Flexible Arbeitsplätze

Am eBay-Standort in Dreilinden bei Berlin muss ein Arbeitsplatz bis zu 1.400 Mal im Jahr verlegt werden. Das erklärte Jens Schlüter,  Europa-Chef des Facility Managements (FM) bei dem internationalen Konzern, in einem Vortrag vor Studierenden der FH Münster. Zu dem hatte der Fachbereich Oecotrophologie – Facility Management eingeladen.

Schlüter sagte daher bezüglich der Arbeitsplätze auch: „Flexibel müssen sie sein.“ Dies liege daran, dass ständig neue Segmente am Markt etabliert würden, dafür neue Mitarbeiter eingestellt oder Teams umorganisiert werden müssten.

Er sagte auch, dass diese Flexibilität insbesondere den Mitarbeitern zugute komme: Über den ganzen Tag verteilt könnten sie ihren Ort der Arbeit frei wählen. „Wir haben unterschiedliche Arbeitswelten auf einer Großraumfläche vereint“, erläuterte Schlüter. Einige würden an das heimische Wohnzimmer erinnern.

Prof. Dr. Torben Bernhold, Initiator des Impulsgesprächs, sagte: „Arbeit wird in Zukunft mobiler und integrierter, das hat der Vortrag sehr anschaulich gezeigt. Sie entkoppelt sich zunehmend vom physischen Arbeitsplatz, wie wir ihn bisher kannten.“

Megatrends bewegen die Immobilienmärkte

Über Megatrends in der Immobilienwirtschaft hatte ich mich Anfang des Jahres schon einmal mit Marion Peyinghaus und Regina Zeitner vom Competence Center Process Management Real Estate (CC PMRE) unterhalten. Jetzt hat auch die Deutsche Hypo dazu eine aktuelle Studie veröffentlicht – auch sie untersuchte die Auswirkungen der Megatrends aus die Immobilienmärkte in Deutschland. Beleuchtet wurden die Megatrends Demografische Entwicklung, Technischer Fortschritt und Wertewandel.

Ein Ergebnis der Deutschen Hypothekenbank ist, dass die strikte Trennung zwischen Arbeitswelt und Privatsphäre der Vergangenheit angehört.  Zudem wirkt sich auch die zunehmende gesellschaftliche Individualisierung deutlich aus: Einerseits werden Ein- und Zwei-Personen-Haushalte im Jahr 2030 einen Anteil von rund 80 Prozent ausmachen.

Andererseits rücken in der Arbeitswelt flache Hierarchien und Projektarbeit stärker in den Fokus und erfordern eine Modernisierung der Arbeitsprozesse und damit der Bürotypen. An die Seite klassischer Zellen- beziehungsweise Großraumbüros treten zukünftig auch andere Ausprägungen, wie zum Beispiel Business Clubs, die viele Arbeitsorte mit je nach Tätigkeit unterschiedlichen Eigenschaften bereithalten.

Trotz der demografischen Entwicklung wird mit weiterem Wachstum für die Büromärkte an den deutschen Top-Standorten gerechnet. Hintergrund sind die Verlängerung der Lebensarbeitszeit und die Erhöhung des Flächenbedarfs je Bürobeschäftigten.

Die Entwicklung an peripheren Bürostandorten wird dagegen kritischer gesehen. Ähnlich ist es bei den Wohnungsmärkten: Auch hier sind die Aussichten vor allem für Metropolen und Großstädte positiv, da diese der zunehmend älteren Bevölkerung die beste Infrastruktur bieten.

Auch hinsichtlich der Ausstattung von Wohnungen und der Gestaltung von Einzelhandelsimmobilien sollten sich Investoren stärker an den Bedürfnissen älterer Menschen orientieren, heißt es in der Studie.

Auf den Seiten der Deutschen Hypo steht die vollständige Studie zum Download bereit.