Masterstudiengang für Führungskräfte des Baubetriebs

Gemeinsam mit Vertretern der Bauwirtschaft ist an der Bergischen Universität Wuppertal der praxisorientierte Masterstudiengang Baubetrieb (Führung, Prozesse, Technik) entwickelt worden. Er richtet sich an Bauingenieure und Architekten, aber auch Wirtschaftsingenieure, die in der Bauwirtschaft als Projektleiter tätig sind.

Das berufsbegleitende Studium dauert drei Jahre, orientiert sich konsequent am Bauprozess und vermittelt technische Lösungen ebenso wie Führungskompetenz. Das Studium findet in drei Blöcken – jeweils im Februar und März eines Jahres – statt. Den Rest des Jahres arbeiten die Studierenden im Unternehmen und können das theoretisch Erlernte direkt in der Praxis anwenden.

Das Studium soll die künftigen Baustellenführungskräfte gezielt auf ihren Berufsalltag vorbereiten. Daher gehören Bauverfahrenstechniken ebenso zum Studium wie die Vermittlung von fundiertem Wissen über die Prozesse vor, während und nach der Bauausführung. Darüber hinaus stehen neue Technologien wie BIM-basiertes Bauen (Building Information Modeling) und der Umgang mit Projektkommunikationssystemen auf dem Lehrplan.

„Die Teilnehmer sollen nach ihrem Studium in der Lage sein, die hohen Ansprüche an die Qualität von Bauwerken zu erfüllen und dabei sowohl die Kosten und Termine, als auch die Sicherheit für Mensch und Material im Blick haben,“ sagt Initiator und Studiengangleiter Dr.-Ing. Manfred Helmus, Professor für Baubetrieb und Bauwirtschaft an der Bergischen Universität Wuppertal.

Neben technischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Inhalten wird den Master-Studierenden auch das Thema Arbeitsschutz vermittelt. Dieser wichtige Bereich wurde zusammen mit der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft entwickelt, die sowohl die Entwicklung als auch die Umsetzung des Studiengangs maßgeblich fördert.

Bewerbungen sind ab sofort möglich unter www.baubetrieb.de.

Digitalisierung von Großprojekten – BIM Task-Group

Die Bauwirtschaft steht vor der Gründung einer gemeinsamen Plattform, der BIM Task Group, die von führenden Verbänden der Branche und buildingSMART getragen wird. Ziel ist es, die Digitalisierung der Wertschöpfungskette Bau und damit die Produktivität der Branche deutlich zu verbessern, anstatt weiter Kostenexplosionen und Terminprobleme hinzunehmen.

„Wir haben einen großen Schritt zum gemeinsamen Arbeiten mit durchgängigen digitalen Methoden geschafft“, sagt Siggi Wernik, Mitglied der Arbeitsgruppe BIM in der Reformkommission und Vorsitzender der Geschäftsführung des buildingSMART e.V.

In ihrer dritten Sitzung am 15. Mai 2014 in Berlin hatte die Reformkommission „Bau von Großprojekten“ das Thema moderne digitale Planungsmethoden fokussiert. Ihre Argumente überzeugten auch Alexander Dobrindt, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur. Der Minister sagte: „Die Digitalisierung des Bauens bietet Chancen, große Bauprojekte im Zeit- und Kostenrahmen zu realisieren.“ Um diese Digitalisierung in Deutschland voranzubringen, kündigte er Pilotprojekte an. Darüber hinaus begrüßte er den Vorschlag der Planungs- und Bauwirtschaft, durch eine Plattform aller an der Planung und dem Bau Beteiligten der Digitalisierung des Bauens den Weg zu ebnen: „Um Innovationspotenziale zu erschließen und vor allem auch international nicht abgehängt zu werden, müssen wir hier aufholen.“

Gefragt ist also eine neue Planungskultur. Für Siggi Wernik ist diese ganz eng mit der BIM-Methodik (BIM: Building Information Modeling) verbunden. Er ist überzeugt davon, dass eine nationale BIM-Strategie dazu beiträgt, die zentralen Ziele der deutschen Bauwirtschaft zu erreichen und deren Leistung zu steigern.

Das belegen auch die Erkenntnisse, die die Arbeitsgruppe „moderne IT-gestützte Planungsmethoden (BIM)“ innerhalb der Reformkommission in den letzten 12 Monaten aus ihrer Arbeit gewonnen hat. Daraus geht unter anderem hervor, dass vom Auftraggeber über Bauindustrie, Bauhandwerk, planende Berufe bis hin zum Immobilienbetreibern alle profitieren.

Im Wesentlichen geht es dabei um folgende Punkte:

  • Kostensicherheit und Effizienzsteigerung (durch transparentes und vollständiges digitales Informationsmanagement im Planungs- und Bauprozess)
  • Qualitätssteigerung bei der Bauausführung (Fehlervermeidung und Termintreue durch präzise Vorausplanung mit objektorientierten Planungsmethoden)
  • Optimierung ökologischer Kennwerte, CO2 Reduzierung (durch frühzeitigen Datenabgleich in der Planung und transparente Daten in der Bauausführung)
  • Verbesserte Position deutscher Planer, deutscher Bauwirtschaft und Zulieferer auf dem Weltmarkt (durch Markenbildung einer durchgängigen ganzheitlichen Qualität).

5. BRZ-Mittelstandsforum

Unter dem Titel „Building Information Modeling: Das Allheilmittel für die Zukunft des Bauens?“ findet am 21. und 22. November das diesjährige BRZ-Mittelstandsforum in Hamburg statt.

Der erste Tag steht unter dem Titel „Chancen von Building Information Modeling für die gesamte Bauwirtschaft“. Das Thema wird dabei aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln betrachtet. Am zweiten Tag stehen die Vorträge unter dem Motto „Projekte organisieren und managen mit Building Information Modeling“ – Paxisvorträge geben beispielsweise Einblicke in die Umsetzung von BIM.

Die BRZ-Mittelstandforen finden in zweijährlichem Turnus statt und behandeln strategische Fragestellungen rund um das Baumanagement und die moderne Unternehmensführung im Baubetrieb. Mittelständische Bauunternehmer und Entscheidungsträger aus der Bauindustrie haben hier die Gelegenheit, sich an zwei Tagen intensiv zu aktuellen Themen zu informieren und sich mit Branchenkollegen, Referenten und Vertretern aus Praxis und Wissenschaft auszutauschen.

 

Bauhauptgewerbe im Februar 2014

Der gute Jahresstart in der deutschen Bauwirtschaft setzte sich auch im Februar fort: Wie der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie in der neuesten Aus­gabe seines Aktuellen Zahlenbildes mitteilt, lag der baugewerbliche Umsatz im Bauhauptgewerbe im Februar bei 5,5 Milliarden Euro und damit um nominal 26,9 Prozent über dem entsprechenden Vorjahreswert – für die ersten zwei Monate ergibt sich ein Plus von 24,5 Prozent.

Die Auslastung der Bauunternehmen war für die Jahreszeit ausgesprochen gut: Aufgrund der milden Witterung und der nach wie vor hohen Auftragsbestände lag die Geräteauslastung – laut einer Umfrage des ifo Instituts – im Bauhauptgewerbe bei 60 Prozent und damit um acht Prozentpunkte über dem langjährigen Durchschnitt – das war der höchste gesamtdeutsche Februarwert.

Im Vergleich zum Umsatz verliert der Auftragseingang leicht an Dynamik: Die Bauunternehmen meldeten – nach Plus 12,3 Prozent im Januar – im Februar nur noch ein Wachstum von nominal 5,0 Prozent (real: + 3,2 %) (Jan.-Feb.: + 8,4 %, real: + 6,6 %).

Diese Entwicklung ist allerdings ausschließlich auf die Zurückhaltung der Öffentlichen Hand zurückzuführen: Der Auftragseingang im Öffentlichen Bau ging – den zweiten Monat in Folge – im Februar um 2,3 Prozent zurück (Jan.-Feb.: – 3,3 %). Besonders stark betroffen war der Sonstige Tiefbau mit einem Auf­tragseinbruch von 29,3 Prozent. Demgegenüber profitierte die Produktion im Öffent­lichen Bau noch von der guten Auftragslage des vergangenen Jahres: Der Umsatz legte im Februar um 32,6 Prozent zu (Jan.-Feb.: + 32,1 %).

Die gestiegene Investitionsneigung des Verarbeitenden Gewerbes wirkt sich positiv auf den Wirtschaftsbau aus: Die Baubetriebe wiesen für diese Bausparte sowohl beim Auftragseingang als auch beim Umsatz ein Plus aus (Feb.: 3,1 % bzw. 15,7 %, Jan.-Feb.: 13,9 % bzw. 15,7 %).

Am stärksten legte aber der Wohnungsbau zu: Der Auftragseingang stieg um 24,5 Prozent und der Umsatz sogar um 36,2 Prozent (Jan.-Feb.: + 17,4 % bzw. + 29,7 %).

Der Hauptverband warnt allerdings davor, die aktuell gute Umsatzentwicklung überzubewerten. Diese ist auch auf die im Vergleich zum Vorjahr sehr milde Witterung zurückzuführen. Der Winter ist in diesem Jahr komplett ausgefallen, die meisten Bauunternehmen konnten ohne Unterbrechung durcharbeiten: Während in den ersten zwei Monaten des vergangenen Jahres im Durchschnitt noch 65 Prozent der im Rahmen des ifo Konjunkturtests befragten Baufirmen anga­ben, dass die Witterung ihre Bautätigkeit behindere, waren es in diesem Jahr nur knapp 30 Prozent.

C2C: Immobilien als wertvolle Rohstofflager

Die wachsende Rohstoffknappheit beschäftigt Wirtschaftsunternehmen auf der ganzen Welt. Alleine die Baubranche verbraucht in Europa fast 50 Prozent aller Rohstoffe und verursacht nahezu 60 Prozent des Abfallaufkommens. Vor diesem Hintergrund hat Drees & Sommer am 03. April 2014 in Stuttgart das erste Cradle-to-Cradle-(C2C)-Forum – exklusiv für Entscheider der Bau- und Immobilienwirtschaft veranstaltet.

„Cradle to Cradle bedeutet, Produkte zu entwickeln, die nicht nur unschädlich für Mensch und Natur sind, sondern auch eine positive Wirkung erzeugen. Diese sollen in Stoffkreisläufen immer wieder genutzt werden, sodass es keinen unnützen Abfall, sondern nur nützliche Rohstoffe gibt“, erläuterte der C2C-Initator und Inhaber der EPEA Internationale Umweltforschung, Prof. Dr. Michael Braungart, sein Konzept. Es gehe darum, zusammenzuarbeiten und den Kunden als Partner zu verstehen. Nur gemeinsam ließen sich Innovationen schneller auf den Markt bringen.

Ergebnis des Forums war, dass Immobilien wahre Rohstofflager sind, die angesichts der steigenden Rohstoffpreise eine enorme Wertsteigerung erfahren können. „Das Forum hat deutlich gezeigt, dass ein intelligenter Umgang mit Rohstoffen nicht nur ökologisch unabdingbar ist, sondern auch enormes Renditepotenzial mit sich bringt. Die Nachfrage nach gesunden Gebäuden mit hoher Qualität wird in den nächsten Jahren enorm zunehmen“, fasst Peter Tzeschlock, Vorstandsvorsitzender der Drees & Sommer AG, die Ergebnisse zusammen.

Die Referenten des Forums brachten die verschiedensten Facetten aus ihren Erfahrungsbereichen in die Veranstaltung ein. Hier einige Beispiele:

Leasen statt kaufen – auch beim Teppich
Der Teppichfließenhersteller Desso B.V. ist ein Beispiel für die Innovationskraft in den Niederlanden. Der Marktführer stellt komplett recyclefähige Teppiche her, die Feinstaub binden und damit die Luftqualität in Innenräumen verbessern. Nach der Nutzungsdauer nimmt Desso die Teppiche zurück und bereitet sie für den erneuten Einsatz wieder auf. „Wir haben mit der Bank De Lage Landen ein Full-Service-Leasing-Konzept entwickelt. Damit liegen Pflege, Reinigung, Nutzung und Rücknahme in unserer Verantwortung.

Der Nutzer profitiert davon, dass diese Themen nicht inhouse behandelt werden müssen und er kann sich sicher sein, keine Schadstoffe im Teppich zu haben“, erklärt Rob Peters, Managing Director Desso B.V. Niederlande, sein Konzept. Seit 2008 setzt das Unternehmen auf C2C, derzeit produziert Desso rund 80 Prozent seiner Teppiche nach den Vorgaben. Bis zum Jahr 2020 sollen alle Produkte C2C-Kriterien entsprechen.

200 Euro pro Quadratmeter im C2C-Park 20I20 (Delta Development)
Dass C2C funktioniert, hat auch der niederländische Projektentwickler Delta Development mit seinem Park 20I20 bewiesen. Unweit von Amsterdam entsteht derzeit das 80 000 Quadratmeter umfassende C2C-Gewerbegebiet. Neben ökologischen Themen wurde der Business Park durch sein Konzept, das Arbeiten und Wohnen kombiniert und den Fokus auf gesunde Immobilien mit hoher Luftqualität legt, zum Mieter- und Käufermagneten. „Während benachbarte Areale mit der schwierigen Marktsituation kämpfen, konnten wir Preise von 200 Euro pro Quadratmeter erzielen – doppelt so viel wie in den Gebieten nebenan“, zieht Coert Zachariasse, CEO Delta Development Group, eine Zwischenbilanz für den zu 50 Prozent fertiggestellten Park.

Der Niederländer fragt zu Beginn eines Vorhabens potenzielle Lieferanten, wie viel es ihnen wert ist, ihre Rohstoffe nach der Nutzungsdauer zurückzunehmen. Nur wer ein Rücknahmekonzept anbietet, kommt in die nächste Runde. Um die Faktoren der späteren Umsetzung bereits in die Planung zu integrieren, arbeitet Delta Development mit Building Information Modeling.

Fassadensysteme rezyklierbar gestalten
Die Schüco International KG betrachtet C2C als logische Weiterentwicklung des Nachhaltigkeitsgedankens, den das Unternehmen seit langem verfolgt. „Wir versuchen, so viel wie möglich wiederzuverwerten und Stück für Stück unser gesamtes Sortiment zu optimieren“, definiert Dr. Winfrid Heusler, Senior Vice President Schüco International KG, seine Herangehensweise. „Dafür müssen Materialien trennbar sein. Ein gutes Beispiel sind Pfostenriegelfassaden mit leicht lösbaren Schraubverbindungen.“

Oft würden derartige Überlegungen jedoch an der Nachfrage scheitern. So sei die Rücknahme von Aluminium für Schüco durchaus interessant. Bisher reagierten die Investoren zumindest in Deutschland jedoch eher zurückhaltend.

Transparenz im Kupferkreislauf
Recycling gehört zum Kerngeschäft der Aurubis AG. Das Unternehmen produziert unter anderem jährlich über eine Million Kupferkathoden und daraus diverse Kupferprodukte. Das Rohmaterial stammt aus Kupferminen oder aus dem Recycling.

„Werden Hersteller verpflichtet, ihre Endprodukte wieder zurückzunehmen, sorgt dies für Transparenz“, sagt Dr. Sven-Kelana Christiansen,  Executive Director Corporate Development Aurubis AG. Er sieht zudem die Möglichkeit, dass der reine Kupferwert Eigentum des Zulieferers bleibt. Der Produkthersteller berechnet dann nur den Wert für die Verarbeitung des Materials.

Rohstoffe als Wertanlage in Immobilien
„Des Pudels Kern ist die Frage, wie sich der Rohstoffpreis entwickelt“, ist sich Birger Ehrenberg, Inhaber der Sachverständigengesellschaft für Immobilienbewertung ENA Experts GmbH & Co.KG, sicher. Der Immobilienbewerter sieht bei dem Thema eine Analogie zu den Bodenwerten: Diese beeinflussen den Immobilienwert erheblich. „Wir sehen mehr als deutlich, dass die Angebotsknappheit die Nachfrage verstärkt und damit die Preise steigen. Auch bei größer werdender Rohstoffknappheit könnte ein derartiger Effekt die Folge sein.“

Zudem seien große Konzerne aufgrund ihrer eigenen Nachhaltigkeitsphilosophien geneigt, auf C2C zu setzen und damit eine Werterhöhung zu erzielen.

Ästhetik ist Voraussetzung für den Erhalt
Stephan Schütz, Partner gmp Architekten, hat den Blick aufs Ganze. Wenn die gebaute Umwelt qualitätvoll und vor allem auch ästhetisch ist, werde sie nicht abgerissen, sondern erhalten

„Wir versuchen, in jedem Projekt Innovation zu schaffen. Und wir beschäftigen uns zunehmend mit Transformation, mit Re-Use von Gebäuden. Dazu gehört auch die Rezyklierbarkeit von Baustoffen – und von ganzen Gebäuden. Die Voraussetzung ist die gesellschaftliche Relevanz und Akzeptanz sowie die nutzungsfreundliche Flexibilität des jeweiligen Gebäudes“, erklärt der Architekt seine Perspektive auf C2C.

Rohstoffproblematik genauso drängend wie Fachkräftemangel
Dr. Eric Schweitzer ist als Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags und als CEO der Alba Group ganz nah am Recycling-Geschehen. „C2C wird der Branche Auftrieb geben. 1990 wurde das duale System eingeführt, das Volumen an Recycling ist innerhalb von 18 Monaten um das Zehnfache angestiegen. C2C verspricht ähnliche Effekte“, prognostiziert der Experte.

Darüber hinaus haben IHK-Untersuchungen ergeben, dass Rohstoffknappheit neben dem Fachkräftemängel derzeit das Thema ist, das die Unternehmen am meisten beschäftigt.

Deutsche Bauunternehmer erwarten ein umsatzstarkes Jahr

Die deutschen Bauunternehmer erwarten ein umsatzstarkes Jahr 2014. Das zeigt die jüngste Baubarometerbefragung der BauInfoConsult GmbH aus Düsseldorf unter 180 Bauunternehmern. Allerdings gehen die meisten der befragten Firmen nicht davon aus, dass die Konjunkturmotor im ersten Halbjahr 2014 so weiterbrummt wie im Sommer und Herbst 2013. Dennoch ist jeder dritte Bauunternehmer zuversichtlich, dass sie im Gesamtjahr ihren Unternehmensumsatz nochmals deutlich steigern können.

Die Erwartungen an das erste Halbjahr sind stabil: In der telefonischen Befragung, die BauInfoConsult Anfang des ersten Quartals 2014 durchgeführt hat, rechnete mehr als die Hälfte der Bauunternehmer in den ersten sechs Monaten des Jahres mit einem gleich bleibenden Umsatzniveau – egal ob im Vergleich mit dem ersten oder mit dem zweiten Halbjahr 2013.

Jeder fünfte Bauunternehmer geht davon aus im laufenden Halbjahr das Umsatzergebnis des Vorjahreszeitraums übertreffen zu können: Anders als im ersten Halbjahr 2013, in dem die Konjunktur von den bauunfreundlichen Temperaturen bis ins Frühjahr hinein gehemmt wurde, profitieren derzeit viele Betriebe bei saisonunüblich milden Temperaturen von der guten Auftragssituation, insbesondere im Wohnungsbau.

Im zweiten Halbjahr 2013 profitierte die Bauwirtschaft nicht nur vom Aufwärtstrend beim Bruttoinlandsprodukt, sondern auch von den Nachholeffekten durch das Ende der baukonjunkturellen Eiszeit im Vorhalbjahr. Damit ist die jetzige Situation nicht mehr ohne weiteres vergleichbar. Dementsprechend macht sich nur jeder zehnte Bauunternehmer Hoffnungen, dass ihr Unternehmensumsatz bis Mitte 2014 im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2013 weiter durch die Decke geht. Mit 23 Prozent hat ein Viertel der Befragten dagegen Grund zu der Annahme, dass sie verglichen mit dem Vorhalbjahr zum Teil deutliche Umsatzeinbußen hinnehmen müssen.

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Grafik: BauInfoConsult, März 2014

Bezogen auf das Gesamtjahr 2014 äußerten die Bauunternehmer aber fast keine negativen Erwartungen. Zusammen vier von fünf Unternehmen rechnen mit gleich hohen (54 Prozent) oder teilweise deutlich steigenden Umsätzen (31 Prozent) wie im Jahr 2013. Im langjährigen Vergleich sieht man, dass die derzeitige Stimmung zwar positiv, aber nicht euphorisch ist: Der minimale Anteil der negativen Erwartungen rückt das aktuelle Ergebnis zwar meilenweit ab von den Barometerwerten aus den von der Krise gezeichneten Jahren 2009 und 2010, doch verglichen mit der Stimmung im Hochbau-Bauboomjahr 2011 ist der derzeitige Optimismus moderat.

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Grafik: BauInfoConsult, März 2014

Entwicklung eines Standards für Gebäude und Quartiere

Der Verein ist bereits gegründet und die Ziele definiert. Nur auf der Internetseite sind noch keine Inhalte hinterlegt. Die werden aber bestimmt bald folgen…

Doch um was geht es?
Auf Initiative der Professoren Dr. Norbert Fisch (Institut für Gebäude- und Solartechnik an der Technischen Universität Braunschweig), Dr.-Ing. Gerd Hauser (Lehrstuhl für Bauphysik an den Technischen Universität München), Dipl.-Ing. M. Sc. Econ. Manfred Hegger (Entwerfen und Energieeeffizientes Bauen am Fachbereich Architektur der Technischen Universität Braunschweig) und Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h. Dr. h.c. Werner Sobek (Institut für Leichtbau Entwerfen und Konstruieren an der Universität Stuttgart) hat sich der Verein AktivhausPlus e.V. gegründet.

Im Fokus soll dabei die Entwicklung eines Standards für Gebäude und Quartiere in der Bau- und Immobilienwirtschaft stehen. Das Kompetenznetzwerk soll Energieeffizienz und verbrauchernahe Erzeugung von erneuerbaren Energien mit Nutzwert, Wohnqualität und Wirtschaftlichkeit über den gesamten Lebenszyklus kombinieren. In erster Linie stehen Nutzer und das Ziel, einen Standard zu entwickeln, der höchsten Ansprüchen an zeitgemäße, komfortable Gebäude und Quartiere gerecht wird, im Mittelpunkt.

(via Fraunhofer Institut für Bauphysik IBP)

Zukunft Bau Kongress 2014: Innovation und Baukultur

Am 13. und 14. Mai 2014 findet in Bonn der Zukunft Bau-Kongress 2014 zum Thema „Innovation und Baukultur“ statt. Alle zwei Jahre lädt das Bundesbauministerium, nunmehr Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB), gemeinsam mit dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) zu diesem Forschungskongress ein. Er richtet sich an Fachexpertinnen und Fachexperten aus der Bauforschung, Bau- und Immobilienwirtschaft sowie Politik.

Anlässlich der Neubildung der Bundesregierung widmet sich der diesjährige Kongress insbesondere der Frage, welche Perspektiven das Bauen und die Bauforschung in der nächsten Legislaturperiode bestimmen werden:

  • Wie zukunftsfähig ist das Bauen?
  • Wie können die Anforderungen der Energiewende, der Baukultur und innovativer Technologien besser verbunden werden?
  • Befördert eine ganzheitliche Planungskultur mehr Innovation und Baukultur?

Diese Fragen greift die Forschungsinitiative Zukunft Bau für einen Dialog zwischen Bauforschung und Bau- und Immobilienwirtschaft auf. Beleuchtet werden Positionen zur Bauforschung wie auch das Thema Innovation aus den Perspektiven Energie, Baukonstruktion und Wohnen. In das abwechslungsreiche Programm sind 22 hochkarätige Referentinnen, Referenten und Moderatoren eingebunden.

Details: Zukunft Bau Kongress 2014 „Innovation und Baukultur“
Termin: 13. – 14. Mai 2014Ort: Bonn, Altes Wasserwerk
Zielgruppe: Fachleute, Expertinnen und Experten aus der Bauforschung, Bau- und Immobilienwirtschaft sowie Politik
Teilnahmegebühr: keine
Anmeldung: Zur Teilnahme am Kongress ist eine verbindliche Anmeldung erforderlich. Die Anmeldung ist ab dem 18.02.2014 möglich. Die Anmeldungen werden wegen der begrenzten Teilnehmerzahl nach der Reihenfolge ihres Eingangs berücksichtigt.
Infos: www.forschungsinitiative.de/veranstaltungen_3.jsp

Bau- und Immobilienbranche fordert starke personelle Verankerung im Ministerium

Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) und der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) sprachen sich letzte Woche in einer gemeinsamen Mitteilung dafür aus, einen beamteten Staatssekretär für Bau- und Immobilienthemen in das Umweltministerium zu berufen.

Die Präsidenten der beiden Verbände betonten, dass im Verlauf der Legislaturperiode wichtige Aufgaben anstünden, wobei dass Bauen und Wohnen nicht allein auf Umweltthemen reduziert werden solle und dürfe. Zudem seien mit der im Koalitionsvertrag angekündigten Einführung einer Mietpreisbremse und der Beschränkung der Modernisierungsumlage Gesetzesvorhaben geplant, die die Bau- und Immobilienwirtschaft empfindlich treffen würden.

Dr. Barbara Hendricks, Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit Copyright-Hinweis: Bundesregierung/ Sandra Steins

Dr. Barbara Hendricks, Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit
Copyright-Hinweis: Bundesregierung/ Sandra Steins

Vor diesen Hintergründen, die enorme Auswirkungen auf den Wohnungsbau haben könnten, sei es essentiell, das Thema Bau im neuen Ministerium auch personell stark zu verankern. Der neue beamtete Staatssekretär solle möglichst bald das Gespräch mit der Branche zu den genannten Themen aufnehmen.

Die Mietpreisbremse birge die Gefahr, so HDB und ZIA, dass Investoren in Zukunft den deutschen Mietwohnungsmarkt meiden. Das könnte sich negativ auf den Neubau und damit auch auf die angespannte Lage auf den Wohnungsmärkten einiger Großstädte auswirken.

Und durch die Reduzierung der Modernisierungsumlage würden die Bauwirtschaft und das Handwerk aufgrund einer daraus folgenden zurückgehenden Investitionsneigung leiden. Aus Sicht der Bau- und Immobilienwirtschaft solle weiterhin gelten: Wer seine Wohnungsbestände umfassend ertüchtigt, muss auch dauerhaft von der damit verbundenen Wertsteigerung profitieren können.