Bilfinger plant Übernahme von GVA

Wie der Engineering- und Servicekonzern Bilfinger gestern mitteilte, steht das Mannheimer Unternehmen kurz vor der Übernahme der GVA Grimley Holding mit Sitz in London. Den knapp 300 Anteilseignern sei ein Übernahmeangebot gemacht worden. Bilfinger sieht in der Akquisition einen bedeutenden Schritt zum Ausbau seines Segments Building and Facility in Großbritannien.

Die Frist für die Annahme beträgt vier Wochen, über die angebotenen Konditionen haben die Beteiligten Stillschweigen vereinbart. GVA ist Marktführer für immobilienwirtschaftliche Beratungsleistungen in Großbritannien, beschäftigt  1 500 Mitarbeiter und plant im laufenden Jahr eine Leistung von rund 190 Millionen Euro.

Dr. Jochen Keysberg, Vorstandsmitglied von Bilfinger, sagt zu den Ambitionen: „Wir wollen im Immobilienservicegeschäft auf dem wichtigen britischen Markt weiter wachsen. Damit treiben wir die Internationalisierung der Aktivitäten im Geschäftsfeld Building and Facility zielgerichtet voran.“

Da Großbritannien der größte europäische Markt für Immobilieninvestitionen sei, könne Billfinger mit dem geplanten Erwerb von GVA sein Angebotsspektrum dort um anspruchsvolle immobilienwirtschaftliche Beratungs- und Managementleistungen für Investoren, Unternehmen und die öffentliche Hand ergänzen. Ein Großteil der Geschäftstätigkeit von GVA liege in der Metropole London, darüber hinaus sei das Unternehmen in Großbritannien mit einem landesweiten Niederlassungsnetz vertreten.

Nach der geplanten Übernahme soll GVA innerhalb des Bilfinger Konzerns mit der auf Asset- und Property-Management spezialisierten Bilfinger Real Estate zusammengeführt werden. Dadurch solle das Leistungsvolumen dieser Division von derzeit rund 160 Millionen Euro mehr als verdoppelt werden.

Industrial-FM gewinnt an Bedeutung

Mit der zunehmenden Fremdvergabe von bisher noch intern erbrachten Dienstleistungen wird das Marktsegment Industrial Facility Management (FM) weiter an Bedeutung gewinnen. Hierbei erhöhen die FM-Nutzer vor allem die externen Ausgaben für Energiemanagement, Gebäudetechnik, Sicherheits- und Empfangsdienste. Das gilt sowohl für den deutschen als auch den österreichischen FM-Markt im industriellen Umfeld.

Die Trendstudie „Industrial FM“ des Marktforschundsunternehmens Lünendonk aus Kaufbeuren zeigt eine externe Vergabequote für Facility Services von zwei Drittel (64,6%) und für Industrieservices von 56 Prozent. In Deutschland sind externe Dienstleister deutlich stärker in die FM-Aktivitäten der Industrieunternehmen involviert als in Österreich. Gerade bei Industrieservices ist der Unterschied deutlich erkennbar.

Verteilung und Entwicklung des externen Budgets für Facility Services/ Quelle: Lünendonk® - 360-Grad-Studie Facility Management, Lünendonk GmbH, Kaufbeuren , April 2014

Verteilung und Entwicklung des externen Budgets für Facility Services/ Quelle: Lünendonk®
– 360-Grad-Studie Facility Management, Lünendonk GmbH, Kaufbeuren, April 2014

Hohe Budgets für Gebäudetechnik und -reinigung
Der Löwenanteil der externen Budgets für Facility Services und Industriedienstleistungen fließt in die Instandhaltung der Gebäudetechnik. Zusammen mit der Gebäudereinigung werden hierfür laut der Trendstudie mehr als die Hälfte des externen Budgets verwendet.

Auf Platz drei folgen mit großem Abstand Sicherheitsdienstleistungen. Durchschnittlich unter zwei Prozent des vorhandenen Budgets werden für Property Management, Büroservice, Parkraumbewirtschaftung und FM-Beratung ausgegeben.

In welchen Bereichen die Unternehmen Handlungsbedarf sehen, lässt sich laut der Studie an der Budgetplanung ablesen. Höhere Budgets bedeuten zum einen die zusätzliche Auslagerung von Dienstleistungen sowie eine angestrebte Qualitätsverbesserung.

Ein Drittel der Unternehmen plant für das Thema Energiemanagement ein zusätzliches Budget ein. Weitere Posten mit Budgetzuwächsen sind die Sicherheits- und Empfangsdienste sowie die Instandhaltung der Gebäudetechnik. Künftige Einsparungen oder Insourcing-Tendenzen sind weder in Deutschland noch Österreich feststellbar.

Trotz der unterschiedlichen Branchenstrukturen im industriellen Umfeld lassen sich den Autoren zufolge folgende Trends herausarbeiten:

  •  Industrieunternehmen bevorzugen Dienstleister mit Niederlassungen in der Nähe der Auftraggeber.
  • Unternehmen mit einer hohen internen Dienstleistungsquote werden in den kommenden Jahren unter dem Druck des Wettbewerbs die Schritte der Konkurrenz nachholen und vermehrt Aufträge an externe Dienstleister vergeben.
  • Leistungen des technischen Gebäudemanagements und der Industrieservices werden zukünftig vermehrt ausgelagert.
  • Je größer ein Unternehmen ist und je mehr Standorte es aufweist, desto wichtiger sind Komplettdienstleister, die die speziellen Unternehmensbedürfnisse flexibel und kostengünstig bedienen können.

Das Whitepaper „Industrial FM“ kann kostenfrei im Web-Shop bei Lünendonk bezogen werden.

Personalie: pom+ erweitert Geschäftsleitung

Per 1. Januar 2014 verstärkte die pom+Consulting AG aus Zürich ihre bisher vierköpfige Geschäftsleitung um Simon Casper. Der 35-jährige diplomierte Betriebsökonom FH in Facility Management/EMBE HSG soll neben Giuseppe Bilotta, Martin Cremosnik und Dr. Peter Staub die Zukunft des Unternehmens entscheidend mitgestalten.

Casper ist für den Bereich „Markt und Daten“ verantwortlich. Seine Aufgaben werden es sein, die Kompetenzen von pom+ in der Immobilien- und Organisationsberatung zu stärken, die Innovationen im Immobilienmanagement auszubauen und die pom+dataworld als eine zentrale Marktgrundlage zu positionieren.

Remo Poretti (32), dipl. El.-Ing.ETH, und seit über fünf Jahren bei pom+, leitet seit
1. Januar 2014 neu als Partner den Bereich Property Management. Er ist zertifizierter HERMES Swiss Project Manager HSPM und Sicherheitsbeauftragter bei pom+. Mit seinem Know-how in der SAP-Welt sowie im Dokumentenmanagement/Enterprise Content Management soll er die Kompetenzen der Schweizer in der Immobilieninformatik sowie in der Prozess- und Strukturgestaltung weiter ausbauen.

Die 37-jährige Tanja Pohle, Dr. sc. ETH, unterstützt darüber hinaus zukünftig als Senior Consultant das Team von pom+ im Bereich Property Management. Sie schloss im Dezember 2010 ihr Doktoratsstudium am Institut für Bauplanung und Baubetriebe in der Fachrichtung Bauprozess- und Bauunternehmensmanagement an der ETH Zürich ab.