„Ich designe Hotels mit Identität“

Das im Frühjahr 2015 neu eröffnete Hotel Schani Wien besticht nicht nur durch technologische Highlights. Auch die Architektur ist ausgefallen, wofür das Wiener Architektbüro „archisphere“ steht. Ein Projekt, das sehr individuell erscheint und trotz ambitionierter Zeit- und Budgetvorgaben „nachhaltig, ökonomisch und designorientiert geplant“ wurde. Elke Tonscheidt hat den Architekten Gabriel Kacerovsky gefragt, was genau das eigentlich heißt.

Gabriel Kacerovsky/Bild:

Gabriel Kacerovsky/Bild: Archisphere

Elke Tonscheidt: Herr Kacerovsky, Sie entwickeln „eigenständige Hotelpersönlichkeiten“. Was bedeutet das?
Gabriel Kacerovsky: Unabhängig von der Hotelkategorie und den Sternen ist das Hotel ein Ort, der die Individualität der Gäste wiederspiegelt. Das Hotel muss genauso wie seine Gäste Persönlichkeit haben. Eine eigenständige Persönlichkeit zeichnet sich dadurch aus, dass sie eine klare Haltung hat und etwas zu sagen hat.

Tonscheidt: Eines Ihrer letzten Projekte ist das Hotel Schani in Wien. Sie sagen selbst darüber, das es nachhaltig, ökonomisch und zugleich designorientiert ungesetzt wurde. Wie schafft man diesen Dreiklang?
Kacerovsky:
Nachhaltigkeit ist keine Option mehr, sondern eine Vorraussetzung. Im Hotel Schani wurde nicht nur eine energiesparende Klimatisierung eingesetzt, sondern auch eine nahezu völlig lautlose. Sie sorgt gleichzeitig mit einen hohen Anteil an Frischluft für saubere Luft in den Zimmern. Beim Entwurf der Möbel haben wir Wert auf echte Materialien gelegt wie Sperrholz, Messing und Stein. Wir betrachten das Hotel wie eine Wohnung, nicht die eigene, aber eine, in die ich mit Freude zu Besuch komme.

Tonscheidt: Was bedeutet die Green Building-Zertifizierung für das Schani konkret?
Kacerovsky: Wichtig ist, Nachhaltigkeit von Anfang an mit zu denken. Es geht dabei nicht nur um die Investitionskosten, sondern auch um den Betrieb, die Erhaltung, die Wieder- und Weiterverwendbarkeit. Wenn man das im Auge hat, werden die Vorraussetztungen für eine Green Building-Zertifizierung quasi im Vorbeigehen erfüllt.

Tonscheidt: Im Schani, das als zukunftsweisend gilt, wurde nichts mit der Schablone entworfen, sprich es hat eine sehr eigene individuelle Identität bekommen. Etwas, was mich persönlich sehr angesprochen hat.
Kacerovsky:
Das geht nicht nur Ihnen so. Moderne Reisende wollen in der Stadt und an dem Ort, an den sie gereist sind, auch wirklich ankommen. Sie wollen keine Hotels ohne Herz. Hotelketten, die stolz darauf sind, dass jedes Haus aussieht wie das andere, sind meines Erachtens nicht mehr auf der Höhe der Zeit.

  • Das Hotel Schani in Wien/Bild: Kurt Hoerbst
    Das Hotel Schani in Wien/Bild: Kurt Hoerbst
  • Das Hotel Schani in Wien/Bild: Kurt Hoerbst
    Das Hotel Schani in Wien/Bild: Kurt Hoerbst
  • Das Hotel Schani in Wien/Bild: Kurt Hoerbst
    Das Hotel Schani in Wien/Bild: Kurt Hoerbst

Tonscheidt: Keiner will mehr ins Steigenberger?
Kacerovsky: Luxus definiert sich heute anders. Für mich ist Differenzierung das Zauberwort. Reisende suchen echte Erlebnisse, etwas, was sich von anderem abhebt. Das muss nicht teurer sein, aber anders. Und das muss sich in einer handwerklichen Hotellerie wiederfinden.

Tonscheidt: Sie designen Hotels nicht mit der Schablone, ist es das?
Kacerovsky:
Genau, bei unseren Projekten geht es um eine Designhaltung, die sich aus der Identität des Ortes und der lokalen Gesellschaft ableitet. Kettenhotels, die gerade stolz auf ihre Unverwechselbarkeit sind, gehören nicht dazu. Ich möchte eine emotionale Dimension in das Hotelerlebnis einbringen. Das ist mein Ansatz.

Tonscheidt: In Wien zeigt sich das wie genau?
Kacerovsky:
Nehmen wir nur das Thema Kaffeehaus, das ja mit Wien verbunden wird und als gesellschaftlicher Ort gilt. Das findet sich nicht nur in der Lobby wieder, sondern wird auch in den Zimmern fortgesetzt: Kaffeehaustisch statt Schreibtisch. Bugholzlehne auf einem Fenstersofa für lässiges Arbeiten mit dem Laptop am Schoß und gleichzeitig ein Ort zum Ausruhen, um über die Stadt zu schauen.

Tonscheidt: Man sagt, dass in der Hotelwelt heute Leisure und Business immer mehr verschwimmen. Was bedeutet das?
Kacerovsky:
Arbeit hat heute einen anderen Stellenwert als früher beziehungsweise die neue Generation organisiert sich anders. Schlagwort „Sharing Economy“. Der Trend zu Wohlfühlräumen geht auch an der Arbeit nicht vorbei. Wer heute gern und viel arbeitet, versucht das optimalerweise in einer Atmosphäre zu tun, in der es ihm auch als Mensch gut geht.

Tonscheidt: Wagen Sie mit mir die These, dass man dann auch weniger „ausbrennt“, um ein anderes Schlagwort unserer Zeit zu benutzen?
Kacerovsky: Ich bin Architekt, kein Arzt.

Tonscheidt: Und ich Journalistin, kein Guru.
Kacerovsky: Lassen Sie es mich so formulieren: Wenn man das Gefühl für den Ort hat, wo man arbeitet oder lebt, dann ist das viel wert. Für den ganzen Körper, den ganzen Menschen. Wir als Architekten können durch eine Designhaltung, die auch mutig Dinge weglässt, viel bewirken. Manche mögen das als schöngeistig verstehen. Ich glaube aber, dass veränderte Konsummuster auch dazu führen: Reisende unserer Zeit sind letztlich auch bereit, mehr für ein besseres Erlebnis zu bezahlen. Sprich, die emotionale Bindung hilft bei der Preisdurchsetzung, unabhängig vom Marktsegment, eben auch in der Hotellerie, ja, in der ganzen Immobilienwelt.

Tonscheidt: Sie meinen, man lebt dort, wo man sich wohl fühlt, man kauft da, wo es schön ist?
Kacerovsky:
Das geht sicher nicht in jedem Milieu, einverstanden. Aber bei den Zielgruppen, die zum Beispiel das Hotel Schani in Wien anspricht, ist das so.

Tonscheidt: Vielen Dank für das Gespräch!

Affen-Blick und NENI-Esprit

Hotels interessieren Gastautorin Elke Tonscheidt, seitdem sie denken kann. Sie liebt die Erwartung nach der Buchung: Wie wird das Zimmer aussehen, wie die Atmosphäre sein, was bietet das Haus?

Nicht nur berufliches Interesse treibt sie also in neue Hotelimmobilien. So ist sie kürzlich bei einem Berlinbesuch auch ins 25hours Hotel Bikini Berlin spaziert. Und hat später Francesca Schiano, die dortige Sales Managerin, gefragt, was moderne Touristen an der 25hours-Idee besonders schätzen.

Elke Tonscheidt hat sich übrigens vor allem in die gewaltigen wie gemütlichen Hängematten in der Lobby verliebt, in die man sich hineinlegtund in den Berliner Zoo schauen kann. Besonderes Highlight on top: Das NENI-Restaurant auf dem Dach.

„Was versprechen Hotels via Website nicht alles? Superlative, wo man hinklickt. Klar, man will und muss Zimmer verkaufen, gerade wenn der Hotelmarkt expandiert. Für jede Nische die passende Bettenburg und je nach Adressat mal lässig- cool, mal extravagant-edel verpackt. Seit einiger Zeit sind sogenannte New Generation Hotels am Start – Zimmer für Menschen, die viel, schnell und kommunikativ reisen wollen oder müssen. Mit besonderer Technologie ausgestattet. Eins davon steht in Wien.

Mehr als 800 „Beherbergungsstätten“ in Berlin

Jetzt bin ich Berlin. Reisende aus aller Welt kommen in die Stadt mit dem Brandenburger Tor. Touris wie Geschäftsleute. Letztere laufen nicht unbedingt Unter den Linden herum, suchen aber auch ein Dach über dem Kopf. Insgesamt sind in der Hauptstadt mehr als 800 sogenannte „Beherbergungsstätten mit mindestens 10 Betten“ registriert, darunter fast 450 Hotels, Gasthöfe und Pensionen.

Rund 13 Millionen Menschen übernachteten dort allein in der 1. Jahreshälfte 2014, gibt das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg bekannt. Allein im August dieses Jahres erreichten die Übernachtungen den Rekordwert von fast drei Millionen. Im Oktober, ich war über den Tag der Deutschen Einheit vor Ort, waren das gefühlt noch mehr. Jedenfalls ächzte nicht nur der Taxifahrer, als ich ihn fragte, wie voll die Stadt sei. „Sehr, sehr voll“, war seine kurze aber verständliche Antwort.

2408_7_25_Bikini_Monkey_5

Gerade in der Dämmerung lohnt sich der Blick auch aus der Bar – wie wird wohl die geschmückte Stadt bald aussehen? / Bild: 25hours Hotel Company GmbH

Viele Besucher, viele Betten: Für Berliner Hoteliers ein Muss, sich entsprechend darzustellen. Ein Hotel, das erst Anfang dieses Jahres eröffnet hat, macht schon aufgrund der direkten Nähe zum Berliner Zoo von sich reden – beziehungsweise spielt den Bonus als Nachbar der importierten Tierwelt Berlins voll aus: „Open for monkey business“, verkündet die Website, und entsprechend heißt die Bar in der 10. Etage des Gebäudes „Monkeys Bar“. Sie verkauft sich als „Hotspot für beste Drinks und leckeres Barfood“.

Stullen in der Bakery, gigantische Aussicht on top

Ist das 25hours Hotel Bikini Berlin, so die Eigenwerbung, wild wie der Dschungel? In dem denkmalgeschützten Bikini Haus am Breitscheidplatz hat man sich jedenfalls sehr bemüht, eine Hotelwelt zu schaffen, „die mit den Gegensätzen von Natur und Kultur spielt“. Neben Bett und Bad will man vor allem Unterhaltung, Überraschung und Spaß bieten. Oder wie es Francesca Schiano ausdrückt: „Wir schaffen Erlebnisse, die man mit nach Hause nimmt und erzählt. Design ist funktional und bei uns lautet es: Come as you are, also man ist willkommen und fühlt sich wohl.“

2396_7_25_Bikini_Lobby_2

Diese Hängematten stehen zwischen Lobby und Bakery zur Auswahl: reinlegen und wohlfühlen / Bild: 25hours Hotel Company GmbH

Als ich, mit Sohnemann (fast 4), in die sogenannte „Woodfire Bakery“ hereinstolpere, werden wir auch als Nicht-Hotelgäste freundlich begrüßt. Hier gibt es, als Teil der Lobby, je nach Tageszeit Stullen, Aperitif-Snacks oder Croissants – vor Ort frisch aus dem Holzofen gebacken. Mit einem Drink setzt man sich dann in die bunten Lounge-Bereiche oder macht es sich auf der Bikini Berlin Terrasse bequem.

Eine Freundin kommt vorbei, um mit uns im Restaurant „Neni“, hoch droben neben der Affenbar, zu lunchen. Wir haben Glück: Es ist „unter der Woche“ und keine Sonne – weniger Menschen sind unterwegs. Abends ist die angesagte Location der bekannten Gastronomin Haya Molcho meist hoffnungslos ausgebucht, heute Mittag bekommen wir den letzten freien Tisch und genießen Kulinarisches aus Israel. Der gigantische Blick ist sensationell, selbst wenn es nieselt.

Molchos Lebensfreude setzt dem Hotel die Krone auf

Wie unterscheiden sich die 25hours-Hotels von anderen Boutique- und Designhotels, von denen ja gerade auch die Hauptstadt nicht arm ist? Sales Manager Francesca Schiano freut sich jetzt besonders auf spezielle Dezember-Angebote: „Wir werden ein klassisches Konzert im Dezember organisieren. Und Balletttänzer dürfen natürlich nicht fehlen.“ Mehr verrät sie (noch) nicht.

2416_7_25_Bikini_Neni_5

Im NENI Berlin sitzt und isst man nicht nur außergewöhnlich, auch der Blick aus der 10. Etage ist klasse / Bild: 25hours Hotel Company GmbH

Grundsätzlich ist sie, die früher im InterConti Berlin gearbeitet hat, vom Konzept der Gruppe überzeugt: „Kennt man eins, kennt man keins“, gibt Schiano das Motto wieder und ergänzt: „Jedes Haus ist ganz individuell und sehr stark vom Standort geprägt. Im 25hours Hotel Hafencity gibt es Kojen anstatt Zimmer, im 25hours Hotel Wien am Museumsquartier sind Zirkus und Spektakel besonders angesagt, da Wien berühmt dafür war.“ Weitere Häuser stehen in Frankfurt und Zürich.

In jeden Fall hat man in Berlin eines geschafft: Mitten in der Hauptstadt drei Dinge zu verbinden: Wohnen, Natur (der Zoo ist an sich schon ein Juwel) und kulinarische Köstlichkeiten. Gerade mit NENI, die Initialen stehen für die vier Söhne der bekannten Gastronomin Haya Molcho, hat man sich einen ganz besonderen Leckerbissen ins beziehungsweise aufs Haus geholt. Ihre Lebensfreude – für Molcho ist Kochen nicht nur Hobby, sondern die Sehnsucht nach zu Hause – setzt dem Hotelkonzept die Krone auf.

Buwog verkauft Hausverwaltungstochter

Die Buwog AG hat ihre Tochtergesellschaft Buwog Facility Management GmbH (Buwog FM) an den österreichischen Immobiliendienstleister Ehl Immobilien verkauft.

Buwog FM ist im Geschäftsbereich Hausverwaltung tätig und managt ein österreichisches Immobilienportfolio mit rund 1,1 Millionen Quadratmeter Nutzfläche und klarem Schwerpunkt im Bereich Gewerbeimmobilien (Büroobjekte, Einzelhandel, Hotels). Der Verkauf wurde mit dem Ende des Buwog-Geschäftsjahrs am 30. April wirtschaftlich wirksam.

Die künftig unter dem neuen Namen Ehl Immobilien Management firmierende Buwog FM beschäftigt 52 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Umsatz von rund zehn Millionen Euro. Die Geschäftsführung sowie sämtliche Mitarbeiter werden vom Käufer Ehl Immobilien übernommen.

Wolff & Müller baut unter BIM-Einsatz

Unter Einsatz von Building Information Modeling (BIM) errichtet das Bauunternehmen Wolff & Müller im Ostseebad Grömitz ein a-ja Resort mit 222 Zimmern, Panorama-Restaurant und NIVEA Haus. BIM wird dabei nicht nur in der Planungs- und Ausschreibungsphase genutzt, sondern auch zur effizienten Steuerung der Baustelle.

Bauherr ist die Wellness Resort Grömitz GmbH & Co. KG, eine Objektgesellschaft der Deutschen Immobilien AG. Die Deutsche Immobilien AG – die wiederum eine Tochtergesellschaft der Deutschen Seereederei GmbH ist – investiert rund 20 Millionen Euro in den Neubau, der im Frühjahr 2015 seine ersten Gäste empfangen soll.

Im Ostseebad Grömitz entsteht derzeit ein a-ja Resort. Der Bauherr, die Wellness Resort Grömitz GmbH & Co. KG, hat WOLFF & MÜLLER mit der schlüsselfertigen Erstellung des Gebäudekomplexes beauftragt. Bildquelle: SEEGER MÜLLER ARCHITEKTEN, Berlin

Im Ostseebad Grömitz entsteht derzeit ein a-ja Resort. Der Bauherr, die Wellness Resort Grömitz GmbH & Co. KG, hat Wolff & Müller mit der schlüsselfertigen Erstellung des Gebäudekomplexes beauftragt. / Bild: Seeger Müller Architekten, Berlin

“Hotel operations radically changed”

In his opening remarks at this year’s ITB, David Scowsill, President and CEO of the World Travel & Tourism Council, said that one of the key challenges to the industry is to eliminate outdated infrastructure. “How can this work?” and “What does real estate have to do with this?” are two questions that come to mind in response to this statement.

For example, this could work by converting old downtown offices into ultra-modern hotels – even if this means getting by with 2,500 to 3,500 sqm of space. This is typically the size of smaller, downtown office buildings spread throughout Central and Western Europe, which are being converted for the first time to be used as hotels. This is precisely the concept pursued by Ruby Hotels & Resorts GmbH, which will open its first hotel in Vienna this May, the Wiener Sophiensälen.

Our author, Elke Tonscheidt, spoke with Michael Struck, the managing director of the Munich-based company, and asked him how he intends to sell hotel rooms at the level of 5-star hotels for the price of 2 to 3-star hotels.

Michael Struck, Managing Director of Ruby / Photo: private

Michael Struck, Managing Director of Ruby / Photo: private

ELKE TONSCHEIDT Mr. Struck, you intend to offer less, but exactly the right thing at a high level of quality. As the new brand on the hotel horizon, what does Ruby stand for?
MICHAEL STRUCK Ruby stands for lean luxury: A location in the heart of the city, good design and high-quality room furnishings at an exceptionally affordable price-performance ratio, i.e. 79 euros per room. We manage this by omitting other things that our guests can do without. We have also radically changed the hotel operations.

TONSCHEIDT Which operational procedures have you changed?
STRUCK For us, one of the main levers was to automate processes. This starts with the back office, continues in the reservation and even carries over into the front office: We give our guests the option of an online check-in.

TONSCHEIDT Only online or offline as well?
STRUCK A classic reception is still available for the guests that consider it important. Most of our guests, however, prefer a fast and lean process like they experience with their airline. The guest also has the option of getting the room key from a machine in just a few seconds. We have completely eliminated the check-out for our guests; everything is taken care of during the check-in.

TONSCHEIDT The success observed in hotel chains already active in the market is promising: The Dutch Citizen M Group is expanding internationally with three hotels per year; the same is true for the French Mama Shelter Group. What sets Ruby apart from a Motel One?
STRUCK What primarily sets us apart is that Ruby puts more emphasis on the features and design of its rooms. And this is important to us: Every hotel has its own individuality and its own character, which is expressed in the service, the communication and the interior design. Hotels should have stories to tell if they want to be unique.

TONSCHEIDT Isn’t that what everyone wants? What sets Ruby apart from other new generation hotels?
STRUCK We are convinced that luxury is possible even in small spaces. Our guest room is very space-efficient, thus we are reducing one of the main cost drivers. The subsequent advantage in leasing costs is passed on as a price advantage to our customers.

TONSCHEIDT How quickly do you intend for Ruby to grow, in what segments and/or locations?
STRUCK Ruby will be focusing on major European cities. This is where our guests are at home or where they are headed to when they travel. And an efficient use of space brings the greatest advantage where space is expensive. We want to grow with a sense of proportion and not merely for all it’s worth. This is particularly true for our locations. We choose them very carefully. That is why we are setting our sights on one to a maximum of three new hotels per year.

TONSCHEIDT Where do you see Ruby in ten years?
STRUCK As a true and established alternative in the hotel market.

TONSCHEIDT What role do the right partners play in your concept?
STRUCK A large one – primarily in the factor of digital technology. For example, we have found hetras as our significant system partner, whose cloud-based architecture fits well with our lean structures. Through its intuitive, tablet-based user interface, we are able to work with non-technical personnel at the reception. We have developed many of our automated processes together with this partner. We could not have developed our own automated system at the reception so economically without the open system interfaces.

TONSHEIDT Mr. Struck, thank you for your answers!

Das Interview ist auch in Deutsch unter retimes.de/2014/03/04/ablaeufe-im-hotel-radikal-veraendert nachlesbar.

„Abläufe im Hotel radikal verändert“

David Scowsill, Präsident und CEO des World Travel & Tourism Council, sagte in seinem Grußwort zur diesjährigen ITB, dass eine der wichtigsten Herausforderungen für die Branche auch darin bestehe, veraltete Infrastruktur-Systeme zu beseitigen. „Wie kann das funktionieren?“ und „Was haben Immobilien unter Umständen damit zu tun?“ sind zwei Fragestellungen, die sich uns bei diesen Worten direkt aufdrängten.

Dies kann beispielsweise funktionieren, indem alte Büros in City-Lage in topmoderne Hotels umgewandelt werden – auch wenn sie dabei mit Flächen von 2 500 bis 3 500 Quadratmetern auszukommen haben. Denn das sind typische Größenordnungen für die gerade in Zentral- und Westeuropa weit verbreiteten, kleineren Innenstadt-Geschäftshäuser, die durch Umnutzung erstmals für Hotelnutzungen erschlossen werden können. Genau dieses Konzept verfolgt die Ruby Hotels & Resorts GmbH, die im Mai in den Wiener Sophiensälen ihr erstes Hotel eröffnen wird.

Unsere Autorin Elke Tonscheidt sprach mit Michael Struck, dem Geschäftsführer des Münchener Unternehmens, und fragte nach, wie er Hotelzimmer auf dem Niveau von 5-Sterne-Häusern zu einem Preis von 2- bis 3–Sterne-Hotels verkaufen will.

14-03-04_Ruby

Michael Struck, Geschäftsführer von Ruby / Bild: privat

ELKE TONSCHEIDT Herr Struck, Sie wollen weniger anbieten, dafür aber das Richtige mit hoher Qualität. Wofür steht Ruby als neue Marke am Hotelsternenhimmel?
MICHAEL STRUCK
Ruby steht für Lean Luxury: Eine Lage im Herzen der Stadt, gutes Design und hochwertige Zimmerausstattung zu einem außergewöhnlich günstigen Preis-Leistungsverhältnis, sprich: ab 79 Euro pro Zimmer. Das schaffen wir, indem wir anderes weglassen, auf das unsere Gäste verzichten können. Außerdem haben wir einige Abläufe im Hotel radikal verändert.

TONSCHEIDT Welche Strukturen sind bei Ihnen neu?
STRUCK Ein wesentlicher Hebel für uns ist es Prozesse zu automatisieren. Das beginnt im Backoffice, das spielt sich in den Reservierungsprozessen ab und geht sogar bis ins Frontoffice hinein: Wir bieten unseren Gästen an, online einzuchecken.

TONSCHEIDT Nur online oder auch offline?
STRUCK Für Gäste, die darauf Wert legen, gibt es weiterhin einen klassischen Empfang. Die meisten unserer Gäste wünschen sich aber einen schnellen und schlanken Prozess wie bei ihrer Airline. Wer möchte, kann sich bei uns seinen Zimmerschlüssel innerhalb weniger Sekunden an einem Automaten abholen. Den Check-Out ersparen wir unseren Gästen komplett, alles Notwendige dafür ist bei uns schon beim Check-In erledigt.

TONSCHEIDT Der Erfolg bereits aktiver Hotelketten am Markt ist vielversprechend: So expandiert die niederländische Citizen M Gruppe international mit drei Hotels pro Jahr, ähnliches gilt für die französische Mama Shelter Gruppe. Was unterscheidet Ruby von einem Motel One?
STRUCK Vor allem unterscheiden wir uns dahingehend, dass Ruby mehr Wert auf die Ausstattung und das Design auch auf den Zimmern legt. Und uns ist wichtig: Jedes Hotel hat seine eigene Individualität und einen eigenen Charakter, der sich im Service, in der Kommunikation, im Interior Design ausdrückt. Hotels sollten Geschichten erzählen, wenn sie unverwechselbar sein wollen.

TONSCHEIDT Wollen das nicht alle, was differenziert Ruby von anderen New Generation Hotels?
STRUCK Luxus geht auch auf kleinem Raum, davon sind wir überzeugt. Unser Zimmerprodukt ist sehr flächeneffizient, damit reduzieren wir einen der wichtigsten Kostentreiber. Den resultierenden Pachtkostenvorteil geben wir als Preisvorteil an unsere Gäste weiter.

TONSCHEIDT Wie schnell soll Ruby wachsen, in welchen Segmenten beziehungsweise Standorten?
STRUCK Ruby wird sich auf die europäischen Großstädte konzentrieren. Genau da sind unsere Gäste zu Hause beziehungsweise dort bewegen sie sich auf Reisen. Und da, wo Fläche teuer ist, bringt unsere Flächeneffizienz den größten Vorteil. Wir wollen mit Augenmaß wachsen und nicht auf Teufel komm raus. Das gilt besonders für unsere Lagen. Die wählen wir sorgfältig. Daher gehen wir von ein bis maximal drei neuen Hotels pro Jahr aus.

TONSCHEIDT Wo sehen Sie Ruby in zehn Jahren?
STRUCK Als echte und dann bereits etablierte Alternative auf dem Hotelmarkt.

TONSCHEIDT Welche Rolle spielen die richtigen Partner in Ihrem Konzept?
STRUCK
Eine große – vor allem beim Faktor Digitale Technologie. Wir haben beispielsweise mit Hetras einen für uns wesentlichen Systempartner gefunden, dessen cloudbasierte Architektur gut zu unseren schlanken Strukturen passt. Durch die intuitive, Tablet-basierte Nutzeroberfläche können wir auch mit Nicht-Fachpersonal am Empfang arbeiten. Viele unserer Prozessautomatisierungen haben wir gemeinsam mit diesem Partner entwickelt. Auch unser eigenes Automatensystem am Empfang hätten wir ohne die offenen Systemschnittstellen nicht so wirtschaftlich realisieren können.

TONSCHEIDT Herr Struck, vielen Dank für das Gespräch!

This interview also exists in English. You find it here.