Masterstudiengang „Baurecht im Lebensszyklus von Bauwerken“

Gemeinsam mit der BWI Bau GmbH – Institut für Bauwirtschaft hat die FH Münster den berufsbegleitenden Masterstudiengang „Baurecht im Lebenszyklus von Bauwerken“ entwickelt. Die wissenschaftliche Leitung übernimmt die Hochschule, die Lehre erfolgt durch beide Partner.

Schon zum kommenden Sommersemester geht der Studiengang an den Start. Er richtet sich an Bauingenieure, Architekten, Fachingenieure, Wirtschaftswissenschaftler sowie Juristen. Nach bestandener Masterprüfung verleiht die Hochschule den „Master of Laws“.

„Normen, Ordnungen, Verträge – rechtliche Fragen rund ums Bauen werden immer komplizierter“, sagt Prof. Dr. Richard Dellen von der Fachhochschule Münster. Es gebe zwar genug gesetzliche Vorgaben und Richtlinien, aber jedes Bauobjekt sei ein Unikat, jede Abweichung von der Regel habe Konsequenzen.

Daher sollen in dem Studiengang die spezifischen rechtliche Besonderheiten wie das Planungsrecht, die Projektentwicklung, die Problematik des Nachtragsmanagements und die Nachhaltigkeit hinsichtlich dem Planen, Bauen und Betreiben von Bauwerken vermittelt werden.

Die Studienzeit ist auf vier Semester ausgerichtet, die Studienkosten belaufen sich für jedes Semester auf 3.000 Euro.

 

„Arbeiten am Kontoauszug für die Immobilie“

Wir stehen schon seit längerer Zeit mit der Wiener REALCUBE GmbH in Kontakt, finden deren Konzept sehr spannend, bei dem Daten von Immobilien konkreten Adressen zugeordnet werden, die in den Kartendienst Google Maps integriert werden. Seit einigen Wochen ist Realcube nun online. Daher fragten wir bei Geschäftsführer Antun Kovac nach, ob er uns nicht einige Fragen zu der Geschäftsidee beantwortet. Hier sind seine Antworten.

Antun Kovac, Geschäftsführer der Realcube GmbH aus Wien, Österreich / Foto: Realcube

Antun Kovac, Geschäftsführer der REALCUBE GmbH aus Wien, Österreich / Foto: Realcube

CHRISTOPH BERGER Herr Kovac, was drückt der Name „Realcube“ aus, was steckt hinter der Idee und wie sieht Ihr Geschäftsmodell aus?
ANTUN KOVAC Wir schaffen eine Heimat für die wichtigsten Immobiliendaten. Und das für jede beliebige Adresse. Sämtliche Daten zu einer Immobilie lassen sich bei uns vereinen, mit allen Ansichten und unabhängig davon, mit welchem Software-System die Daten erzeugt wurden. Außerdem lässt sich bei uns eine Chronologie aller existierenden Daten darstellen.

BERGER Seit wann arbeiten Sie an dem Projekt?
KOVAC Wir arbeiten seit Jahren an dem Konzept. Die zündende Idee wurde dann im Frühjahr 2013 geboren. Dabei waren die Erfahrungen aus der Planung, Bauherrenvertretung und dem Software-Umfeld sehr hilfreich, um die relevanten Sichten einfach und strukturiert abzubilden.

BERGER Für wen ist Realcube gedacht, wer hat etwas davon?
KOVAC Die Geschäftsführung von Immobilienunternehmen reduziert ihre Risiken und gibt ihren verantwortlichen Asset Managern mit Realcube ein vernünftiges Werkzeug in die Hand, ganz nach dem Motto: Einfach, strukturiert, verfügbar. Die Lösung ist etwas für sämtliche Akteure, die Immobilien verwalten und betreiben. Dazu gehören auch Städte, Kommunen, Retailer, Immobiliendienstleister, etc.

BERGER Welche Daten werden bei Realcube hinterlegt?
KOVAC Alle zentralen Eigentümerdokumente und die dazugehörigen, strukturierten Daten. Dazu gehören das Technische Immobilien-Management, das Finanzielle Immobilien-Management, Standort-Analysen sowie das Baurecht.

BERGER Wer hat Zugang zu den Daten?
KOVAC Eigentümer, Dienstleister und Käufer – der Zugriff kann nach Bedarf gesteuert werden. Der Eigentümer hat die Vergabe von Zugangsrechten in der Hand.

BERGER Und wer erhebt die Daten?
KOVAC Die Eigentümer selbst oder ihre Dienstleister. Realcube hilft dabei, die Aufwände zu minimieren.

BERGER Wo werden die Daten gespeichert?
KOVAC Wir haben dafür einen Dienstleister mit einem zertifizierten Rechenzentrum in Deutschland.

BERGER Die Daten der Immobilien sind mit Googles Kartendienst Google Maps verknüpft. Was ist der Vorteil an dieser Verbindung?
KOVAC Heutzutage bedient sich jeder diverser Kartensysteme im täglichen Ablauf. Auf diesem Weg sollen auch unsere Eigentümer spielend und schnell finden, was sie suchen. Und zwar anhand der Immobilienadresse.

BERGER Der TÜV Süd bietet seit einiger Zeit einen Objektbrief für Immobilien an. Inwiefern unterscheiden Sie sich mit ihrem Angebot davon?
KOVAC Der TÜV Süd Objektbrief für technische Anlagen (TGA) ergänzet sich mit Realcube. Dabei erfasst und bewertet der TÜV Süd technische Anlagen, bietet zusätzliche Mehrwertleistungen und stellt seinen Kunden die TGA-Daten im marktkompatiblen Format CAFM Connect 2.0 zur Verfügung. So lassen sich auch die durch den TÜV Süd erfassten TGA-Daten in Realcube einfach und strukturiert verwalten. Somit verleihen wir unter anderem auch diesen Immobiliendaten Beine.

BERGER Überall scheint es derzeit darum zu gehen, die zur Verfügung stehenden Daten in den Griff zu bekommen. Welche Herausforderungen gibt es bei den Immobiliendaten?
KOVAC Immobilien sind Sachwerte mit leider sehr oft mangelhafter Dokumentation. Realcube arbeitet am Kontoauszug für die Immobilie. Unserer Meinung nach sollte dieser nicht nur für das Sparkonto selbstverständlich sein.

BERGER Eigentlich geht man doch davon aus, dass die Daten, die sie abspeichern, auch bei den Betreibern und/oder Besitzern vorhanden sind, oder nicht?
KOVAC Erstaunlicherweise kennen viele Betreiber weder ihre Betreiberpflichten in der Gesamtheit, noch den Zustand ihrer Gebäudetechnik oder den Stand der letzten Baugenehmigung mit den darin enthaltenen Auflagen. In anderen Themenbereichen wie zum Beispiel dem Mietmanagement sieht es ähnlich aus. Insbesondere beim Leerstands-Management, den Miet-Restlaufzeiten oder dem Cash-Flow auf Gebäude/Liegenschafts-Ebene fehlt sehr häufig der oft gewünschte „Bierdeckel-Report“, der das Steuern rechtzeitig und zielführend unterstützt. Hier helfen wir gerne, Licht ins Dunkel zu bringen, zum Nutzen der Immobilien, ihrer Benutzer und Eigentümer sowie zu guter Letzt dem Bankauszug, der es dann auch noch auf der Guthabenseite positiver aussehen lässt.

BERGER Herr Kovac, vielen Dank für das Gespräch!

Demonstration einer Schlichtungsverhandlung am Bau

Wer sich mal anschauen möchte, wie die Struktur einer Schlichtungsverhandlung aussieht – die Schlichtungs- und Schiedsordnung für Baustreitigkeiten (SOBau), kann sich die 5-teilige Videoreihe der ARGE Baurecht mal ansehen: http://www.youtube.com/watch?v=9mE_YJ37AfI (Teil 1)

(via Arbeitsgemeinschaft für Bau und Immobilienrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV) e.V.)