Zertifizierungskurs „BIM Professional“

Die Ruhr-Universität Bochum bietet in Zusammenarbeit mit Hochtief ViCon ab dem Sommersemester 2016 – Start ist bereits am 21. April 2016 – einen Zertifizierungskurs „BIM Professional“ als standardisierte Ausbildung zum BIM-Experten an. In sechs thematisch strukturierten Modulen lernen die Teilnehmer in den Bereichen Technologie, Prozesse, Menschen und Richtlinien, wie mithilfe praxiserprobter Methoden und Werkzeuge Projekte mit BIM effizienter gestaltet werden können.

Die BIM-Schulung richtet sich an:

  • Ingenieure und Architekten aus allen Leistungsphasen
  • Führungskräfte und Projektleiter
  • zukünftige BIM-Koordinatoren

Kursteilnehmer haben so die Möglichkeit, sich berufsbegleitend und ganzheitlich mit dem Themenkomplex BIM auseinanderzusetzen. Der Kurs endet nach erfolgreicher Teilnahme mit dem Abschlusszertifikat „BIM Professional“. Das Zertifikat wird von der Gesellschaft Planen Bauen 4.0 anerkannt.

Faire Bedingungen für stationären Handel!

Von Christine Hager, Geschäftsführerin der redos retail GmbH

Angenommen, ein Dorf hat zwei Buchhandlungen. Während Buchhändler A eine Sondergenehmigung hat, jeden Tag rund um die Uhr geöffnet zu haben, darf Buchhändler B nur von Montag bis Freitag von neun bis 18 Uhr öffnen. Ungerecht? Wie Buchhändler B geht es aktuell dem stationären Handel, der sehr viel schlechtere Rahmenbedingungen vorfindet als Buchhändler A alias Online-Handel.

Nachteile des Einzelhandels gegenüber dem Online-Handel

Dies zeigt sich bereits beim Start eines stationären Geschäfts. So ist eine Fülle von Vorschriften einzuhalten. Es beginnt mit Genehmigungsverfahren bei der Eröffnung, feuerpolizeilichen Auflagen, Arbeitsstättenverordnungen, baulichen Vorschriften, Parkplatznachweisen und vielem mehr. Für den Online-Shop sind die Bedingungen völlig anders: Ohne Auflagen und umfangreiche Zusatzkosten kann er sofort eröffnet und dann auch 24 Stunden an sieben Tagen betrieben werden.

Orte des stationären Einzelhandels wie zum Beispiel Shopping-Center stehen seit einigen Jahren in wachsender unmittelbarer Konkurrenz zum Online-Shopping, das deutlich bessere Wettbewerbsbedingungen hat. Schließlich kann der Online-Handel Logistikzentren auf der „Grünen Wiese“ nutzen, bei denen es auf über 100.000 Quadratmetern Lagerfläche keinerlei Sortimentsbeschränkungen gibt und auch keine Mitarbeiter für die Fachberatung nach Einzelhandelstarifen entlohnt werden müssen.

Aufgrund der ungleichen Rahmenbedingungen ist es kein Wunder, dass der Umsatz im stationären Einzelhandel dieses Jahr wohl um etwa einen Prozent auf 403,9 Milliarden Euro zurückgehen wird, während sich der Online-Handel über Wachstumsprognosen von zwölf Prozent auf 43,6 Milliarden Euro freuen darf.

Angleichung der Rahmenbedingungen zwischen stationärem und Online-Handel

Fakt ist: Die zunehmende Digitalisierung wird den Strukturwandel im Handel vorantreiben. Zwischen den Vertriebskanälen Online, Offline und Multichannel muss daher insbesondere die Forderung nach fairen Wettbewerbsbedingungen intensiv diskutiert werden. Die Schaffung von gesetzlichen Rahmenbedingungen zur Steuerung der Marktmechanismen ist daher ein anhaltendes Branchenthema. So sind beispielsweise die strengen Regelungen zu den Ladenöffnungszeiten in Deutschland ein klares Hemmnis für den stationären Handel. Ich bin der Meinung, dass die Branche für fairere Bedingungen kämpfen muss.

Effizientes Zeitmanagement am Bau

Ein Gastbeitrag von Verena Mikeleit

Wie moderne, webbasierte Technologie im privaten Sektor Komfort bringt und in vielen Situationen intelligente Hilfestellung leistet, zeigen Modelle wie die Packstationen des Paketdienstes DHL oder das CAR2GO-Konzept des Autovermieters Europcar. Keine Zeit während der regulären Öffnungszeiten der örtlichen Postfiliale? Auf Sightseeing-Tour in einer Großstadt ohne eigenes Auto und keine Lust auf öffentliche Verkehrsmittel und lange Schlangen vor der Autovermietung? Immer mehr Bürgerinnen und Bürger nutzen die intelligenten Bestell- und Mietkonzepte und schätzen die Vorteile.

Auch der Konzeptanbieter 2G Konzept aus Kirchheim an der Weinstraße verfolgt diese Idee – allerdings für das Handwerk. Er vermarktet Service-Stationen, mit denen Profiwerkzeuge inklusive Zubehör sowie Verbrauchsmaterialien gekauft und gemietet werden können. Die Basis der Lösung, die in Zusammenarbeit mit den Hochschulen in Darmstadt, Dresden und in Wuppertal konzipiert und realisiert wurde, bilden die aus der Telekommunikation bekannte UMTS- sowie die in der Logistik erprobte RFID-Technologie.

Fokus auf die Bauleistung statt organisieren und verwalten

24 Stunden täglich an insgesamt 365 Tagen im Jahr. /Quelle: 2G Konzept

24 Stunden täglich an insgesamt 365 Tagen im Jahr. /Quelle: 2G Konzept

Im Handwerk kommt es nicht selten vor, dass Maschinen gerade dann ausfallen, wenn sie dringend zum Abschluss einer Aufgabe benötigt werden. Speziell bei kleineren Betrieben fehlt oft Ersatz. Genauso können Zubehörteile beschädigt werden oder entscheidende Verbrauchsmaterialien sind in dem Moment, in dem sie eingebaut werden sollen, nicht in benötigter Menge vorhanden.

Die Folge: Die Arbeiten müssen unterbrochen werden und es gilt, schnellstmöglich Geräte und Material zu beschaffen. Ein Organisations-Rattenschwanz, der Zeit und damit Geld kostet – für Handwerksbetriebe und Kunden gleichermaßen. Nach Angaben des Fraunhofer-Instituts kommt Stand heute nur rund 35 Prozent der eigentlichen Arbeitszeit der auszuführenden Bauleistung zugute. Den Rest schlucken Organisation, Verwaltung und Co.

24 Stunden geöffnet an 365 Tagen im Jahr

Um hier Abhilfe zu schaffen, möchten die Pfälzer die neuen Service-Stationen in verschiedenen Gewerbegebieten innerhalb der Bundesrepublik platzieren. Kleine und mittelständische Betriebe sowie Privatpersonen können in diesen Containern Profiwerkzeuge für ihre Aufgaben mieten, Zubehör dafür erwerben – etwa Trennscheiben, Bohrer oder Meißel – sowie weitere Materialien bestellen und kaufen. Der Vorteil im Gegensatz zum Baumarkt: Wie bei den DHL-Packstationen sind sie nicht an die Öffnungszeiten des Geschäftes gebunden. Die Service-Station steht 24 Stunden täglich an insgesamt 365 Tagen im Jahr zur Verfügung.

Eine Ampelschaltung zeigt die Verfügbarkeit in Echtzeit an. Aus einem vorab definierten Katalog können die Nutzer zusätzliche Verbrauchsmaterialien in den Container bestellen. Die Lieferung erfolgt in der Regel innerhalb von 24 Stunden. Die Materialorder funktioniert ebenso in der Service-Station vor Ort. Beim Hinterlegen der Kontaktdaten erfolgt eine Benachrichtigung per SMS, sobald die Baustoffe vorrätig sind. Auch dies ist eine bekannte Vorgehensweise aus der Logistikbranche.

Damit Zubehörteile permanent zur Verfügung stehen, informiert die Stations-Software die Lieferanten, wann immer Teile verkauft wurden und entsprechend nachgefüllt werden muss.

Einfaches Bezahlsystem und Dokumentation

Und wie funktioniert die Bezahlung? „Dank der intelligenten IT im Hintergrund einfach und komplett nachvollziehbar“, erklärt Geschäftsführer und Gründer Reiner Gradwohl. In der Regel können Nutzer mit EC- oder Kreditkarte Geräte mieten sowie Zubehör und Verbrauchsmaterialien erwerben.

Sofern gewünscht, können Betriebe ihre Mitarbeiter oder Projektpartner auch mit speziellen Kundenkarten für die Service-Station ausstatten, worüber eine Bezahlung möglich ist. Die RFID-Technologie dokumentiert exakt, wie lange eine Maschine oder ein Gerät im Einsatz war und rechnet stundengenau ab.

Wird ein Gerät vermietet, hinterlegt der Besteller eine Kaution, die ihm bei Rückgabe abzüglich der Miete auf sein Konto zurückgebucht wird. Eine Quittung dokumentiert sämtliche Mieten und Einkäufe für die Buchhaltung. Ebenso vorteilhaft: Maschinen und Geräte müssen nicht zwingend an derjenigen Station zurückgegeben werden, an der sie ursprünglich gemietet wurden. Praktisch, wenn ein Unternehmen ein Gerät beispielsweise für mehrere Projekte an unterschiedlichen Standorten benötigt.

Auch das Thema Arbeitssicherheit ist durchgängig integriert: Die webbasierte Stations-Lösung beinhaltet nicht zuletzt die Termine für die für jedes Unternehmen vorgeschriebenen BGV-A3-Prüfungen aller Maschinen. Steht ein Prüftermin für ein Gerät an, so kann dieses bis zum Abschluss der Prüfung nicht mehr vermietet werden.

Integrierte Unternehmenslösung

Die Stations-Systeme bieten alles in allem auch die Voraussetzungen für den Einsatz auf Baustellen innerhalb eines Bauunternehmens. Denn auch hier gilt es, Ressourcen stets effizient zu nutzen, Materialverfügbarkeit sicherzustellen und hinreichende Sicherheit durch regelmäßige Prüfungen zu gewährleisten.

Hinzu kommt die Möglichkeit, die Qualifikationen der Mitarbeiter auf den Baustellen ins System aufzunehmen, sodass stets nur diejenigen Kollegen ein Gerät verwenden dürfen, für das sie über die notwendige Qualifikation verfügen. Da sämtliche Service-Container via WWW mit einem zentralen Server in Verbindung stehen, kann eine umfassende Auswertung für beispielsweise Kalkulation und Gerätebuchhaltung vorgenommen werden. „Unsere Technologie lässt sich individuell an die Prozesse eines Unternehmens adaptieren und dabei außerdem in die vorhandene IT-Infrastruktur, wie zum Beispiel Finanzbuchhaltung, Projektmanagement-Software oder IT-Lösung für Bautagesberichte, durchgängig integrieren“, erklärt Gradwohl.

Supermärkte – Keine Chance ohne E-Commerce-kompatibles Konzept

Von Oliver Herrmann, Geschäftsführer der redos real estate GmbH

Kein Wachstum, nirgends? Die Umsätze im deutschen Einzelhandel verharren seit Jahren mehr oder weniger auf der Stelle. Zwischen 1995 und 2013 war real sogar ein Minus von 4,2 Prozent zu verbuchen. Gleichzeitig nahmen die Verkaufsflächen um knapp 29 Prozent zu. Um Umsatzsteigerung zu erzielen, muss das individuelle Wachstum fokussiert werden. Der Druck auf die Flächenleistungen und die Mieten steigt damit weiter an. Zudem sorgt das Thema E-Commerce für einen umfassenden Strukturwandel im Einzelhandel – er raubt vielen stationären Einzelhändlern Umsatzanteile oder verdrängt sie sogar vom Markt.

Einzelhandel unterschiedlich stark betroffen

Oliver Herrmann, redos real estate GmbH

Oliver Herrmann, redos real estate GmbH

Doch Schwarzmalerei ist nicht angebracht. Es ist keineswegs der gesamte stationäre Einzelhandel vom Internet bedroht. Vielmehr sind einige Branchen sehr stark betroffen, andere kaum – vorausgesetzt, sie wissen sich anzupassen.

So stieg der im E-Commerce erzielte Anteil am Umsatz in Bereichen wie Mode oder Unterhaltungselektronik binnen weniger Jahre auf nahezu ein Drittel, während er im Lebensmitteleinzelhandel auch in Zukunft im einstelligen Bereich bleiben wird.

Innerhalb dieses Segments wiederum sind es die Supermärkte, die dem E-Commerce recht gelassen entgegen sehen können. Denn hier stehen – anders als bei Discountern, wo der Wettbewerb über den Preis stattfindet – das Einkaufserlebnis, das Vertrauen zum Händler und dessen gute Beratung im Mittelpunkt. Und das ist etwas, dass der Online-Handel nicht im gleichen Maße bieten kann.

Zudem gelingt es vielen Supermärkten bereits heute, das Internet dazu zu nutzen, ihre Kunden an sich zu binden – zum Beispiel mit Services wie Click & Collect-Stationen, bei denen eine Online-Bestellung in ein Einzelhandelsgeschäft geliefert wird. Gleichzeitig bauen viele Betreiber ihre Frischebereiche mit Gemüse und Obst, Käse, Wurst und Co. aus. In diesem Bereich kann der Online-Handel kaum Konkurrenz sein.

Neue Kriterien für Investitionen in Supermärkte

Es lohnt sich daher für Investoren weiterhin, in Supermärkte zu investieren. Dabei müssen sie allerdings genauer hinschauen als bisher. Denn künftig kommt es nicht mehr ausschließlich auf die klassischen Ankaufkriterien wie Standort, Kaufkraftkennziffern, Mietvertragsdauer und Mieterbonität an.

Vielmehr gilt es zu überprüfen, ob die jeweiligen Mieter zukunftsfähige, E-Commerce-kompatible Konzepte erarbeitet haben. Am Markt zeigt sich jetzt schon, dass diejenigen die „Nase vorn“ haben, denen es gelingt, ihr stationäres Geschäft mit den Möglichkeiten des Online-Handels sinnvoll zu verknüpfen. Genau diese Supermärkte werden es sein, die sich langfristig gegen die Konkurrenz durchsetzen und am Markt überleben werden.

Gebäude simulieren

Von Christine Gärtner, Managerin bei EY (Ernst & Young) Real Estate

Bauen ist grundsätzlich komplex. Zusätzliche Herausforderungen ergeben sich in Fällen, in denen Unternehmen eigene Immobilien errichten, beispielsweise zu Produktionszwecken. Das Zusammenspiel von Gebäudehülle und Produktions- beziehungsweise Organisationsprozessen im Innern muss hier den individuellen Anforderungen des Unternehmens gerecht werden. Allerdings bringen die Unternehmen, zum Beispiel die des produzierenden Gewerbes, üblicherweise wenig Erfahrung als Bauherr mit.

Simulation über digitale Gebäudemodelle

Christine Gärtner

Christine Gärtner von Ernst & Young Real Estate

Allerdings werden nach unsereren Beobachtungen genau solche Fälle eine Vorreiterrolle bei Neuentwicklung im Bauen einnehmen. Daher sollten der Bau und die Nutzung des Gebäudes bereits im Vorfeld bis in kleinste Details simuliert werden. Dies geschieht über digitale Gebäudemodelle, bei denen alle Gebäudeteile nicht nur dreidimensional am Computer dargestellt werden, sondern zudem mit einer Fülle relevanter Informationen hinterlegt sind.

Die Informationen umfassen die Architektur: Welche Auswirkungen hat eine bestimmte Fassade auf die spätere Raumtemperatur, und welche anfänglichen und laufenden Kosten sind mit welchem Bauteil verbunden?

Über die Architektur hinaus umfassen die Informationen die konkrete Nutzung des Gebäudes: Welche Bereiche müssen räumlich miteinander verzahnt werden, um die internen Prozesse adäquat abbilden zu können? Wie sieht es mit Wartungen aus? Wie sind die Laufwege der Mitarbeiter? Und werden dabei sensible Bereiche gestört? Wo entstehen Emissionen oder im Falle der Produktion beispielsweise Erschütterungen?

Building Information Modeling

Dies geschieht optimalerweise über digitale, informationsgestützte Gebäudemodelle – im Ausland sind sie längst Standard. Oft sind sie gar gesetzlich vorgeschrieben. Sie laufen dort unter dem Stichwort Building Information Modeling (BIM) und haben das Ziel, Baukosten zu senken und den späteren Betrieb zu optimieren.

In Deutschland ist das Thema noch jung. Wir schätzen die Zahl aktueller Bauprojekte auf etwa ein Dutzend. Häufig sind es Projekte ausländischer Bauherren, die in ihrem Heimatländern gute Erfahrungen mit BIM gemacht haben und das System nun freiwillig in Deutschland anwenden.

Meine Empfehlung daher: Je früher die deutsche Bauwirtschaft mit dem Thema beginnt, desto besser. Wir hinken dem Ausland ohnehin hinterher. Zudem rechnen Experten damit, dass BIM-Systeme auch in Deutschland Pflicht werden. Nutzen wir die Zeit, um vorbereitet zu sein.

Aufzugsmanagement: Besser prüfen oder zahlen

Ein Gastbeitrag von Daniel Ehlers, Geschäftsführer von Hundt Consult

Immobilieneigentümer müssen dafür sorgen, dass die Bewohner des Gebäudes und ihre Besucher die Anlagen nutzen können, ohne ein Risiko einzugehen – das dürfte den meisten Eigentümern bekannt sein. Aus dieser Verantwortung für den Liftbetrieb, die der Immobilieneigentümer teilweise an einen Verwalter oder Facility Manager delegieren kann, ergeben sich jedoch Haftungsrisiken, derer sich viele nicht bewusst sind.

So drohen Bußgelder in vier- bis fünfstelliger Höhe, wenn Prüfungsfristen überschritten werden. Kommt es zu einem Unfall mit Personenschaden, sind theoretisch sogar Haftstrafen möglich.

Fast täglich Bußgelder wegen vernachlässigten Prüfungspflichten
Die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) legt fest, dass jeder Aufzug alle 24 Monate von einer Zugelassenen Überwachungsstelle (ZÜS) – zum Beispiel TÜV oder DEKRA – geprüft werden muss. Die richtigen Abstände zwischen den sogenannten wiederkehrenden Prüfungen einzuhalten, ist dabei essentiell: Bei einer Verspätung von mehr als zwei Monaten droht bereits ein Bußgeld. Die Prüfungen in Auftrag zu geben und fristgerecht durchführen zu lassen, ist Aufgabe des Aufzugsbetreibers – also jener Person, die die Verantwortung für den Liftbetrieb und die Sicherheit der Anlagen trägt.

Zusätzlich fallen Zwischenprüfungen an den Aufzügen an. Wie der Name vermuten lässt, müssen diese zwischen den wiederkehrenden Prüfungen stattfinden. Genauere Vorschriften zu den Fristen nennt die BetrSichV nicht.

Ebenfalls verpflichtend sind weitere regelmäßige Kontrollen der technischen Funktionalität der Anlage von einer dazu beauftragten Person, zum Beispiel dem Hausmeister. Auch für diese Kontrollen muss der Aufzugsbetreiber sorgen. Damit nicht genug: Wenn der Aufzug defekt ist und sich daraus ein Risiko für die Nutzer ergeben kann, muss der Betreiber die Anlage sofort abstellen. Reparatur-, Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten in Auftrag zu geben, diese abzunehmen und alles zu dokumentieren fällt ebenfalls in seinen Zuständigkeitsbereich.

Bußgelder wegen mangelnder Prüfung von Aufzügen werden derzeit übrigens fast täglich verhängt. Dabei ist zu beachten: Ein Immobilieneigentümer kann die Verwaltung der Anlagen und die damit zusammenhängenden Aufgaben zwar an einen technischen Leiter, Facility Manager oder Verwalter delegieren. Er kann die Verantwortung jedoch nicht komplett abgeben. Ein Bußgeldbescheid kann also theoretisch auch auf dem Schreibtisch eines Immobilieneigentümers oder des Vorstandes einer Immobilien-AG landen.

Höhere Kosten durch TRBS 1121
Auch ohne Bußgelder könnten die Kosten für Aufzugsbetreiber – beziehungsweise die Immobilieneigentümer – künftig steigen. Der Grund ist eine Änderung in den „Technischen Regeln für Betriebssicherheit – Änderungen und wesentliche Veränderungen von Aufzugsanlagen“ (TRBS 1121) auf die sich die Bundesregierung vor ihrer diesjährigen Sommerpause geeinigt hat.

Damit steigen unter anderem die Anforderungen an die Installation einer Schutzeinrichtung für den aufwärts fahrenden Fahrkorb gegen Übergeschwindigkeit. Die Kosten für Immobilieneigentümer können dadurch pro Aufzug um bis zu 500 Prozent in den fünfstelligen Eurobereich steigen.

BetrSichV wird novelliert
Bei den Vorschriften zum Liftbetrieb wird sich in naher Zukunft voraussichtlich noch mehr ändern, denn die BetrSichV wird derzeit überarbeitet. Anders als im ursprünglichen Entwurf vorgesehen, werden die Zwischenprüfungen nicht entfallen, im Gegenteil: Es wird wichtiger werden, sie fristgerecht durchzuführen. Im aktuellen Kabinettsentwurf ist zu lesen, dass die Zwischenprüfung „in der Mitte“ von zwei Hauptprüfungen stattfinden soll. Was das im Detail bedeutet, ist derzeit im Entwurf nicht erklärt, wird sich im Laufe der kommenden Wochen und Monate jedoch herausstellen.

Aufzugsbetreiber müssen ihre Pflichten ernster nehmen und sich regelmäßig über anstehende Änderungen informieren. Nur so können sie verhindern, sich strafbar zu machen und vermeiden, zur Zahlung hoher Bußgelder herangezogen zu werden. Und letztlich bedeuten versäumte Aufzugsprüfungen auch immer ein Risiko für Leib und Leben der Nutzer.

Mängelmanagement-Apps sind im Trend

Gastbeitrag von Elke Tonscheidt

Was ist im operativen Mängelmanagement entscheidend? Vermutlich gehören die genaue Feststellung sowie die Zuordnung und Behebung von Mängeln mit Einbindung aller relevanter Projektbeteiligten in einem gemeinsamen Arbeitsraum dazu. Das internationale Software-Unternehmen Conject mit Hauptsitz in München wollte es genauer wissen und befragte, anonym, Akteure der Bau- und Immobilienbranche: Wie dokumentieren, archivieren und verwalten Sie Baumängel und was wünschen Sie sich künftig für einen besseren Überblick? Elke Tonscheidet hat für RE Times die Ergebnisse, die vor wenigen Tagen publiziert wurden, zusammengefasst.

An der Umfrage beteiligten sich laut Conject zu einem Drittel Bauherren und Eigentümer, gefolgt von Planern, Beratern, Generalunternehmern und Projektsteuerern. Auch Bauleiter, Facility Manager und Behörden gaben Auskunft.

Ralf Händl: „Treffen den Nerv der Zeit“

Die Ergebnisse zeigen: Über 80 Prozent der Teilnehmer setzen zur Erfassung und Bearbeitung von Mängeln Digitalkameras und Smartphones ein, nur 64 Prozent versenden via E-Mail mit Datei-Anhängen wie Mängellisten, Fotos oder Planmarkierungen. Auch Excel-Listen nehmen nach wie vor einen großen Anteil (rund 59 %) ein. Da auch die Baubranche immer digitalisierter arbeitet, scheint das Diktiergerät als Mängelprotokoll weniger relevant zu sein. Dafür steigt das Interesse an einem mobilen Mängelmanagement. Ralf Händl, Geschäftsführer und CEO der Conject Holding GmbH, schließt daraus: „Eine schöne Bestätigung dafür, dass wir mit unserem mobilen Mängelmanagement genau den Nerv der Zeit treffen. Der Bedarf für eine solche Lösung ist also definitiv vorhanden.“

Interessant auch die Antworten auf die Frage, wie ein professionelles Mängelmanagement die tägliche Arbeit konkret erleichtern kann. Deutlich wurde, dass folgende Anforderungen wichtig sind: Es muss übersichtlich, leicht und intuitiv bedienbar sein. Mängellisten, Bilder und Kommunikation müssen verknüpfbar und die Nachvollziehbarkeit für alle Projektteilnehmer gegeben sein.

 „Das spornt uns an und zeigt uns das Potenzial auf.“

Wie zufrieden sind die Akteure momentan hinsichtlich ihres derzeit praktizierten Mängelmanagements? „Die Handhabung von Mängeln“, heißt es im Conject-Blog, „schneidet durchschnittlich befriedigend ab“. Noch schlechter schnitten Benutzerfreundlichkeit und Wirtschaftlichkeit ab, notiert das Unternehmen. Ralf Händl kommentiert das wie folgt: „Obwohl die aktuellen Methoden durchschnittlich nur als befriedigend bewertet wurden, werden die Alternativen zu Excel von einem großen Teil nicht eingesetzt. Das spornt uns an und zeigt uns das Potenzial auf.“

Für Re Times sind die Umfrageergebnisse besonders interessant hinsichtlich der daraus ableitbaren Trends. Hier zeigt sich: Mobile Mängelmanagement-Apps und webbasierte Software auf z. B. Tablets werden bereits genutzt, sind aber – noch – in der Minderzahl. Conject wertet das als erfreuliche Tatsache, „dass die Skepsis gegenüber mobilen Softwareanwendungen für das Mängelmanagement nicht groß zu sein scheint“. Im Blog des Unternehmens heißt es weiter: „So äußerten weniger als 50 Prozent der Befragten jeweils überhaupt Bedenken, wobei der meistgenannte Grund Unkenntnis über mobile Software als Alternative zu Excel ist (46 Prozent).“

Welches Fazit kann man ziehen?

Viele Firmen betrachten das Thema Mängelmanagement als entscheidend. Auch wenn einige bereits gute, zudem wirtschaftlich sinnvolle Lösungen gefunden haben, sehen viele hier noch Potential nach oben. Im Blog zieht Conject folgendes Resume: „Die Umfrageergebnisse verdeutlichen das Optimierungspotenzial auf Kundenseite“ und man glaubt, genau hier Angebote machen zu können.

Welchen entscheidenden Nutzen eine mobile Variante habe, wollten wir von Ralf Händl abschließend wissen. Der Conject-CEO antwortet: „Der entscheidende Vorteil des mobilen Mängelmanagements liegt darin, dass es vor Ort – auf der Baustelle oder während der Inspektion im bestehenden Gebäude – im offline-Betrieb zur Verfügung steht und alle Daten erfassen kann. Zurück im Büro kann die Synchronisierung mit der Datenbank stattfinden und alle Prozesse angestoßen werden. Das spart unendlich viel Zeit – nach Aussagen unserer Kunden 98% des bisherigen Aufwands – und sichert darüber hinaus die Projektqualität.“

Einen detaillierten Einblick in die Umfrageergebnisse mit Graphiken finden Sie im Conject-Blog.

VDI-Expertenforum zu Gefährdungsbeurteilungen im Gebäudebetrieb

Die VDI-Gesellschaft Bauen und Gebäudetechnik stellt am 18. November in Düsseldorf auf einem Expertenforum die Richtlinienreihe VDI 3810 vor. Diese zeigt, wie das Betreiben und Instandhalten von Gebäuden und Gebäudetechnik richtig funktioniert.

Inhaltlich geht es darum, wie Risiken in der Technik im Betrieb von Gebäuden zu erkennen, zu bewerten und zu beherrschen sind. Die Richtlinienreihe VDI 3810 „Betreiben und Instandhalten von Gebäuden und Gebäudetechnik“ des VDI-Fachbereichs Facility-Management befasst sich mit den Anforderungen der Gebäudetechnik und stellt den Jetztstand des Wissens der jeweiligen Fachkreise dar.

Das VDI-Expertenforum „Gefährdungsbeurteilung“ gibt unter anderem Antworten auf Fragen wie: Was ist der Unterschied zwischen einer Gefahr und einer Gefährdung? Was bedeutet es, wenn die Beweislast für den Geschädigten erleichtert oder zum Nachteil des Betreibers umgekehrt wird? Wie definiert sich der Jetztstand des Wissens bezüglich der Pflichten zur Einhaltung der gebotenen Sorgfalt?

Zudem befasst sich das Expertenforum mit den auf Gewerke bezogenen Themen Hygiene – speziell Raumlufttechnik und Trinkwasser -, Energie und Nachhaltigkeit, Monitoring, Aufzugstechnik sowie Blitzschutz und Überspannung aus Sicht der Betreiberverantwortung. Die Teilnehmer werden mit den dazugehörigen Gefährdungsanalysen vertraut gemacht und dadurch befähigt, ein breites Spektrum der Risiken abzudecken, die beim Betreiben von Gebäuden und gebäudetechnischen Anlagen zu berücksichtigen sind.

Weitere Informationen zum Programm sowie die Möglichkeit zur Anmeldung sind auf der www.vdi.de/betreiberverantwortung verfügbar.

Mit wenig Aufwand viel Energie gespart

25 Tausend Euro einmalig investiert – hunderttausend Euro jährlich eingespart. Das ist die Bilanz eines Energiesparprogramms an der TU Braunschweig. Es entstand im Rahmen einer Zusammenarbeit mit einer ihrer Ausgründungen, dem Ingenieurbüro energydesign braunschweig.

Ziel des Vorhabens war es, zu erforschen, wie man bei komplexeren Gebäuden zehn Prozent der Energiekosten mit geringen Investitionen einsparen kann, und daraus Optionen auch für andere größere Bauten abzuleiten.

Das Projekt ist ein Baustein eines umfassenden Energiesparkonzepts der Technischen Universität Braunschweig. Die Forschung wurde von der Europäischen Union im Rahmen des Re-Co-Projekts mit rund 150.000 Euro gefördert. Die Forschungsinitiative Zukunft Bau hat mit rund 50.000 Euro zur Finanzierung beigetragen.

Die Universitätsbibliothek, die Sporthalle der TU Braunschweig an der Beethovenstraße und ein Chemiegebäude waren im Rahmen eines Pilotprojekts begangen und analysiert worden. Gezielt wurden aus den insgesamt 200 Gebäuden der TU Braunschweig diejenigen ausgewählt, die bei geringen Investitionen ein hohes Sparpotenzial erwarten ließen.

„Unsere Investitionen haben sich in diesem Projekt in nur wenigen Monaten amortisiert“, erläutert der Hauptberufliche Vizepräsident der TU Braunschweig, Dietmar Smyrek. „So viel kann man nicht in allen Gebäuden erreichen, aber dies zeigt, welches Potenzial im Energiesparen steckt.“

Dabei arbeiteten die Expertinnen und Experten eng mit dem Geschäftsbereich Gebäudemanagement der TU Braunschweig zusammen. „Unter anderem durch den Austausch von Leuchtmitteln und die Optimierung von Lüftungsanalagen ergaben sich zahlreiche Verbesserungsmöglichkeiten, die nun dauerhaft zu Einsparungen führen. Auch die Information der Nutzer über den Einfluss ihres Verhaltens auf den Energieverbrauch hat zu den erheblichen Einsparungen beigetragen“, erläutert Projektleiter Dr.-Ing. Stefan Plesser, Geschäftsführer von energydesign braunschweig.

BIM-Präsentationen zum freien Download

buildingSmart hat die Präsentationen der Vorträge des 11. BIM-Anwendertags online gestellt – mit Downloadmöglichkeit: www.buildingsmart.de/veranstaltungen/bim-anwendertag/11-bim-anwendertag?card=5