Industrial-FM gewinnt an Bedeutung

Mit der zunehmenden Fremdvergabe von bisher noch intern erbrachten Dienstleistungen wird das Marktsegment Industrial Facility Management (FM) weiter an Bedeutung gewinnen. Hierbei erhöhen die FM-Nutzer vor allem die externen Ausgaben für Energiemanagement, Gebäudetechnik, Sicherheits- und Empfangsdienste. Das gilt sowohl für den deutschen als auch den österreichischen FM-Markt im industriellen Umfeld.

Die Trendstudie „Industrial FM“ des Marktforschundsunternehmens Lünendonk aus Kaufbeuren zeigt eine externe Vergabequote für Facility Services von zwei Drittel (64,6%) und für Industrieservices von 56 Prozent. In Deutschland sind externe Dienstleister deutlich stärker in die FM-Aktivitäten der Industrieunternehmen involviert als in Österreich. Gerade bei Industrieservices ist der Unterschied deutlich erkennbar.

Verteilung und Entwicklung des externen Budgets für Facility Services/ Quelle: Lünendonk® - 360-Grad-Studie Facility Management, Lünendonk GmbH, Kaufbeuren , April 2014

Verteilung und Entwicklung des externen Budgets für Facility Services/ Quelle: Lünendonk®
– 360-Grad-Studie Facility Management, Lünendonk GmbH, Kaufbeuren, April 2014

Hohe Budgets für Gebäudetechnik und -reinigung
Der Löwenanteil der externen Budgets für Facility Services und Industriedienstleistungen fließt in die Instandhaltung der Gebäudetechnik. Zusammen mit der Gebäudereinigung werden hierfür laut der Trendstudie mehr als die Hälfte des externen Budgets verwendet.

Auf Platz drei folgen mit großem Abstand Sicherheitsdienstleistungen. Durchschnittlich unter zwei Prozent des vorhandenen Budgets werden für Property Management, Büroservice, Parkraumbewirtschaftung und FM-Beratung ausgegeben.

In welchen Bereichen die Unternehmen Handlungsbedarf sehen, lässt sich laut der Studie an der Budgetplanung ablesen. Höhere Budgets bedeuten zum einen die zusätzliche Auslagerung von Dienstleistungen sowie eine angestrebte Qualitätsverbesserung.

Ein Drittel der Unternehmen plant für das Thema Energiemanagement ein zusätzliches Budget ein. Weitere Posten mit Budgetzuwächsen sind die Sicherheits- und Empfangsdienste sowie die Instandhaltung der Gebäudetechnik. Künftige Einsparungen oder Insourcing-Tendenzen sind weder in Deutschland noch Österreich feststellbar.

Trotz der unterschiedlichen Branchenstrukturen im industriellen Umfeld lassen sich den Autoren zufolge folgende Trends herausarbeiten:

  •  Industrieunternehmen bevorzugen Dienstleister mit Niederlassungen in der Nähe der Auftraggeber.
  • Unternehmen mit einer hohen internen Dienstleistungsquote werden in den kommenden Jahren unter dem Druck des Wettbewerbs die Schritte der Konkurrenz nachholen und vermehrt Aufträge an externe Dienstleister vergeben.
  • Leistungen des technischen Gebäudemanagements und der Industrieservices werden zukünftig vermehrt ausgelagert.
  • Je größer ein Unternehmen ist und je mehr Standorte es aufweist, desto wichtiger sind Komplettdienstleister, die die speziellen Unternehmensbedürfnisse flexibel und kostengünstig bedienen können.

Das Whitepaper „Industrial FM“ kann kostenfrei im Web-Shop bei Lünendonk bezogen werden.

Hochtief verkauft Projektservice von Streif Baulogistik an Zeppelin

Die Hochtief Solutions AG aus Essen verkauft den Großteil ihrer Tochtergesellschaft Streif Baulogistik GmbH an eine Gesellschaft des Zeppelin  Konzerns. Die Partner unterzeichneten einen Vertrag zum Erwerb der Geschäftseinheit „Projektservice“, in der Logistik- und Sicherheitsdienstleistungen rund um Baustellen gebündelt sind.

Hochtief erwartet aus der Transaktion einen kleinen positiven Einmal-Ergebniseffekt. Außerdem passe der Verkauf in die Strategie, sich auf das Kerngeschäft zu konzentrieren, sagte der Hochtief-Vorstandsvorsitzende, Marcelino Fernández Verdes.

Der Handels- und Dienstleistungskonzern Zeppelin beabsichtigt hingegen, das Geschäft im Bereich Baulogistik und Projektservice weiter auszubauen. Mit dem Erwerb des Großteils von Streif Baulogistik wird der Zeppelin Konzern rund 230 Beschäftigte in die Geschäftseinheit Rental übernehmen. Für die verbleibenden Geschäftseinheiten von Streif Baulogistik, den Verleih von Kranen und die Schalungstechnik, prüfe Hochtief derzeit Optionen, heißt es.

Allerdings braucht es für den Verkauf der Geschäftseinheit Projektservice von Streif Baulogistik die Genehmigung durch die zuständigen Kartellbehörden. Hochtief erwartet das Ende der Transaktion für das zweite Quartal 2014.

Sicherheit hört nicht an der Eingangstüre auf – und sie hat ihren Preis

Die vergangenen Monate mit den Enthüllungen rund um die Spionage- und Überwachungsaktivitäten der NSA haben gezeigt, wie offen sichergeglaubte Infrastrukturen und Daten tatsächlich sind. Daher ist es nur allzu logisch, dass in diesem Zuge das Sicherheits- und Schutzbedürfnis nochmals erheblich an Bedeutung gewonnen hat – für ganze Staaten, deren Bürger und für Unternehmen. Ging es bis dato für letztere dato vor allem lediglich um physische Zutritts- und Zugangskontrollen, erwachsen für die Akteure nun ganz neue Herausforderungen, internes Know-how vor externen Zugriffen und Spionage zu schützen.

Auch im öffentlichen Raum, der früher fast ausschließlich von staatlichen Behörden wie der Polizei oder dem Bundesgrenzschutz gesichert wurde, haben die Sicherheitsanforderungen in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Ob auf öffentlichen Kundgebungen, bei sportlichen oder kulturellen Großereignissen in Stadien und Arenen, an infrastrukturellen Knotenpunkten wie Flughäfen und Bahnhöfen oder in Versorgungsbereichen wie Kraftwerken und Transportnetzen – verschiedene Ereignisse in der jüngeren Vergangenheit zeigten, dass die mannigfaltigen Aufgaben auf mehrere Schultern verteilt werden müssen, weil die bisherigen Akteure mit der Häufigkeit und Komplexität der sicherheitsbedingten Einsätze überfordert zu sein scheinen.

Neue Aufgaben – neue Akteure

Dieses Vakuum wird inzwischen vermehrt auch durch private Sicherheitsdienstleister gefüllt, die anderen Unternehmen und öffentlichen Auftraggebern Mitarbeiter und Know-how zur Verfügung stellen. Dies geschieht nicht ausschließlich auf personeller, sondern immer häufiger auch auf technischer Ebene. Sie sind in der Lage, ihren Kunden umfassende und individuelle Sicherheitskonzepte anzubieten, bei denen Mensch und unterstützende Technik effizient zusammenwirken. Diese Symbiose wird kundenseitig künftig noch stärker nachgefragt werden und bietet den Security-Service-Unternehmen damit ganz neue Aufgabenbereiche.

Mindestlohn unterstützt die Arbeit der Anbieter

Nutzen und Preis dieser Dienstleistungen stehen jedoch nur selten in einem angemessenen Verhältnis. Dies zeigt das im 2013 von Lünendonk publizierte Whitepaper „Security 2013 – Der Wert privater Sicherheitsdienstleistungen“. Darin schildern Vertreter der Sicherheitsbranche, dass die geleisteten Security Services häufig nicht die gewünschte Würdigung durch den Kunden und die Gesellschaft erfahren.

„Für die Dienstleister besteht eine der größten Herausforderungen darin, den tatsächlichen Nutzen der Sicherheitsleistungen adäquat in das Zentrum zu rücken und ihre Service Excellence gegenüber Kunden gebührend einzupreisen“, sagt Jörg Hossenfelder, geschäftsführender Gesellschafter der Lünendonk GmbH. Die Prävention von Schäden, die Vermeidung von Betriebsunterbrechungen und Schadenfolgekosten oder die Deeskalation in Gefahrensituationen im öffentlichen Raum seien für die Kunden von Sicherheitsdienstleistungen jedoch nur schwer kalkulierbar.

Security_Grafik_Mindestlohn

Die seit einigen Jahren geltenden Mindestlöhne haben die Arbeit der Dienstleister zuletzt unterstützt und die Services auch preislich aufgewertet. Allerdings variieren diese von Bundesland zu Bundesland in ihrer Höhe und liegen teilweise unter dem zurzeit in Berlin diskutierten flächendeckenden Mindestlohn von 8,50 Euro. Die aktuelle Lünendonk-Studie 2013 „Führende Sicherheitsdienstleister in Deutschland“ zeigt jedoch, dass auch dieser für die meisten Dienstleister der Branche zu wenig wäre. Die Anbieter halten im Westen durchschnittlich 9,40 Euro für angemessen, im Osten sprechen sie sich für 8,90 Euro aus.

Weitere Informationen:
Das 36-seitige Whitepaper „Security 2013 – Der Wert privater Sicherheitsdienstleistungen“ mit Daten, Fakten und Grafiken sowie der Zusammenfassung eines Experten-Round-Tables steht auf www.luenendonk.de kostenlos zum Download zur Verfügung.

Grafik: Lünendonk ® -Studie 2013 „Führende Sicherheitsdienstleister in Deutschland“, Lünendonk GmbH, Kaufbeuren, Januar 2014