M.Sc. Real Estate Management an der ISM

Ab dem Wintersemester 2016/2017 bietet die International School of Management (ISM) in München den Studiengang M.Sc. Real Estate Management an. Das im Bereich Immobilienwirtschaft angesiedelte Studienangebot wurde in Kooperation mit Ernst & Young Real Estate erarbeitet. Es soll internationales Managementwissen mit Kenntnissen aus der Immobilienbranche verknüpfen.

Das Angebot ist eine Reaktion auf den Umstand, dass die gesamtwirtschaftliche Bedeutung des Immobiliensektors den Bedarf an einer interdisziplinären und akademischen Ausbildung verstärkt hat. So wird Fachwissen in den Disziplinen Immobilienentwicklung und -bewertung, Immobilienrecht, immobilienspezifische Investments & Finanzierungen, Merger & Acquisition, Vermarktung sowie Property-, Facility- und Asset-Management vermittelt. Bestandteile des Studiums sind außerdem Grundlagenwissen der Bauwirtschaft und der Architektur. In der Lehre kommen Experten aus Wissenschaft und Praxis zum Einsatz.

Praxisbezug wird unter anderem durch die integrierten Fallstudien anhand realer Immobilienprojekte hergestellt – wobei die wissenschaftlichen Aspekte in der Immobilienwirtschaft nicht vernachlässigt werden sollen. Mit der Konzeption als Master of Science und der Anbindung an die neu geschaffene Forschungseinrichtung „Institute for Real Estate & Location Research“ in München kommt dieser Aspekt zum Ausdruck. Neben Praxisprojekten sind außerdem auch eine zwölfwöchige Praxisphase und ein Auslandssemester in das Studium integriert

Absolventen des Studiengangs steht ein vielfältiges Spektrum an Berufsmöglichkeiten offen: zum Beispiel als Asset oder Property Manager Real Estate, Immobilien-Projektentwickler, Consultant Real Estate, M&A Real Estate Expert oder im Bereich Transaction Advisory Services.

Bilfinger plant Übernahme von GVA

Wie der Engineering- und Servicekonzern Bilfinger gestern mitteilte, steht das Mannheimer Unternehmen kurz vor der Übernahme der GVA Grimley Holding mit Sitz in London. Den knapp 300 Anteilseignern sei ein Übernahmeangebot gemacht worden. Bilfinger sieht in der Akquisition einen bedeutenden Schritt zum Ausbau seines Segments Building and Facility in Großbritannien.

Die Frist für die Annahme beträgt vier Wochen, über die angebotenen Konditionen haben die Beteiligten Stillschweigen vereinbart. GVA ist Marktführer für immobilienwirtschaftliche Beratungsleistungen in Großbritannien, beschäftigt  1 500 Mitarbeiter und plant im laufenden Jahr eine Leistung von rund 190 Millionen Euro.

Dr. Jochen Keysberg, Vorstandsmitglied von Bilfinger, sagt zu den Ambitionen: „Wir wollen im Immobilienservicegeschäft auf dem wichtigen britischen Markt weiter wachsen. Damit treiben wir die Internationalisierung der Aktivitäten im Geschäftsfeld Building and Facility zielgerichtet voran.“

Da Großbritannien der größte europäische Markt für Immobilieninvestitionen sei, könne Billfinger mit dem geplanten Erwerb von GVA sein Angebotsspektrum dort um anspruchsvolle immobilienwirtschaftliche Beratungs- und Managementleistungen für Investoren, Unternehmen und die öffentliche Hand ergänzen. Ein Großteil der Geschäftstätigkeit von GVA liege in der Metropole London, darüber hinaus sei das Unternehmen in Großbritannien mit einem landesweiten Niederlassungsnetz vertreten.

Nach der geplanten Übernahme soll GVA innerhalb des Bilfinger Konzerns mit der auf Asset- und Property-Management spezialisierten Bilfinger Real Estate zusammengeführt werden. Dadurch solle das Leistungsvolumen dieser Division von derzeit rund 160 Millionen Euro mehr als verdoppelt werden.

Der Fachkräfteengpass und das Image der Immobilienbranche

Mit „Gestalte unsere Zukunft – Mach Karriere mit Immobilien“ hat der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) eine Internetseite ins Netz gestellt, auf der sich Interessierte über die vielfältigen Berufsmöglichkeiten der Branche informieren können.

Unter dem Menüpunkt „Deine Chance“ werden eine ganze Reihe von Berufen vorgestellt, die mit der Branche zu tun haben. Dort werden die Aufgaben und das jeweilige Tätigkeitsfeld beschrieben und die dafür notwendigen Voraussetzungen kurz und schnell erfassbar aufgelistet.

Unter „Profis berichten“ beschreiben erfahrene Experten ihren Karriereweg und den Reiz, den die Branche auf sie ausübt. Und unter „Hier geht’s lang“ finden Interessierte Unternehmen entlang des Immobilien Lebenszyklus‘. Zielgruppe des Angebots ist ganz klar die Generation Y und Z.

Das Webportal als Ausgangsbasis nutzend, fragte ich bei Markus Amon an, ob er mir nicht einige Fragen zur Situation in der Branche beantworten kann. Markus Amon ist Geschäftsführer der IREBS Immobilienakademie und Mitglied im ZIA-Ausschuss Bildung und Forschung. Gerne sagte er zu – hier sind seine Antworten:

Markus Amon / Bild: IREB/Hans-Jürgen Heyer

Markus Amon / Bild: IREB/Hans-Jürgen Heyer

CHRISTOPH BERGER Herr Amon, hat die Immobilienwirtschaft einen Nachwuchs- beziehungsweise Fachkräfteengpass?
MARKUS AMON Ja, die Immobilienbranche hat einen Nachwuchs- und Fachkräfteengpass ebenso wie nahezu jede andere Branche in Deutschland auch. Allerdings wird das Problem durch das Image der Immobilienbranche verschärft. Andere Branchen werden von jungen Menschen immer noch als attraktiver wahrgenommen.

BERGER Ist das mit Zahlen belegbar?
AMON Belastbare Zahlen zu bekommen ist beinahe unmöglich, daher: Nein.

BERGER In welchen Sparten hat die Branche Probleme, Fachkräfte zu finden?
AMON Der Fachkräftemangel ist besonders ausgeprägt in den Bereichen, in denen technisches Know-how notwendig ist, wie zumBeispiel das technische Asset Management.

BERGER Und welche Qualifikationen werden für diese Bereiche benötigt?
AMON Hier werden technische Qualifikationen  – insbesondere von Bauingenieuren, Gebäudetechnikingenieuren sowie Wirtschaftsingenieuren – benötigt, die im Idealfall durch immobilienökonomisches Know-how ergänzt sind.

BERGER Wie ist es um das Image der Immobilienbranche bestellt?
AMON Leider immer noch schlecht. Solange in jedem dritten Tatort der Verdächtige Immobilienmakler oder Baulöwe ist, solange Sendungen wie „Mieten, kaufen, wohnen“ die Vorurteile gegenüber der Immobilienbranche bestätigen und solange keine anspruchsvollen Mindestqualifizierungsstandards geschaffen sind, wird die Immobilienbranche mit ihrem schlechten Image kämpfen müssen. Anlageskandale und Firmenpleiten tun ihr Übriges und tragen zum schiefen Bild der Branche bei.

BERGER Was unternehmen Sie, um dieses zu steigern?
AMON Der Ausschuss für Bildung und Forschung des ZIA hat es sich zur Aufgabe gemacht, zumindest gegenüber jungen Menschen, hier Aufklärungsarbeit zu betreiben. Wir informieren junge Menschen darüber, dass die Immobilienbranche eine der größten Branchen unserer Volkswirtschaft ist, dass die Immobilienbranche nicht nur ein Berufsbild bietet, sondern eine Vielzahl attraktiver und auch gut bezahlter Jobs bei seriösen Unternehmen.

BERGER Welche Anstrengungen unternehmen die Firmen, um sich für Einsteiger attraktiv zu machen – zum Beispiel auch im Hinblick auf die gewünschte Work-Life-Balance?
AMON Im Prinzip die gleichen wie alle anderen Unternehmen auch. Dazu zählen Programme zum Gesundheitsmanagement, Teilzeitarbeit,  Angebote zur Kinderbetreuung oder die Möglichkeit von Zuhause zu arbeiten.

BERGER Und welche Aufstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten bieten sich Einsteigern?
AMON Die Immobilienbranche bietet eine Fülle interessanter Karrierewege. Hier ist letztendlich für jeden etwas zu finden. Ob als international tätiger Immobilienbewerter oder als Immobilienverwalter in Süd-Oldenburg, ob als kreativer Projektentwickler in Dubai oder als Immobilienfinanzierer in Frankfurt. Die Frage ist nicht, was die Branche zu bieten hat, sondern welche Chancen zu ergreifen der Einsteiger bereit ist.

BERGER Sie haben die Internetseite „Gestalte unsere Zukunft“ ins Netz gestellt. Welche Informationen können Interessierte dort finden?
AMON Junge Menschen finden dort alle Informationen über die Immobilienbranche, um im ersten Blick beurteilen zu können, ob diese Branche für ihren weiteren Berufs- und Lebensweg interessant ist. Das Beste daran ist: Sie finden alle Informationen in ihrer Sprache, das heißt in einer Formulierung, die junge Menschen anspricht.

BERGER Ganz persönlich: Was macht für Sie die Arbeit in der Immobilienbranche so reizvoll?
AMON Eigentlich bin ich gar nicht in der Immobilienbranche. Ich bin Bildungsmanager, allerdings mit Fokus auf das Thema „Immobilie“. Die Immobilienbranche ist für mich deshalb reizvoll, weil ich so viele unterschiedliche Menschen und vor allem auch Typen kennenlerne und aus allen Gesprächen etwas für mich selbst mitnehmen kann.

BERGER Herr Amon, vielen Dank für das Gespräch!

Screenshot der Startseite von "Gestalte unsere Zukunft - Mach Karriere mit Immobilien"

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