Supermärkte – Keine Chance ohne E-Commerce-kompatibles Konzept

Von Oliver Herrmann, Geschäftsführer der redos real estate GmbH

Kein Wachstum, nirgends? Die Umsätze im deutschen Einzelhandel verharren seit Jahren mehr oder weniger auf der Stelle. Zwischen 1995 und 2013 war real sogar ein Minus von 4,2 Prozent zu verbuchen. Gleichzeitig nahmen die Verkaufsflächen um knapp 29 Prozent zu. Um Umsatzsteigerung zu erzielen, muss das individuelle Wachstum fokussiert werden. Der Druck auf die Flächenleistungen und die Mieten steigt damit weiter an. Zudem sorgt das Thema E-Commerce für einen umfassenden Strukturwandel im Einzelhandel – er raubt vielen stationären Einzelhändlern Umsatzanteile oder verdrängt sie sogar vom Markt.

Einzelhandel unterschiedlich stark betroffen

Oliver Herrmann, redos real estate GmbH

Oliver Herrmann, redos real estate GmbH

Doch Schwarzmalerei ist nicht angebracht. Es ist keineswegs der gesamte stationäre Einzelhandel vom Internet bedroht. Vielmehr sind einige Branchen sehr stark betroffen, andere kaum – vorausgesetzt, sie wissen sich anzupassen.

So stieg der im E-Commerce erzielte Anteil am Umsatz in Bereichen wie Mode oder Unterhaltungselektronik binnen weniger Jahre auf nahezu ein Drittel, während er im Lebensmitteleinzelhandel auch in Zukunft im einstelligen Bereich bleiben wird.

Innerhalb dieses Segments wiederum sind es die Supermärkte, die dem E-Commerce recht gelassen entgegen sehen können. Denn hier stehen – anders als bei Discountern, wo der Wettbewerb über den Preis stattfindet – das Einkaufserlebnis, das Vertrauen zum Händler und dessen gute Beratung im Mittelpunkt. Und das ist etwas, dass der Online-Handel nicht im gleichen Maße bieten kann.

Zudem gelingt es vielen Supermärkten bereits heute, das Internet dazu zu nutzen, ihre Kunden an sich zu binden – zum Beispiel mit Services wie Click & Collect-Stationen, bei denen eine Online-Bestellung in ein Einzelhandelsgeschäft geliefert wird. Gleichzeitig bauen viele Betreiber ihre Frischebereiche mit Gemüse und Obst, Käse, Wurst und Co. aus. In diesem Bereich kann der Online-Handel kaum Konkurrenz sein.

Neue Kriterien für Investitionen in Supermärkte

Es lohnt sich daher für Investoren weiterhin, in Supermärkte zu investieren. Dabei müssen sie allerdings genauer hinschauen als bisher. Denn künftig kommt es nicht mehr ausschließlich auf die klassischen Ankaufkriterien wie Standort, Kaufkraftkennziffern, Mietvertragsdauer und Mieterbonität an.

Vielmehr gilt es zu überprüfen, ob die jeweiligen Mieter zukunftsfähige, E-Commerce-kompatible Konzepte erarbeitet haben. Am Markt zeigt sich jetzt schon, dass diejenigen die „Nase vorn“ haben, denen es gelingt, ihr stationäres Geschäft mit den Möglichkeiten des Online-Handels sinnvoll zu verknüpfen. Genau diese Supermärkte werden es sein, die sich langfristig gegen die Konkurrenz durchsetzen und am Markt überleben werden.

Neue Themenforen auf der Consense

Unsere Kolleginnen und Kollegen von GreenIMMO regten in einem Facebook-Kommentar an, noch einmal explizit auf die Rahmen der Consense neu organisierten Themenforen aufmerksam zu machen. Diese Anregung greifen wir gerne auf:

Auf der vom 1. bis 2. Juli stattfindenden Internationalen Fachmesse und Kongress für nachhaltiges Bauen, Investieren und Betreiben, der Consense an der Messe Stuttgart, wird es auch einige neue Themenforen geben. Dazu zählen das „Forum Bauen“, das „Forum Investieren“, das „Forum Betreiben“ und das „Forum Praxis – Plattform für Aussteller und ihre Innovationen“.

GreenIMMO gestaltet in diesem Rahmen mit den Veranstaltern das Forum Investieren.

Branchentreff: Consense 2014

Am 1. und 2. Juli 2014 findet an der Messe Stuttgart die Consense statt, eine internationale Fachmesse mitsamt Kongress für nachhaltiges Bauen, Investieren und Betreiben.

Das Herzstück der Veranstaltung bilden der Kongress mit internationalen Referenten und der Ausstellerbereich mit seinen Fachforen und Sonderschauen. Im Zentrum der Ausstellungsfläche finden sich drei Foren zu den Schwerpunktthemen: Bauen, Betreiben und Investieren.

Im Forum „Bauen“ wird es unter anderem um die beiden Themen „Positionen – den Wandel gestalten“ und „Kompetenzen – Schlüsselqualifikationen erweitern“ gehen. Was sich genau dahinter verbirgt, wir sich noch zeigen, das ausführliche Programm wird noch bekannt gegeben. Referenten sollen sowohl renommierte Architekten als auch Newcomer sein.

Im „Forum Betreiben“ wird es in den Sessions und Vorträgen beispielsweise darum gehen, wie Immobilien nachhaltig bewirtschaftet werden und welche Anforderungen heute zu erfüllen sind. Im Fokus sollen auch dort die unterschiedlichen Interessen von Investoren, Eigentümern und Mietern stehen.

Auf der Sonderschau „Consense Material“ wird eine breite Auswahl an Baustoffen und Materialien zum nachhaltigen Bauen zeigt – sämtliche Stoffe sind auch nach ökologischen Eigenschaften klassifiziert.

Das Programm wird von der Messe Stuttgart in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen DGNB entwickelt.