Dynamische Architektur

Auch wenn ich bei Facebook schon einmal auf den Artikel des Bytes & Building Blogs verwiesen habe, ich muss das Video zu David Fishers Dynamischer Architektur und seinem DaVINCI TOWER in Dubai jetzt auch noch einmal direkt hier einbetten.

Die Fakten zum Konzept sind, dass die 80 Etagen des geplanten Hochhauses in Fabriken produziert werden und modulartig an einem Gebäudekern installiert werden. Jede einzelne Etage kann sich selbst um 360 Grad horizontal drehen und sich so, je nach Wunsch, an der Umgebung des Umfelds und der Natur ausrichten.

Rotoren zwischen den einzelnen Etagen produzieren so viel Strom, dass die so gewonnene Energie den Eigenbedarf des Gebäudes übertrifft und auch Gebäude der Umgebung mit Energie versorgen kann. Es handelt sich daher um ein digitales Gebäude, um ein Smart Building.

Aber sehen Sie selbst:

Smart-City-und Green-City-Konferenz

Auf der Metropolitan Solutions, der Smart-City-und Green-City-Konferenzplattform, die vom 7. bis 11. April 2014 in Hannover stattfindent, diskutieren Politiker und Experten unter anderem aus der EU, der deutschen Bundespolitik, den europäischen Klimaschutzhochburgen, der Automobil- und Energieversorgungswirtschaft gemeinsam mit innovativen Start-ups, Spitzenverbänden und der Deutschen Rohstoffagentur über intelligente Technologien, die zum Einsatz kommen könnten, um die Energiewende voranzutreiben.

Hintergrund ist, dass sich der Erfolg der Energiewende nach Ansicht der Organisatoren in den Städten und durch die Städte entscheidet. Effektiver Klimaschutz geht demnach nicht ohne die Gebäude in Städten – sie verbrauchen einen Großteil der Energie und sind deshalb für den Klimaschutz essentiell. Nachhaltige Architektur ist dabei längst nicht mehr nur etwas für Weltverbesserer, sondern ein gewaltiger Zukunftsmarkt. Fragen sind in diesem Zusammenhang beispielsweise: Welche innovativen kommunalpolitischen Strategien setzen Europas beispielgebende Klimaschutzhochburgen ein? Wie „smart“ muss das Energiesystem sein, und wer bezahlt es?

Drei Beispiele:

Der deutsche Reichstag als Selbstversorger mit grünem Strom
Von außen betrachtet steht am Platz der Republik in Berlin nur das wiederbelebte Wahrzeichen der deutschen Demokratie: Der Reichstag ist 120 Jahre alte Neorenaissance, Touristenmagnet und Kulisse für hitzige Parlamentsdebatten. Doch ist er auch ein Symbol für die Zukunft unserer Städte?

Das integrierte Energiekonzept des in den Neunzigerjahren umgebauten Gebäudes – inklusive Solartechnik, Geothermie, Kraft-Wärme-Kopplung und mechanischer Belüftung – verdeutlicht, was Ingenieure inzwischen aus alten Bauwerken herausholen können. Zu 82 Prozent versorgen sich der Reichstag und die umliegenden Gebäude selbst mit grünem Strom. Dass Gebäude zu Kraftwerken werden, ist nicht die einzige Neuerung: innovative Fenstertechnik, Dämmung sowie effiziente Heizung und Kühlung senken den Energieverbrauch von Gebäuden drastisch. Der Gebäudesektor ist dabei der Schlüssel zu effektivem Klimaschutz und zukunftsfähigen Städten.

Neuartige Fenster lassen Heizkosten um bis zu 25 Prozent sinken
Der deutsche Gebäudebestand macht knapp 40 Prozent des Endenergieverbrauchs aus. Mehr als ein Drittel des EU-weiten Ausstoßes von Treibhausgasen entfällt auf Gebäude. Gleiche Zahlen gelten laut den Vereinten Nationen für den weltweiten Durchschnitt. Und diese Zahlen zeigen: Beinahe nirgendwo bringen Effizienzmaßnahmen mehr als im Gebäudesektor und sind sie so einfach und auch wirtschaftlich umzusetzen.

Mit heute verfügbaren Technologien lässt sich der Energiebedarf von alten und neu errichteten Gebäuden um 30 bis 80 Prozent verringern. Genau das schreiben auch immer mehr Gesetzgeber vor – beispielsweise soll der deutsche Bestand bis 2050 nahezu klimaneutral werden. Um diesen Vorgaben nachzukommen, hat zum Beispiel das oberfränkische Unternehmen Rauh SR Fensterbau zusammen mit Fraunhofer-Forschern ein Fenster entwickelt, das über Sensoren die Lüftung steuert und die Heizkosten um bis zu 25 Prozent senken soll. Der Trick: Bevor die frische Luft in den Raum fließt, strömt sie durch einen Spalt am Boden des Fensters zwischen den Scheiben nach oben und erwärmt sich so. Scheint die Sonne, ist der Effekt noch größer.

Auch im Bereich der Dämmung tut sich einiges: So könnten nur zwei Zentimeter dünne Vakuumpaneele für Fassaden künftig auch Altbauten ohne größere Verschandelung wärmedämmen. Erste Produkte deutscher Unternehmen sind schon erhältlich.

Grüne Gebäude: aus der Nische zum Megatrend
Der Trend zu effizienten Gebäuden, die außerdem ihre eigene Energie produzieren, schafft einen gigantischen Markt. Laut einer Befragung des US-Fachverlags McGraw Hill schätzen Architekten, Ingenieure und Gebäudebesitzer, dass bis Ende 2015 mehr als die Hälfte ihrer Projekte in den Bereich nachhaltiges Bauen fallen.

Bemerkenswert dabei ist, dass noch 2008 ein Großteil der Befragten auf die Frage nach den wichtigsten Treibern für die Zunahme an grünen Bauprojekten antwortete: „Weil es das Richtige ist.“ In der neuen Erhebung geben sie „niedrigere Betriebskosten“ als wesentlichen Grund an. Nachhaltiges Bauen, so zeigt sich, wird von einem Thema für Weltverbesserer zu einem tragfähigen Geschäftsmodell.

Höhere Anfangsinvestitionen für effiziente Gebäude zahlen sich dabei von allein aus, schreibt der World Green Building Council in einem Report. Der Grund: Energieeffiziente Wohnungen und Büros verursachen langfristig deutlich weniger Betriebskosten. Kein Wunder, dass Marktanalysten beeindruckende Umsatzzahlen für den Bereich grünes Bauen voraussagen. In 2017 werde das globale Marktvolumen für energieeffiziente Technik in Gebäuden die Marke von 100 Milliarden US-Dollar knacken, schätzen Experten des US-Marktforschungsunternehmens Navigant Resear