Megatrends bewegen die Immobilienmärkte

Über Megatrends in der Immobilienwirtschaft hatte ich mich Anfang des Jahres schon einmal mit Marion Peyinghaus und Regina Zeitner vom Competence Center Process Management Real Estate (CC PMRE) unterhalten. Jetzt hat auch die Deutsche Hypo dazu eine aktuelle Studie veröffentlicht – auch sie untersuchte die Auswirkungen der Megatrends aus die Immobilienmärkte in Deutschland. Beleuchtet wurden die Megatrends Demografische Entwicklung, Technischer Fortschritt und Wertewandel.

Ein Ergebnis der Deutschen Hypothekenbank ist, dass die strikte Trennung zwischen Arbeitswelt und Privatsphäre der Vergangenheit angehört.  Zudem wirkt sich auch die zunehmende gesellschaftliche Individualisierung deutlich aus: Einerseits werden Ein- und Zwei-Personen-Haushalte im Jahr 2030 einen Anteil von rund 80 Prozent ausmachen.

Andererseits rücken in der Arbeitswelt flache Hierarchien und Projektarbeit stärker in den Fokus und erfordern eine Modernisierung der Arbeitsprozesse und damit der Bürotypen. An die Seite klassischer Zellen- beziehungsweise Großraumbüros treten zukünftig auch andere Ausprägungen, wie zum Beispiel Business Clubs, die viele Arbeitsorte mit je nach Tätigkeit unterschiedlichen Eigenschaften bereithalten.

Trotz der demografischen Entwicklung wird mit weiterem Wachstum für die Büromärkte an den deutschen Top-Standorten gerechnet. Hintergrund sind die Verlängerung der Lebensarbeitszeit und die Erhöhung des Flächenbedarfs je Bürobeschäftigten.

Die Entwicklung an peripheren Bürostandorten wird dagegen kritischer gesehen. Ähnlich ist es bei den Wohnungsmärkten: Auch hier sind die Aussichten vor allem für Metropolen und Großstädte positiv, da diese der zunehmend älteren Bevölkerung die beste Infrastruktur bieten.

Auch hinsichtlich der Ausstattung von Wohnungen und der Gestaltung von Einzelhandelsimmobilien sollten sich Investoren stärker an den Bedürfnissen älterer Menschen orientieren, heißt es in der Studie.

Auf den Seiten der Deutschen Hypo steht die vollständige Studie zum Download bereit.

Österreichs Sustainability Awards 2014

Unter den diesjährigen Sustainability Awards-Gewinnern in Österreich sind auch einige Projekte zu Themen dieser Plattform zu finden, die wir Ihnen natürlich nicht vorenthalten wollen. Der Sustainability Award wird seit 2008 vom österreichischen Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft und dem Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft verliehen. Prämiert werden nachhaltige Initiativen, die ökonomische, ökologische und soziale Ausgewogenheit anstreben. Verliehen wurde die Preise am 14. Mai 2014.

Im interdisziplinären Doktoratskolleg „URBEM“ (Urbanes Energie- und Mobilitätssystem) forscht die TU Wien mit Unterstützung durch die Wiener Stadtwerke an Ideen für Mobilitäts- und  Energieversorgung für die zukunftstaugliche Großstadt. Das Spektrum der Forschungsfragen reicht von Mobilität über die Versorgung mit Fernwärme, Strom und Gas (Speicherung, Einspeisung und Verteilung im Netz) bis zu ökonomischen Fragen.

Die Leopold-Franzens-Universität Innsbruck erhielt den Award 2014 für einen Energieeffizienzleitfaden im Handlungsfeld Verwaltung und Management. Zusammen mit Partnern hat sich die Universität das Ziel gesetzt, den Energieverbrauch und damit auch Kosten zu senken. Dazu wurden sämtliche Gebäude der Uni hinsichtlich ihrer Energieverbräuche analysiert und darauf aufbauend geeignete Maßnahmen zur Reduktion gesucht. Erste Erfolge kann das noch laufende Projekt bereits vermelden.

Der Studiengang „Facility Management & Immobilienwirtschaft“ der FH Kufstein Tirol erhielt den Preis für die strukturelle Verankerung des Themas Nachhaltigkeit in seiner „Sustainable Urban Development – Facility Management & Real Estate Management WinterSchool“. Im Rahmen der „WinterSchool“ entwickeln Studierende in internationalen Teams Gebäude und Stadtteile aus ökologischer, ökonomischer und sozialer Sicht.

Dritte Plätze erhielten zudem zwei weitere Projekte der TU Wien. Mit energiebewusster Stadt- und Raumentwicklung beschäftigt sich das Forschungsprojekt ENUR aus dem Department für Raumentwicklung, Infrastruktur- und Umweltplanung. Das Projekt ist seit Ende 2013 abgeschlossen. Erforscht wurde die Raum- und Siedlungsentwicklung in österreichischen Städten im Kontext nachhaltiger Energieversorgung und -planung. Dabei ging es um städtischen Energiebedarf, Energiekonsumverhalten, Energiekonzepte, Energieprojekte, Energieszenarien und Planungsinstrumente.

In der Kategorie „Verwaltung und Management“ wurde zudem ein derzeit am Getreidemarkt in Sanierung stehendes Plus-Energie-Bürogebäude ausgezeichnet. Von der Belüftung und Heizung bis zu den im Gebäude verwendeten Geräten, vom Luftzug in den inneren Gebäudeschächten bis zur Kommunikationstechnologie – alle Aspekte des Hauses wurden sorgfältig überdacht, neu geplant und aufeinander abgestimmt. An dem Projekt ist auch die Organisationseinheit „Gebäude und Technik“ der TU Wien und der Architekt Gerhard Kratochwil maßgeblich beteiligt.