIB Deutschland GmbH

das Projekt aspern IQ / Bild: RIB Deutschland GmbH

Der ID-Award wurde in Kooperation mit dem europäischen GreenBuilding-Programm der Europäischen Union ausgelobt. Das Ziel ist, anhand herausragender, integraler Planungsprozesse öffentlich aufzuzeigen, wie wichtig ein optimierter Planungsprozess für die Realisierung eines energieeffizienten Gebäudes ist. Die integrale Planung ist hierfür von zentraler Bedeutung. Der Award wurde in diesem Jahr erstmals in Frankfurt ausgelobt und im Rahmen der „Improving Energy Efficiency in Commercial Buildings“-Konferenz (IEECB) verliehen.

“Hotel operations radically changed”

In his opening remarks at this year’s ITB, David Scowsill, President and CEO of the World Travel & Tourism Council, said that one of the key challenges to the industry is to eliminate outdated infrastructure. “How can this work?” and “What does real estate have to do with this?” are two questions that come to mind in response to this statement.

For example, this could work by converting old downtown offices into ultra-modern hotels – even if this means getting by with 2,500 to 3,500 sqm of space. This is typically the size of smaller, downtown office buildings spread throughout Central and Western Europe, which are being converted for the first time to be used as hotels. This is precisely the concept pursued by Ruby Hotels & Resorts GmbH, which will open its first hotel in Vienna this May, the Wiener Sophiensälen.

Our author, Elke Tonscheidt, spoke with Michael Struck, the managing director of the Munich-based company, and asked him how he intends to sell hotel rooms at the level of 5-star hotels for the price of 2 to 3-star hotels.

Michael Struck, Managing Director of Ruby / Photo: private

Michael Struck, Managing Director of Ruby / Photo: private

ELKE TONSCHEIDT Mr. Struck, you intend to offer less, but exactly the right thing at a high level of quality. As the new brand on the hotel horizon, what does Ruby stand for?
MICHAEL STRUCK Ruby stands for lean luxury: A location in the heart of the city, good design and high-quality room furnishings at an exceptionally affordable price-performance ratio, i.e. 79 euros per room. We manage this by omitting other things that our guests can do without. We have also radically changed the hotel operations.

TONSCHEIDT Which operational procedures have you changed?
STRUCK For us, one of the main levers was to automate processes. This starts with the back office, continues in the reservation and even carries over into the front office: We give our guests the option of an online check-in.

TONSCHEIDT Only online or offline as well?
STRUCK A classic reception is still available for the guests that consider it important. Most of our guests, however, prefer a fast and lean process like they experience with their airline. The guest also has the option of getting the room key from a machine in just a few seconds. We have completely eliminated the check-out for our guests; everything is taken care of during the check-in.

TONSCHEIDT The success observed in hotel chains already active in the market is promising: The Dutch Citizen M Group is expanding internationally with three hotels per year; the same is true for the French Mama Shelter Group. What sets Ruby apart from a Motel One?
STRUCK What primarily sets us apart is that Ruby puts more emphasis on the features and design of its rooms. And this is important to us: Every hotel has its own individuality and its own character, which is expressed in the service, the communication and the interior design. Hotels should have stories to tell if they want to be unique.

TONSCHEIDT Isn’t that what everyone wants? What sets Ruby apart from other new generation hotels?
STRUCK We are convinced that luxury is possible even in small spaces. Our guest room is very space-efficient, thus we are reducing one of the main cost drivers. The subsequent advantage in leasing costs is passed on as a price advantage to our customers.

TONSCHEIDT How quickly do you intend for Ruby to grow, in what segments and/or locations?
STRUCK Ruby will be focusing on major European cities. This is where our guests are at home or where they are headed to when they travel. And an efficient use of space brings the greatest advantage where space is expensive. We want to grow with a sense of proportion and not merely for all it’s worth. This is particularly true for our locations. We choose them very carefully. That is why we are setting our sights on one to a maximum of three new hotels per year.

TONSCHEIDT Where do you see Ruby in ten years?
STRUCK As a true and established alternative in the hotel market.

TONSCHEIDT What role do the right partners play in your concept?
STRUCK A large one – primarily in the factor of digital technology. For example, we have found hetras as our significant system partner, whose cloud-based architecture fits well with our lean structures. Through its intuitive, tablet-based user interface, we are able to work with non-technical personnel at the reception. We have developed many of our automated processes together with this partner. We could not have developed our own automated system at the reception so economically without the open system interfaces.

TONSHEIDT Mr. Struck, thank you for your answers!

Das Interview ist auch in Deutsch unter retimes.de/2014/03/04/ablaeufe-im-hotel-radikal-veraendert nachlesbar.

Neues Immobilienmanagement der Stadt Wien

Die Entwicklung, Nutzung, Verwaltung und Verwertung von Wiens ausgedehnten Grundbesitz soll in Zukunft optimiert werden. Dies sagte Bürgermeister der österreichischen Hautstadt, Dr. Michael Häupl, letzte Woche auf einer Pressekonferenz. Bisher werden die Flächen noch von verschiedenen Magistratsabteilungen verwaltet, von den Unternehmungen Wiener Wohnen, KAV und Wien Kanal, aber auch von anderen Institutionen der Stadt Wien wie der Wirtschaftsagentur Wien, dem Wohnfonds Wien, den Wiener Stadtwerken und der Wien Holding beziehungsweise von deren Töchtern.

Die Wiener Stadtregierung hatte Magistratsdirektor Dr. Erich Hechtner mit der Erarbeitung eines entsprechenden Konzeptes beauftragt, das jetzt umgesetzt wird. Hechtner sagte: „Die strategische Bewirtschaftung von Liegenschaften hat eine Schlüsselfunktion für die Entwicklung, die Wirtschaft und den Wohnbau einer wachsenden Stadt. Ziel ist eine optimale Koordination sämtlicher Aktivitäten der Stadt im Immobilienbereich. Die Eigentümerinteressen sollen aus einer gesamtheitlichen strategischen Sicht wahrgenommen werden. Neben der Immobilienbedarfsplanung geht es dabei auch um eine optimierte Nutzung und verbesserte Verwertung des Immobilienvermögens der Stadt.“

Präsentierten das neue Immobilienmanagement: l. MD Hechtner, r. BGM Häupl / Bild: Harald Krischanz / PID

Präsentierten das neue Immobilienmanagement: l. MD Hechtner, r. BGM Häupl / Bild: Harald Krischanz / PID

Die MA 69 (Liegenschaftsmanagement) wird ab 1. April 2014 die zentrale Abstimmungsstelle in Immobilienangelegenheiten sein. Für die Magistratsabteilungen und -unternehmungen gibt es Abstimmungs-, Vorlage- und Meldepflichten, die je nach Vorhaben und Dienststelle variieren, jedenfalls aber eine zentrale Koordination immobilienrelevanter Prozesse unterstützen. Bei den ausgelagerten Unternehmungen und sonstigen Einrichtungen im Einflussbereich der Stadt Wien geht es um die Sicherstellung einer probaten Kommunikation, um den Gesamtüberblick in Immobilienfragen zu behalten und die übergeordneten Gesamtinteressen der Stadt Wien zu wahren.

Als Basis für die Bedarfsplanung und -überprüfung wird eine zentrale Liegenschafts- und Nutzungsevidenz eingerichtet. Als oberstes Konsensfindungsgremium in einzelfallbezogenen Fragestellungen wird auf Regierungsebene eine Immobilienkommission gegründet. Als deren Geschäftsstelle fungiert eine in der Magistratsdirektion angesiedelte Bereichsleitung.

Diese Gesamtstruktur zur Operationalisierung der Immobilienstrategie soll unter Bedachtnahme auf die unterschiedlichen Organisationstypen (von der Magistratsabteilung über die Unternehmung bis zur ausgegliederten Einheit) eine optimale Übersicht und eine zentrale Abstimmung immobilienrelevanter Fragen sicherstellen.

Die Immobilienstrategie gilt somit für alle städtischen Dienststellen, ausgelagerten Unternehmen und sonstigen Einrichtungen im Einflussbereich der Stadt Wien unter Beachtung der jeweiligen Satzung und der gesetzlichen Rahmenbedingungen. In sämtlichen immobilienrelevanten Themen ist eine Abstimmung mit der Magistratsabteilung 69 vorzunehmen.

Wiens Immobilienstrategie
Das neue Immobilienmanagement basiert auf einer grundlegenden Immobilienstrategie, die der Erreichung der gesamtstrategischen Ziele der Stadt Wien dient. Dazu zählen neben der Konsolidierung des Wiener Haushaltes unter anderem die Sicherstellung einer geordneten räumlichen Entwicklung, die Sicherstellung und der Ausbau kommunaler Dienstleistungen und des geförderten Wohnbaus, die Stärkung des Wirtschafts- und Forschungsstandortes, die Erreichung der Klimaschutzziele sowie die Sicherstellung und der Ausbau kultureller Einrichtungen und der Naturschutz.

Immobilieneigentum im Einflussbereich der Stadt Wien ist für die Erfüllung kommunaler Aufgaben und die Sicherstellung künftiger Entwicklungsoptionen notwendig. Der Immobilienbestand der Stadt Wien ist zumindest auf jenem Niveau zu erhalten, das den gegenwärtigen Einfluss der Stadt Wien auf dem Immobilienmarkt insbesondere betreffend den Markt für Immobilien des Sozialen Wohnbaus sichert.

Aus strategischen Gründen sind Verlagerungen innerhalb des Einflussbereiches der Stadt Wien, im Einzelfall auch Veräußerungen, zulässig. Immobilien, die für langfristig ausgelegte Kernaufgaben benötigt werden, sind grundsätzlich im Eigentum der Stadt Wien zu halten. Alternativ können kommunale Aufgaben auch in Immobilien, welche nicht im städtischen Eigentum stehen, verwirklicht werden: etwa Pacht, Miete, Leasingmodelle oder neue Finanzierungs- und Betreibermodelle.

Wertsteigernde Investitionen erfolgen in Immobilien, die für die Erfüllung der Kernaufgaben benötigt werden, sowie in Projektentwicklungen für kommunale Zwecke unter Einhaltung immobilienwirtschaftlicher Grundsätze und einer entsprechenden Kosten-Nutzen-Betrachtung. In absehbar nicht mehr benötigte Immobilien werden hingegen lediglich betriebsnotwendige Investitionen getätigt.

Über strategisch relevante Entwicklungsflächen ist entsprechende Verfügungsgewalt mit dem Ziel anzustreben, sie zu Standorten für bauliche Nutzung zu entwickeln. Die Verwertung einer nicht mehr notwendigen Immobilie ist innerhalb der Stadt Wien so abzustimmen, dass unter Beachtung der gesamtstrategischen Ziele ein unter den jeweiligen Rahmenbedingungen des Marktes bestmögliches Ergebnis erzielt wird.

„Abläufe im Hotel radikal verändert“

David Scowsill, Präsident und CEO des World Travel & Tourism Council, sagte in seinem Grußwort zur diesjährigen ITB, dass eine der wichtigsten Herausforderungen für die Branche auch darin bestehe, veraltete Infrastruktur-Systeme zu beseitigen. „Wie kann das funktionieren?“ und „Was haben Immobilien unter Umständen damit zu tun?“ sind zwei Fragestellungen, die sich uns bei diesen Worten direkt aufdrängten.

Dies kann beispielsweise funktionieren, indem alte Büros in City-Lage in topmoderne Hotels umgewandelt werden – auch wenn sie dabei mit Flächen von 2 500 bis 3 500 Quadratmetern auszukommen haben. Denn das sind typische Größenordnungen für die gerade in Zentral- und Westeuropa weit verbreiteten, kleineren Innenstadt-Geschäftshäuser, die durch Umnutzung erstmals für Hotelnutzungen erschlossen werden können. Genau dieses Konzept verfolgt die Ruby Hotels & Resorts GmbH, die im Mai in den Wiener Sophiensälen ihr erstes Hotel eröffnen wird.

Unsere Autorin Elke Tonscheidt sprach mit Michael Struck, dem Geschäftsführer des Münchener Unternehmens, und fragte nach, wie er Hotelzimmer auf dem Niveau von 5-Sterne-Häusern zu einem Preis von 2- bis 3–Sterne-Hotels verkaufen will.

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Michael Struck, Geschäftsführer von Ruby / Bild: privat

ELKE TONSCHEIDT Herr Struck, Sie wollen weniger anbieten, dafür aber das Richtige mit hoher Qualität. Wofür steht Ruby als neue Marke am Hotelsternenhimmel?
MICHAEL STRUCK
Ruby steht für Lean Luxury: Eine Lage im Herzen der Stadt, gutes Design und hochwertige Zimmerausstattung zu einem außergewöhnlich günstigen Preis-Leistungsverhältnis, sprich: ab 79 Euro pro Zimmer. Das schaffen wir, indem wir anderes weglassen, auf das unsere Gäste verzichten können. Außerdem haben wir einige Abläufe im Hotel radikal verändert.

TONSCHEIDT Welche Strukturen sind bei Ihnen neu?
STRUCK Ein wesentlicher Hebel für uns ist es Prozesse zu automatisieren. Das beginnt im Backoffice, das spielt sich in den Reservierungsprozessen ab und geht sogar bis ins Frontoffice hinein: Wir bieten unseren Gästen an, online einzuchecken.

TONSCHEIDT Nur online oder auch offline?
STRUCK Für Gäste, die darauf Wert legen, gibt es weiterhin einen klassischen Empfang. Die meisten unserer Gäste wünschen sich aber einen schnellen und schlanken Prozess wie bei ihrer Airline. Wer möchte, kann sich bei uns seinen Zimmerschlüssel innerhalb weniger Sekunden an einem Automaten abholen. Den Check-Out ersparen wir unseren Gästen komplett, alles Notwendige dafür ist bei uns schon beim Check-In erledigt.

TONSCHEIDT Der Erfolg bereits aktiver Hotelketten am Markt ist vielversprechend: So expandiert die niederländische Citizen M Gruppe international mit drei Hotels pro Jahr, ähnliches gilt für die französische Mama Shelter Gruppe. Was unterscheidet Ruby von einem Motel One?
STRUCK Vor allem unterscheiden wir uns dahingehend, dass Ruby mehr Wert auf die Ausstattung und das Design auch auf den Zimmern legt. Und uns ist wichtig: Jedes Hotel hat seine eigene Individualität und einen eigenen Charakter, der sich im Service, in der Kommunikation, im Interior Design ausdrückt. Hotels sollten Geschichten erzählen, wenn sie unverwechselbar sein wollen.

TONSCHEIDT Wollen das nicht alle, was differenziert Ruby von anderen New Generation Hotels?
STRUCK Luxus geht auch auf kleinem Raum, davon sind wir überzeugt. Unser Zimmerprodukt ist sehr flächeneffizient, damit reduzieren wir einen der wichtigsten Kostentreiber. Den resultierenden Pachtkostenvorteil geben wir als Preisvorteil an unsere Gäste weiter.

TONSCHEIDT Wie schnell soll Ruby wachsen, in welchen Segmenten beziehungsweise Standorten?
STRUCK Ruby wird sich auf die europäischen Großstädte konzentrieren. Genau da sind unsere Gäste zu Hause beziehungsweise dort bewegen sie sich auf Reisen. Und da, wo Fläche teuer ist, bringt unsere Flächeneffizienz den größten Vorteil. Wir wollen mit Augenmaß wachsen und nicht auf Teufel komm raus. Das gilt besonders für unsere Lagen. Die wählen wir sorgfältig. Daher gehen wir von ein bis maximal drei neuen Hotels pro Jahr aus.

TONSCHEIDT Wo sehen Sie Ruby in zehn Jahren?
STRUCK Als echte und dann bereits etablierte Alternative auf dem Hotelmarkt.

TONSCHEIDT Welche Rolle spielen die richtigen Partner in Ihrem Konzept?
STRUCK
Eine große – vor allem beim Faktor Digitale Technologie. Wir haben beispielsweise mit Hetras einen für uns wesentlichen Systempartner gefunden, dessen cloudbasierte Architektur gut zu unseren schlanken Strukturen passt. Durch die intuitive, Tablet-basierte Nutzeroberfläche können wir auch mit Nicht-Fachpersonal am Empfang arbeiten. Viele unserer Prozessautomatisierungen haben wir gemeinsam mit diesem Partner entwickelt. Auch unser eigenes Automatensystem am Empfang hätten wir ohne die offenen Systemschnittstellen nicht so wirtschaftlich realisieren können.

TONSCHEIDT Herr Struck, vielen Dank für das Gespräch!

This interview also exists in English. You find it here.

DC-Tower: Österreichs höchstes Gebäude eröffnet

250 Meter hoch, 60 Stockwerke und ein „Knick“ in der Fassade – am Mittwoch wurde Österreichs höchstes Gebäude eröffnet. Entworfen wurde die Immobilie mit dem markanten Namen „DC Tower 1“ vom französischen Architekten Dominique Perrault.

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Der DC-Tower ist das höchste Gebäude Österreichs / Bild: Jobst / PID

Thomas Jakoubek, Vorstand des Bauträgers WED, wies darauf hin, dass Effizienz, Funktionalität und Architektur bei diesem Projekt im Vordergrund standen.

Auch auf Nachhaltigkeit wurde Wert gelegt: Das Gebäude erfüllt mit ausgeklügelter Haustechnik, geringen Betriebs- und Energiekosten sowie innovativer Gebäudetechnologie die „Green Building“-Standards der EU-Kommission.

Eingehüllt in eine schwarze Glasfassade beherbergt der Tower unter anderem Büros internationaler Unternehmen, ein Hotel, ein Restaurant und in den obersten Stockwerken eine Bar.

Der DC Tower 1 übertrifft nunmehr das ehemals höchste Gebäude Österreichs – den Millennium-Tower – mit einer Gesamthöhe von 202 Metern. Das höchste Bauwerk Österreichs bleibt aber weiterhin der Donauturm mit 252 Metern.