Master „Planung nachhaltiger Gebäude“

Bereits zu dem derzeit laufenden Sommersemester startete an der Beuth Hochschule für Technik Berlin der interdisziplinäre Master-Studiengang „Planung nachhaltiger Gebäude„.

In ihm können Bachelor-Absolventinnen und -Absolventen der Fachrichtungen Architektur, Bauingenieurwesen, Facility Management, Gebäude- und Energietechnik sowie Landschaftsarchitektur sowohl ihr gebäudebezogenes Fachwissen vertiefen als auch das gemeinsame Planen nachhaltiger Gebäude erlernen.

Nicht nur beim Bauen von Neubauten, sondern auch bei zu sanierenden Bestandsgebäuden sind heute im Sinne des Klimaschutzes besondere ganzheitliche Herausforderungen zu beachten. Das klassische Planen reicht dabei oft nicht mehr aus. Moderne, umweltverträgliche Gebäude weisen einen hohen Komplexitätsgrad auf. Die Planung solcher Gebäude erfordert laut der Hochschule fachübergreifendes Wissen und die frühzeitige Zusammenarbeit von Architekten und Ingenieuren.

Die Beuth Hochschule setzt daher auf ein folgendes Lernkonzept: Praktiziert wird ein Projektstudium mit interdisziplinärer Teamarbeit als Lehr- und Lernmethode. Kooperationen mit Unternehmen der Baubranche sichern darüber hinaus den aktuellen Kontakt zur Praxis.

So sollen Absolventinnen und Absolventen zu Experten für nachhaltiges Bauen werden, die qualifiziert sind, zukunftsfähige Gebäude zu planen und zu betreiben. Die ebenfalls praxisnahen Lehrinhalte wurden gemeinsam mit Experten aus der Wirtschaft entwickelt und gezielt durch ökologische Themen und Fragestellungen erweitert.

Das Studium dauert vier Semester und führt zum Master of Science. Studiengebühren werden keine erhoben.

VDI-Expertenforum zu Gefährdungsbeurteilungen im Gebäudebetrieb

Die VDI-Gesellschaft Bauen und Gebäudetechnik stellt am 18. November in Düsseldorf auf einem Expertenforum die Richtlinienreihe VDI 3810 vor. Diese zeigt, wie das Betreiben und Instandhalten von Gebäuden und Gebäudetechnik richtig funktioniert.

Inhaltlich geht es darum, wie Risiken in der Technik im Betrieb von Gebäuden zu erkennen, zu bewerten und zu beherrschen sind. Die Richtlinienreihe VDI 3810 „Betreiben und Instandhalten von Gebäuden und Gebäudetechnik“ des VDI-Fachbereichs Facility-Management befasst sich mit den Anforderungen der Gebäudetechnik und stellt den Jetztstand des Wissens der jeweiligen Fachkreise dar.

Das VDI-Expertenforum „Gefährdungsbeurteilung“ gibt unter anderem Antworten auf Fragen wie: Was ist der Unterschied zwischen einer Gefahr und einer Gefährdung? Was bedeutet es, wenn die Beweislast für den Geschädigten erleichtert oder zum Nachteil des Betreibers umgekehrt wird? Wie definiert sich der Jetztstand des Wissens bezüglich der Pflichten zur Einhaltung der gebotenen Sorgfalt?

Zudem befasst sich das Expertenforum mit den auf Gewerke bezogenen Themen Hygiene – speziell Raumlufttechnik und Trinkwasser -, Energie und Nachhaltigkeit, Monitoring, Aufzugstechnik sowie Blitzschutz und Überspannung aus Sicht der Betreiberverantwortung. Die Teilnehmer werden mit den dazugehörigen Gefährdungsanalysen vertraut gemacht und dadurch befähigt, ein breites Spektrum der Risiken abzudecken, die beim Betreiben von Gebäuden und gebäudetechnischen Anlagen zu berücksichtigen sind.

Weitere Informationen zum Programm sowie die Möglichkeit zur Anmeldung sind auf der www.vdi.de/betreiberverantwortung verfügbar.

Studiendauer von „Energie- und Gebäudetechnik im Praxisverbund“ gekürzt

Zum Wintersemester 2014/15 verkürzt die Fakultät Versorgungstechnik der Ostfalia Hochschule die Regelstudienzeit des Bachelor-Studiengangs „Energie- und Gebäudetechnik im Praxisverbund“ (EGTiP) von zehn auf acht Semester. Zusätzliche Attraktivität gewinnt das Studium mit integrierter Berufsausbildung außerdem durch den Wegfall der Studiengebühren in Niedersachsen ab dem Wintersemester 2014/15.

Mit der Anpassung der Regelstudienzeit reagiert die Fakultät auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes und auf den Wettbewerb durch vergleichbare Studiengänge. Möglich wurde die Verkürzung des ASIIN- akkreditierten Studiengangs durch eine Umstrukturierung des Studienplans.

Neben der Einsparung eines wenig genutzten Praxissemesters wurde die Gesellenprüfung in die vorlesungsfreie Zeit verlegt. Der freiwillige Meisterkurs (Teile I, III und IV) kann nach dem neuen Modell direkt im Anschluss an das Studium absolviert werden.

Für Unternehmen bedeute die Umstrukturierung, dass dringend benötigte Fachkräfte mit Praxiserfahrung früher auf dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, meint die Hochschule. Ausbildungsbetriebe können potentielle Nachwuchskräfte durch eine Ausbildung im Praxisverbund bereits während des Studiums kennenlernen und fördern.

Das Studium im Praxisverbund vereint das Studium mit einer Berufsausbildung – die Ausbildung erfolgt abwechselnd in Hochschule und Betrieb und führt zu zwei berufsqualifizierenden Abschlüssen sowie vertieften Praxiserfahrungen.

Innerhalb der Regelstudienzeit kann sowohl der Bachelor-Abschluss „Bachelor of Engineering (B. Eng.)“ an der Ostfalia Hochschule als auch der Abschluss einer betrieblichen Ausbildung zum Beispiel als Anlagenmechaniker (m/w) für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik oder Technischer Systemplaner (m/w) erreicht werden.

Dussmann wuchs im Jubiläumsjahr 2013

Die Berliner Dussmann Group ist im Geschäftsjahr 2013 im zehnten Jahr in Folge gewachsen. Der weltweit verantwortete Gesamtumsatz betrug 1,84 Milliarden Euro und wuchs um 6,6 Prozent oder 114 Millionen Euro. Im Jahr 2012 lag der weltweite Gesamtumsatz noch bei 1,73 Milliarden Euro. Dieses Wachstum wurde nach Unternehmensangaben organisch sowie durch Zukauf eines Kältetechnik-Unternehmens erzielt.

Der Multidienstleister behauptete sich in seinem 50. Unternehmensjahr in seinen Kerngeschäften Facility Management (FM) sowie Pflege und Betreuung von Senioren. Zudem forcierte das Unternehmen seine drei strategisch wichtigsten Eckpfeiler: Der Ausbau des Dienstleistungsportfolios, die zunehmende Branchenspezialisierung und die weitere Internationalisierung.

Dirk Brouwers, Vorsitzender des Vorstandes / Foto: Dussmann Group

Dirk Brouwers, Vorsitzender des Vorstandes / Foto: Dussmann Group

Der Vorstandsvorsitzende der Dussmann Group, Dirk Brouwers, sagte: „Alle Geschäftsbereiche trugen zur weltweit erfolgreichen Entwicklung bei. Das ermöglichte uns, wieder über 1 000 neue Mitarbeiter bei der Dussmann Group zu begrüßen. Besonders im Servicegeschäft in Deutschland sind wir stark gewachsen. Durch den Zukauf der Dresdner Kühlanlagenbau GmbH haben wir gezielt unsere Kompetenz im Bereich Gebäudetechnik bei Kühlungsprozessen gestärkt. Der Trend deutscher Unternehmen, umfassende Sekundärleistungen an Dienstleister zu vergeben, ist weiter ungebrochen. Dabei bieten wir dem Markt das Dussmann-Modell an, nämlich alle Leistungen aus einer Hand mit hoher Wertschöpfungstiefe durch eigene Mitarbeiter zu erbringen.“

Die weltweite Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, inklusive der durch die Dussmann Group gemanagten Beschäftigten, stieg von 60 213 im Jahr 2012 um 1 008 Beschäftigte auf 61 221 (Durchschnitt im Geschäftsjahr 2013).

Vortrag zum Thema BIM an der HS Esslingen

Am 14. Mai 2014 führt Dr. rer. nat. Volker Krieger, Abteilungsleiter der FACT GmbH in Böblingen, in einem Vortrag an der Hochschule Esslingen in das Thema Building Information Modeling (BIM) ein. Einen besonderen Schwerpunkt legt er dabei auch den Einsatz von BIM in der Gebäudetechnik.

Veranstalter des Vortrags ist die Fakultät Gebäude Energie Umwelt (GU) der HS Esslingen. Start ist um 17.30 Uhr in Gebäude 8, Hörsaal S 8.008 am Standort Stadtmitte.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Industrial-FM gewinnt an Bedeutung

Mit der zunehmenden Fremdvergabe von bisher noch intern erbrachten Dienstleistungen wird das Marktsegment Industrial Facility Management (FM) weiter an Bedeutung gewinnen. Hierbei erhöhen die FM-Nutzer vor allem die externen Ausgaben für Energiemanagement, Gebäudetechnik, Sicherheits- und Empfangsdienste. Das gilt sowohl für den deutschen als auch den österreichischen FM-Markt im industriellen Umfeld.

Die Trendstudie „Industrial FM“ des Marktforschundsunternehmens Lünendonk aus Kaufbeuren zeigt eine externe Vergabequote für Facility Services von zwei Drittel (64,6%) und für Industrieservices von 56 Prozent. In Deutschland sind externe Dienstleister deutlich stärker in die FM-Aktivitäten der Industrieunternehmen involviert als in Österreich. Gerade bei Industrieservices ist der Unterschied deutlich erkennbar.

Verteilung und Entwicklung des externen Budgets für Facility Services/ Quelle: Lünendonk® - 360-Grad-Studie Facility Management, Lünendonk GmbH, Kaufbeuren , April 2014

Verteilung und Entwicklung des externen Budgets für Facility Services/ Quelle: Lünendonk®
– 360-Grad-Studie Facility Management, Lünendonk GmbH, Kaufbeuren, April 2014

Hohe Budgets für Gebäudetechnik und -reinigung
Der Löwenanteil der externen Budgets für Facility Services und Industriedienstleistungen fließt in die Instandhaltung der Gebäudetechnik. Zusammen mit der Gebäudereinigung werden hierfür laut der Trendstudie mehr als die Hälfte des externen Budgets verwendet.

Auf Platz drei folgen mit großem Abstand Sicherheitsdienstleistungen. Durchschnittlich unter zwei Prozent des vorhandenen Budgets werden für Property Management, Büroservice, Parkraumbewirtschaftung und FM-Beratung ausgegeben.

In welchen Bereichen die Unternehmen Handlungsbedarf sehen, lässt sich laut der Studie an der Budgetplanung ablesen. Höhere Budgets bedeuten zum einen die zusätzliche Auslagerung von Dienstleistungen sowie eine angestrebte Qualitätsverbesserung.

Ein Drittel der Unternehmen plant für das Thema Energiemanagement ein zusätzliches Budget ein. Weitere Posten mit Budgetzuwächsen sind die Sicherheits- und Empfangsdienste sowie die Instandhaltung der Gebäudetechnik. Künftige Einsparungen oder Insourcing-Tendenzen sind weder in Deutschland noch Österreich feststellbar.

Trotz der unterschiedlichen Branchenstrukturen im industriellen Umfeld lassen sich den Autoren zufolge folgende Trends herausarbeiten:

  •  Industrieunternehmen bevorzugen Dienstleister mit Niederlassungen in der Nähe der Auftraggeber.
  • Unternehmen mit einer hohen internen Dienstleistungsquote werden in den kommenden Jahren unter dem Druck des Wettbewerbs die Schritte der Konkurrenz nachholen und vermehrt Aufträge an externe Dienstleister vergeben.
  • Leistungen des technischen Gebäudemanagements und der Industrieservices werden zukünftig vermehrt ausgelagert.
  • Je größer ein Unternehmen ist und je mehr Standorte es aufweist, desto wichtiger sind Komplettdienstleister, die die speziellen Unternehmensbedürfnisse flexibel und kostengünstig bedienen können.

Das Whitepaper „Industrial FM“ kann kostenfrei im Web-Shop bei Lünendonk bezogen werden.

Sind in 15 Jahren smarte Städte Realität?

Diese Frage lässt sich mit „Ja“ beantworten, nimmt man eine Umfrage des Verbands der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V. (VDE) zur Grundlage. Nach der gehen 67 Prozent der VDE-Mitgliedsunternehmen davon aus, dass spätestens 2030 die Entstehung von Smart Cities – jenseits von Pilotprojekten und Demonstratoren – in einem volkswirtschaftlich bedeutenden Umfang zu erwarten ist.

Trotz dieser Erwartung, spielt die deutsche Industrie bei dieser Entwicklung nur eine untergeordnete Rolle. Zwar glauben 61 Prozent der Unternehmen, dass Smart-Cities-Technologien die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland stärken werden, aber nur 28 Prozent sind davon überzeugt, dass die deutsche Industrie zum Leitanbieter für Smart-Cities-Technologien wird. Sechs von zehn Unternehmen sind noch unentschieden in dieser Frage.

Auch glauben nur 22 Prozent der Unternehmen, dass mit dem Trend zu Smart Cities mehr Arbeitsplätze entstehen werden. Dies sind Ergebnisse des VDE-Trendreports, einer Umfrage unter den 1 300 Mitgliedsunternehmen des VDE.

Die größten Aufgaben auf dem Weg zu Smart Cities liegen in den Bereichen Mobilitätskonzepte, Energie-Infrastruktur, Verkehrs-Infrastruktur und IT-Sicherheit sowie der branchen- und technologieübergreifenden Zusammenarbeit. Vor allem die Bereiche Gebäudetechnik und Elektrotechnik sowie die Energieversorger und die IKT-Branche werden nach Ansicht der Experten vom Trend zu Smart Cities profitieren.

„Die Daten sind immer auf dem neuesten Stand“

Der TÜV Süd präsentierte auf der Münchener Expo Real 2013 erstmals ein einheitliches Dokumentationssystem zur Risiko- und Kostensteuerung bei der Gebäudetechnik. Auch auf der Facility Management Messe in Frankfurt dieses Jahr spielte das System in einigen Vorträgen eine Rolle. Grund genug für uns, einmal etwas genauer beim TÜV Süd nachzufragen, was es mit dem Objektbrief auf sich hat und was dahinter steckt. Wir sprachen daher mit Dr. Uwe Forgber von der Division Real Estate & Infrastructure der TÜV Süd AG über das Angebot.

Dr. Uwe Forgber von der Division Real Estate & Infrastructure der TÜV SÜD AG / Foto: TÜV SÜD AG

Dr. Uwe Forgber von der Division Real Estate & Infrastructure der TÜV SÜD AG / Foto: TÜV SÜD AG

CHRISTOPH BERGER Herr Forgber, Sie planen einen Objektbrief für Immobilien. Was hat es damit konkret auf sich?
DR. UWE FORGBER Immobilienbetreiber, Property Manager und technische Dienstleister müssen relevante Daten zur technischen Gebäudeausrüstung (TGA) zuverlässig erfassen und kontinuierlich fortschreiben. Der Grund sind gesetzliche Anforderungen sowie Wartungs- und Prüfpflichten. Weil sich einheitliche Erfassungsstrukturen und eigentümerübergreifende Ansätze noch nicht durchgesetzt haben, entstehen immer wieder unvollständige oder nicht abgestimmte Datensätze. Daraus resultieren nicht zu unterschätzende Haftungsrisiken und Folgekosten. Zusammen mit verschiedenen Partnern haben wir­ mit dem TÜV Süd Objektbrief TGA eine nachhaltige Lösung für die einheitliche Erfassung und Weiterbearbeitung solcher Daten entwickelt.

BERGER Was soll in diesem Brief alles vermerkt sein?
FORGBER TÜV Süd-Experten erfassen für den Objektbrief TGA die technische Ausrüstung von Gebäuden in einer webbasierten Datenbank. Es geht um Anlagen wie Aufzüge, Brandschutzanlagen oder Klimaanlagen, die nach den Kategorien „nicht prüfpflichtig“, „prüfpflichtig“ und „Sachkundigen prüfpflichtig“ beziehzngsweise „Sachverständigen prüfpflichtig“ unterschieden werden. Die Dokumentation umfasst alle relevanten Daten – von den technischen Kennziffern über die Anlagenhersteller bis hin zum jeweiligen Stockwerk oder Raum, in dem die Anlage steht.

BERGER Ist dies vergleichbar mit einem Kfz-Brief, jetzt nur für Immobilien?
FORGBER Wie ein Fahrzeugbrief bündelt der TÜV Süd Objektbrief TGA zwar auch technische Informationen, Daten zum Hersteller und zum Betreiber einer Anlage. Der wesentliche Unterschied ist aber, dass es sich um ein webbasiertes Dokumentationstool handelt, das von mehreren Beteiligten gepflegt und aktuell gehalten wird. Das System basiert auf der offenen CAFM-Connect Schnittstelle (Anmerkung der Redaktion: Weitere Informationen zu der CAFM-Connect-Schnittstelle finden Sie beim CAFM Ring). Anlagedaten können jederzeit ein- und ausgelesen und mit gängigen Systemen für Liegenschaftsmanagement und Computer Aided Facility Management (CAFM) weiter verwendet werden. Damit sind die Daten immer auf dem neuesten Stand.

BERGER Welcher Mehrwert wird durch einen solchen Brief geschaffen?
FORGBER Wir leisten damit einen wesentlichen Beitrag dazu, eine hohe Datenverfügbarkeit und -qualität zu sichern. Das verbessert auch die Risiko- und Kostensteuerung im Gebäudebetrieb und hat Auswirkungen auf Neuplanungen von Anlagen oder auf Modernisierungen bestehender Anlagen. Betreiber, Eigentümer und Dienstleister reduzieren ihre Haftungsrisiken, weil der Brief eine rechtssichere Dokumentation der Technischen Gebäudeausrüstung ermöglicht. Das ist vor allem mit Blick auf überwachungsbedürftige prüfpflichtige Anlagen ein ganz entscheidender Vorteil. Der transparente Informationsaustausch erleichtert die Koordination von Dienstleistern und verbessert den Werterhalt der technischen Anlagen im Betrieb. Und wenn im Verkaufsfall eine technische Due Diligence zur Wertermittlung der Immobilie benötigt wird, liegen abgesicherte Informationen vor.

BERGER Wie werden die in dem Brief vermerkten Daten aufgenommen und überprüft? Wer prüft die Angaben?
FORGBER Wir begleiten Unternehmen entweder bei der Datenerfassung und -strukturierung oder prüfen und bestätigen in Audits, ob alle relevanten Daten zur TGA mit den jeweiligen Prüfpflichten vorliegen. Aber auch FM-Dienstleister und Wartungsunternehmen können die Daten generieren, aktualisieren und kontrollieren.
Die Überprüfung durch unsere Experten geschieht anhand von Stichproben, wenn – wie bei der Dokumentation für größere Gebäudekomplexe – mehrere tausend Datensätze verwaltet werden.

BERGER Wie lange behält ein solcher Brief seine Gültigkeit, wann kommt es zu einer Aktualisierung beziehungsweise neuen Überprüfung der Daten?
FORGBER Die Datensätze werden kontinuierlich aktualisiert und in bestimmten Intervallen (alle 12 bis 24 Monate) stichprobenartig überprüft. Dadurch sind die Daten im TÜV Süd Objektbrief TGA jederzeit aussagekräftig. Wenn das Gebäude verkauft wird, kann der Objektbrief auch als rechtssichere Dokumentation an den neuen Eigentümer übergeben werden.

BERGER Mit welchen Kosten ist das verbunden?
FORGBER Das hängt von der Anzahl und Größe der Gebäude und der Zahl und Komplexität der darin enthalten technischen Anlagen ab. Weil die Dokumentation der TGA durch den Objektbrief nicht nur mehr Rechtssicherheit schafft, sondern auch eine effizientere Verwaltung der Anlagen ermöglicht, senkt das die Lebenszykluskosten eines Gebäudes aufgrund von Einsparungen in der Betriebsphase. Die Kosten für den Objektbrief amortisieren sich durch ein effizientes TGA-Management.

BERGER Bis heute wurden schon einige Projekte durchgeführt. Um welche Projekte handelte es sich dabei und welche Erfahrungen konnten Sie dabei sammeln?
FORGBER Wir haben derzeit zwei besonders interessante Projekte – einmal mit dem Projektentwickler Frankonia Eurobau aus Nettal und mit den Sana Kliniken in Ismaning.
Im ersten Fall haben wir für das Projekt Montgelas Park in München gezeigt, wie das Zusammenspiel der technischen Gewerke und der am Bau Beteiligten gelingt. Frankonia Eurobau hat in dem Münchener Premium-Quartier zwischen Montgelasstraße, Törringstraße und Händelstraße hochwertige Wohnungen und Büroflächen errichtet. Dazu gehören rund 5 600 Quadratmeter Wohn- und 6 800 Quadratmeter Bürofläche, außerdem 1 500 Quadratmeter Bürofläche in einem modernisierten Bestandsgebäude sowie 8 000 Quadratmeter Bürofläche entlang der Montgelasstraße. Hier hat die Datenerfassung und -strukturierung auf Basis des TÜV Süd Objektbrief TGA sowohl der Dokumentationspflicht der Eigentümer genügt, als auch den Anforderungen der technischen Dienstleister. Unsere Experten haben bestätigt, dass die Dokumentation der gesamten technischen Gebäudeausrüstung vollständig und korrekt ist.
Für die Sana Kliniken entwickeln wir derzeit eine Dokumentationsstruktur für Bestandsbauten und definieren die erforderlichen Betreiberprozesse für die Datenaktualisierung zur TGA. Zudem soll ein nachhaltiges Risikomanagement aufgebaut werden. Hier ist insbesondere der  Brandschutz ein Thema. Das Projekt läuft noch und wird in Kürze abgeschlossen werden.

BERGER Ist der Objektbriefs denn schon regulär eingeführt?
FORGBER Wir bieten den TÜV Süd Objektbrief TGA bereits an. Grundlage ist die beschriebene CAFM-Connect-Schnittstelle. Den CAFM-Connect-Standard unterstützen bislang sieben kompatible Softwaresysteme. Die Version 1.0 ist derzeit am Markt. Einheitlich und herstellerneutral werden dabei Raumdaten bereitgestellt. Zur FM Messe in Frankfurt wurde die Version 2.0 vorgestellt. Sie verfügt auch über einen freien und offenen TGA-Anlagenkatalog. Der Katalog enthält mehr als 200 technische Anlagen mit jeweils mindestens fünf Datenfeldern pro Anlagenobjekt, zu denen beispielsweise Nummer, Kennzeichen, Bezeichnung, Ort, Typ und übergeordnetes Objekt gehören.

BERGER Welche Kompetenzen bringt der TÜV Süd in diesem Segment mit?
FORGBER Wir unterstützen die Immobilienwirtschaft seit Jahrzehnten mit Ingenieur-, Prüf- und Beratungsleistungen. Im Mittelpunkt stehen dabei Gesamtkonzepte zur Steigerung der Zukunftsfähigkeit und Werthaltigkeit von Neu- und Bestandsbauten und ein interdisziplinärer Ansatz. Wir können technisches Wissen mit betriebs- und immobilienwirtschaftlichem Know-how vernetzen, weil unsere Experten in verschiedenen Bereichen zu Hause sind. Dazu zählen neben der Bautechnik, die Elektro- und Gebäudetechnik, die Dampf- und Drucktechnik, aber auch die Förder- und Umwelttechnik sowie die Immobilienbewertung. Zudem hat TÜV Süd eine flächendeckende Präsenz in ganz Deutschland und eine starke Präsenz im europäischen Ausland.

BERGER Herr Dr. Forgber, vielen Dank für das Gespräch!

Weitere Informationen zum TÜV Süd-Objektbrief TGA finden Sie hier.

In Neuauflage: Atlas Gebäudetechnik

Die Verlagsgesellschaft Rudolf Müller GmbH & Co. KG aus Köln hat in einer grundlegenden Überarbeitung den „Atlas Gebäudetechnik“ neu herausgebracht. Das Werk wurde damit auf den neuesten Stand der Technik und Normung gebracht.

Neu hinzugekommen sind außerdem einführende Kapitel mit praktischen Planungstipps zur Wechselwirkung zwischen Entwurf, Nutzung und Haustechnik, zur Ausstattung typischer Gebäudearten, zur Integration der technischen Anlagen in den Baukörper sowie zum Nachhaltigen Bauen. Zahlreiche neue Beispiele runden die Neuauflage ab.

Coverbild: Verlagsgesellschaft Rudolf Müller GmbH & Co. KG

Coverbild: Verlagsgesellschaft Rudolf Müller GmbH & Co. KG

Das Nachschlagewerk verschafft einen Überblick über die moderne Gebäudetechnik und hilft bereits in frühen Planungsphasen bei der Auswahl der richtigen Technik. Praxisnah werden die Funktionsprinzipien, Einsatzbereiche und Anforderungen der verschiedenen haustechnischen Anlagen aufgezeigt.

Zudem werden neue, innovative Systeme und die Nutzung erneuerbarer Energien anhand von Praxisbeispielen erklärt. Anhand von 700 Zeichnungen und Abbildungen sowie über 170 Tabellen erläutern die Autoren die verschiedenen Anlagen und informieren über bauliche und technische Voraussetzungen, Kosten und Leistungsdaten. Praxisbeispiele und zahlreiche Fotos zeigen die verschiedenen Systeme im Detail.

Die späteren Nutzungs- und Instandhaltungskosten von Gebäuden sowie die Nachhaltigkeit werden in hohem Maße von der eingesetzten Haustechnik beeinflusst. Hier bietet der Atlas praktische Lösungen zum Bewerten und Vergleichen von Technikvarianten.

Prof. Dr.-Ing. Jörn Krimmling, Dipl.-Ing. Uwe Deutschmann, Dipl.-Ing. André Preuß, Dr.-Ing. Eberhard Renner:
Atlas Gebäudetechnik
Grundlagen – Konstruktionen – Details
Verlagsgesellschaft Rudolf Müller GmbH & Co. KG, 2014
ISBN 978-3-481-02970-8
Subskriptionspreis bis 30.04.2014: 89,00 Euro, Preis ab 01.05.2014: 99,00 Euro