Deutsche Bauunternehmer erwarten ein umsatzstarkes Jahr

Die deutschen Bauunternehmer erwarten ein umsatzstarkes Jahr 2014. Das zeigt die jüngste Baubarometerbefragung der BauInfoConsult GmbH aus Düsseldorf unter 180 Bauunternehmern. Allerdings gehen die meisten der befragten Firmen nicht davon aus, dass die Konjunkturmotor im ersten Halbjahr 2014 so weiterbrummt wie im Sommer und Herbst 2013. Dennoch ist jeder dritte Bauunternehmer zuversichtlich, dass sie im Gesamtjahr ihren Unternehmensumsatz nochmals deutlich steigern können.

Die Erwartungen an das erste Halbjahr sind stabil: In der telefonischen Befragung, die BauInfoConsult Anfang des ersten Quartals 2014 durchgeführt hat, rechnete mehr als die Hälfte der Bauunternehmer in den ersten sechs Monaten des Jahres mit einem gleich bleibenden Umsatzniveau – egal ob im Vergleich mit dem ersten oder mit dem zweiten Halbjahr 2013.

Jeder fünfte Bauunternehmer geht davon aus im laufenden Halbjahr das Umsatzergebnis des Vorjahreszeitraums übertreffen zu können: Anders als im ersten Halbjahr 2013, in dem die Konjunktur von den bauunfreundlichen Temperaturen bis ins Frühjahr hinein gehemmt wurde, profitieren derzeit viele Betriebe bei saisonunüblich milden Temperaturen von der guten Auftragssituation, insbesondere im Wohnungsbau.

Im zweiten Halbjahr 2013 profitierte die Bauwirtschaft nicht nur vom Aufwärtstrend beim Bruttoinlandsprodukt, sondern auch von den Nachholeffekten durch das Ende der baukonjunkturellen Eiszeit im Vorhalbjahr. Damit ist die jetzige Situation nicht mehr ohne weiteres vergleichbar. Dementsprechend macht sich nur jeder zehnte Bauunternehmer Hoffnungen, dass ihr Unternehmensumsatz bis Mitte 2014 im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2013 weiter durch die Decke geht. Mit 23 Prozent hat ein Viertel der Befragten dagegen Grund zu der Annahme, dass sie verglichen mit dem Vorhalbjahr zum Teil deutliche Umsatzeinbußen hinnehmen müssen.

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Grafik: BauInfoConsult, März 2014

Bezogen auf das Gesamtjahr 2014 äußerten die Bauunternehmer aber fast keine negativen Erwartungen. Zusammen vier von fünf Unternehmen rechnen mit gleich hohen (54 Prozent) oder teilweise deutlich steigenden Umsätzen (31 Prozent) wie im Jahr 2013. Im langjährigen Vergleich sieht man, dass die derzeitige Stimmung zwar positiv, aber nicht euphorisch ist: Der minimale Anteil der negativen Erwartungen rückt das aktuelle Ergebnis zwar meilenweit ab von den Barometerwerten aus den von der Krise gezeichneten Jahren 2009 und 2010, doch verglichen mit der Stimmung im Hochbau-Bauboomjahr 2011 ist der derzeitige Optimismus moderat.

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Grafik: BauInfoConsult, März 2014

Immobilienmärkte in den regionalen Oberzentren stabil

Eine aktuelle Marktstudie der DG HYP hat ergeben, dass sich die gewerblichen Immobilienmärkte in den regionalen Oberzentren in den Segmenten Einzelhandel und Büro anhaltend stabil entwickeln. Untersucht wurde die Entwicklung in den zwölf Oberzentren Augsburg, Bremen, Darmstadt, Dresden, Essen, Hannover, Karlsruhe, Leipzig, Mainz, Mannheim, Münster, Nürnberg. Die Ergebnisse werden mit den sieben deutschen Top-Standorten verglichen.

Die 19 untersuchten Standorte repräsentieren gut ein Drittel der gesamtdeutschen Büro- und etwa ein Fünftel der bundesweiten Einzelhandelsfläche. Dr. Georg Reutter, Vorsitzender des Vorstands der DG HYP, sagt: „An regionalen Immobilienstandorten ist ein steigendes Interesse von Investoren zu beobachten. Der für eine Anlageentscheidung wesentliche Marktwert der Immobilie wird neben den Eigenschaften des Objekts von der Lage und den wirtschaftlichen Besonderheiten vor Ort bestimmt. Dafür muss sich die Immobilie nicht an einem Top-Standort befinden, vielmehr kommt es auf die Stellung im Wettbewerb an. Hier bieten regionale Märkte mit hoher Zentralität nachhaltig Potenzial.“

Dr. Georg Reutter, Vorsitzender des Vorstands der DG Hyp / Bild: Jens Komossa / DG Hyp

Dr. Georg Reutter, Vorsitzender des Vorstands der DG HYP / Bild: Jens Komossa / DG HYP

Büromieten: Oberzentren weniger volatil
2013 hat sich der deutsche Büromarkt gut entwickelt. Während sich die Büromieten in den Metropolen in den vergangenen Jahren als volatil erwiesen haben, zeigten sich die Oberzentren stabil. Seit 2007 nimmt die Spitzenmiete an den regionalen Standorten kontinuierlich um rund 2,5 Prozent pro Jahr zu. Gegenüber 2003 ist dies ein Anstieg um 14 Prozent. An den Top-Standorten war im selben Zeitraum ein Wachstum von leicht unter 10 Prozent zu verzeichnen.

Leerstandsquote niedriger als an Top-Standorten
Aufgrund der guten Arbeitsmarktentwicklung hat sich die Anzahl der Bürobeschäftigten an den 19 betrachteten Standorten in den vergangenen Jahren ausgeweitet. Gleichwohl konnte die Fertigstellung neuer Büroflächen davon nicht profitieren. Als Folge von Finanzmarkt- und Staatsschuldenkrise wurden weniger neue Büroprojekte angestoßen. Infolgedessen hat sich das frei verfügbare Volumen an attraktiven Büroflächen reduziert und zu einem Anstieg der Spitzenmiete geführt. Diese Entwicklung wird durch den hohen Anteil älterer Büroflächen unterstützt, die kaum nachgefragt werden. Damit entlasten diese Flächen nicht das an vielen Standorten verringerte Angebot.

Parallel ist die Leerstandsquote seit einigen Jahren kontinuierlich gesunken. Im Durchschnitt weisen die Oberzentren mit einem Leerstand von 6,3 Prozent im vergangenen Jahr einen niedrigeren Wert auf als die Top-Standorte mit 8,4 Prozent.

Anstieg der Bürospitzenmiete auch für 2014 erwartet
Während die Nachfrageseite im laufenden Jahr stabil bleiben dürfte, könnte die Ausweitung des Flächenangebots den weiteren Mietanstieg dämpfen. So ist für 2014 infolge einer steigenden Anzahl an Büroprojekten ein höherer Flächenneuzugang an einigen Standorten zu erwarten. Dieser wird angesichts des ausgedünnten Angebots an attraktiven Büroflächen aber nicht zu einer wesentlichen Veränderung der Nachfrage-Angebots-Relation führen. Insofern ist für 2014 mit einem leicht verlangsamten Anstieg der Spitzenmiete zu rechnen.

Oberzentren mit moderat steigenden Einzelhandelsmieten
Im Segment Einzelhandel entwickeln sich die Spitzenmieten an den regionalen Standorten spürbar moderater als in den sieben
Wirtschaftszentren. Grund dafür ist das Flächenangebot, das in den Oberzentren in den vergangenen zwei Jahrzehnten stärker gewachsen ist als der Umsatz. Hinzu kommt die Attraktivität der Top-Lagen in den Metropolen für den Einzelhandel. Diese Flächen sind nur begrenzt vorhanden und konzentrieren sich auf wenige Straßenzüge sowie Shopping-Center. Dadurch ist die Spitzenmiete in den Metropolen in den vergangenen Jahren stärker gestiegen als in den Oberzentren. Kleiner sind die Unterschiede in Seitenlagen, die zudem eine geringere Mietdynamik aufweisen.

Regionale Standorte bei Expansionsstrategie im Fokus
Im Segment Einzelhandel dürften die Top-Standorte weiterhin vom hohen Interesse neuer Anbieter auf dem deutschen Markt sowie neuer Einzelhandelskonzepte profitieren. Infolge der soliden konjunkturellen Lage und der wirtschaftlichen Bedeutung Deutschlands ist mit einer anhaltenden Flächennachfrage an den Top-Standorten zu rechnen. Gleichzeitig stehen die Oberzentren insbesondere im Rahmen einer Expansionsstrategie im Fokus der Einzelhändler. Angesichts der großen Spreizung der Spitzenmiete dürfte die unterschiedliche Dynamik zwischen Top-Standorten und regionalen Immobilienzentren in Zukunft abnehmen. Infolge einer stabileren Entwicklung werden die Oberzentren auch zukünftig verlässlichere Immobilieninvestitionsstandorte bleiben.

Bekanntheitsgrad von BIM wächst bei Architekten

Anders als vor zwei Jahren kennen mittlerweile wesentlich mehr Architekten Building information Modeling (BIM). Langsam, aber sicher wächst auch die Zahl der Nutzer.

Allerdings haben vor allem Großbritannien und die Niederlande Vorsprung bei BIM: Dort gibt es bereits einen großen Prozentsatz von Architekten, die schon eine gewisse Erfahrung mit BIM gesammelt haben. Ihre französischen, spanischen und italienischen Kollegen haben dagegen immer noch Nachholbedarf beim Allgemeinwissen über BIM.

Die deutschen Architekten befinden sich im Mittelfeld. Das sind ausgewählte Ergebnisse aus dem Q4 2013-Bericht des europäischen Architektenbarometers, einer vierteljährlichen Untersuchung unter 1600 Architekten in acht europäischen Ländern. Die europäischen Architekten sind der maßgebende Indikator für die Bautätigkeit.

Seit 2009 verfolgt Arch-Vision die Verwendung von und Vertrautheit mit BIM bei europäischen Architekten. Die Vorteile von BIM sind wohlbekannt – auf dieser Grundlage wäre eigentlich zu erwarten gewesen, dass sich die Verwendung von BIM rasch ausbreiten würde. Vor allem da Bauherren und Investoren immer auf der Suche nach Möglichkeiten sind Fehlerkosten zu minimieren, um schneller, besser und billiger zu bauen.

Der Umstieg auf BIM geht dennoch in den meisten westeuropäischen Ländern eher schleppend voran, in denen der europäische Architektenbarometer durchgeführt wird. Die jüngste Befragungswelle belegt, dass die meisten europäischen Architekten sich immer noch in einem sehr frühen Stadium der BIM-Aneignung befinden. Sie schließen damit gerade erst Bekanntschaft.

In Ländern wie Frankreich, Spanien und Italien hat eine große Mehrheit der Architekten nach wie vor noch nie von BIM gehört. Obwohl es also schon einen deutlich besseren Stand hat als noch vor zwei Jahren, hat BIM dennoch einen langen Weg nach Europa vor sich.

Die große Ausnahme sind die niederländischen und britischen Architekten. In diesen Ländern hat sich die BIM-Nutzung binnen zwei Jahren (von 2011 bis 2013) signifikant erhöht (Großbritannien: um 20%, Niederlande: um 10%). Bereits 2011 wurde in beiden Ländern BIM-Pionierarbeit geleistet, und auch 2013 ist der Vorsprung zum übrigen Europa groß.

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In Großbritannien haben vor allem Regierungsmaßnahmen dazu geführt, dass BIM sehr viel bekannter geworden ist: Zu nennen ist vor allem die Bauinitiative „Governmental Construction Strategy 2011“, in der unter anderem angekündigt wurde, ab 2016 in Renovierungsprojekten eine Kooperation der Projektbeteiligten mittels 3-D-BIM verbindlich vorzuschreiben. Architekturbüros, die in öffentlichen Bauprojekten wettbewerbsfähig bleiben wollen, haben deshalb begonnen mit BIM zu arbeiten. Im Jahr 2013 bestätigten sechs Prozent der britischen Architekten, dass sie in sämtlichen Projekten auf BIM zurückgreifen, 17 Prozent setzen BIM mehr und mehr in ihren Projekten ein.

In den Niederlanden hat das Nationale Amt für Bauwesen ebenfalls BIM als Standard eingeführt, der in erster Instanz in sogenannten DBFMO-Projekten verlangt wird (DBFMO steht für: Design, Build, Finance, Maintain and Operate („Entwerfen, bauen, finanzieren, instand halten und betreiben“), also für eine Art der Vergabe, die das niederländische Amt für Bauwesen vor allem in Infrastruktur- und Immobilienprojekten anwendet. Anders als bei herkömmlichen Vergabeformen werden in einem DBFMO-Projekt verschiedene Teile aus dem gesamten Bauprozess und dem Lebenszyklus des Gebäudes auf einmal auf den Markt geworfen. Häufig schließen sich mehrere Parteien als Auftragnehmer zusammen, typischerweise etwa ein Bauunternehmen, ein Instandhaltungsservice und ein Facility Management-Unternehmen).

Da die Regierungen dieser Länder die Vorteile von BIM propagieren und auch in öffentlichen Projekten fordern, wird sich dort die Umstellung auf BIM beschleunigen. Das hohe Einsparpotenzial bei Entwurf, Bau und Nutzung des Gebäudes wird sich auch bei Investoren und Bauherren schnell herum sprechen. Laut 24 Prozent der niederländischen Architekten kommen bereits Anfragen der Investoren und Kunden für Projekte vor, die mit BIM durchgeführt werden sollen. Dasselbe können 14 Prozent der Architekten in Großbritannien bestätigen.

Hintergrund der Studie
Diese und viele weitere Ergebnisse und Trends zu den europäischen Baumärkten findet man im europäischen Architektenbarometer, einer internationalen Untersuchung, die unter 1 600 Architekten in Europa erhoben wird. Die Studie wird in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Großbritannien, den Niederlanden, Belgien und Polen viermal im Jahr von Arch-Vision durchgeführt.

Neben Indikatoren für die Vorhersage des europäischen Bauvolumens wird jedes Quartal ein Thema in den Mittelpunkt gestellt. In Q4 2013 lautete das Thema „Building Information Modeling (BIM)“. Architekten können nicht nur als verlässliche Quelle für Informationen zur künftigen Baukonjunktur verwendet werden, sondern ihre Rolle ist überhaupt zentral, da sie großen Einfluss darauf haben, wie Projekte gebaut und welche Materialien verwendet werden.

Über die Zukunft des Bauens

Die Plattform „Forschungsinitiative“ soll neue Wege bieten, um Forschende und fachlich Interessierte noch besser zu vernetzen, ihr Wissen zu bündeln und sich über innovative Gebäudetechnologien auszutauschen. Bundesumwelt- und Bauministerin Dr. Barbara Hendricks hat den neuen Internetauftritt der Initiative nun gestartet. Ziel sei es, bautechnische und baukulturelle Neuerungen in der angewandten Bauforschung zu fördern. Die Forschungsinitiative Zukunft Bau ist ein Programm des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit.

300 geförderte Projekte
Die Website bietet einen Überblick über Gebäudekonzepte und Lösungen für das Zusammenspiel von Architektur, Effizienztechnologien und erneuerbaren Energien. Kern ist eine Projektsammlung mit mehr als 300 geförderten Vorhaben. Interessierte finden darin unter anderem Konzepte für den Einsatz von erneuerbaren Energien in Gebäuden, das energiesparende Bauen und die Modernisierung des Gebäudebestands.

Informationen gibt es auch zum Netzwerk Effizienzhaus plus, einer weiteren tragenden Säule der Forschungsinitiative. Die meisten Projekt-Berichte können über die Website heruntergeladen werden. Vorgestellt werden darüber hinaus die Fördermöglichkeiten von Zukunft Bau in der Auftrags- und Antragsforschung sowie im Netzwerk Effizienzhaus plus.

Allein im letzten Jahr wurden etwa 100 Forschungsvorhaben mit Mitteln der Forschungsinitiative gefördert. Neue Publikationen wie das Magazin „Zukunft Bauen“, Veranstaltungshinweise und Termine ergänzen das Angebot der Website. Der Internetauftritt richtet sich nicht nur an die Bauforschung und Bauwirtschaft, sondern auch an Fachleute aus planenden Berufen wie Bauingenieurwesen, Architektur und Denkmalpflege. Realisiert wird die Website vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) und dem Fraunhofer-Informationszentrum Raum und Bau IRB in Stuttgart. Das BBSR ist Projektträger des Forschungs- und Förderprogramms.

Symposium in Stuttgart
Am Donnerstag den 13. März findet zudem in Stuttgart das zweite Symposium der fünfteiligen Reihe „Die Zukunft des Bauens“ statt. Veranstalter sind das Architekturportal DETAIL research und ebenfalls die Forschungsinitiative Zukunft Bau. Thema ist „Energieeffizientes Bauen“.

Programm: „Forscher verschiedener Universitäten und Unternehmen gewähren zum Symposium „Die Zukunft des Bauens – Energieeffizientes Bauen“ einen Blick hinter die Kulisse der Bauforschung, zeigen Prototypen und Monitoringprojekte und lassen erkennen, welche Prozesse, Materialien und Produkte das energetische Bauen in den nächsten Jahren noch effizienter machen wird. Die Moderation der Veranstaltung übernimmt Prof. Christiane Sauer, Berlin.“

Anmeldung und weitere Infos finden Sie hier.

In eigener Sache: RE Times auch in den sozialen Medien

Hier noch einmal der Hinweis für all diejenigen unter Ihnen, die es nicht wissen: RE Times ist natürlich auch auf Facebook unterwegs. Sie finden uns unter: www.facebook.com/RETimesPortal

Außerdem sind wir auch auf Google+ und Twitter unterwegs. Auf ersterem laufen wir allerdings noch unter unserem bisherigen Namen ILM Forum.

Studie: Kommunikation am Bau 2014

Die Möglichkeit des direkten Kundenkontakts und bestehende Beziehungen zu festigen, sind die Hauptgründe für Baumaterialhersteller, die bereits fest in den Kommunikationsalltag verankerten soziale Netzwerken weiter auszubauen. Jeder vierte Hersteller will sein Engagement laut einer Untersuchung von BauInfoConsult auf Facebook, YouTube, Xing und Konsorten im laufenden Jahr intensivieren.

Im November und Dezember 2013 haben sich insgesamt 103 Hersteller von Installationsprodukten, Bauelementen, Produkten Formen für den Rohbau und Ausbau, Werkzeugen und Zubehör, Bauchemie usw. an der jüngsten Online-Befragung von BauInfoConsult beteiligt. Das Kommunikationsbudget der befragten Hersteller für 2014 wird demnach von kostspieligen Standardmaßnahmen wie Broschüren, Messeauftritten und Werbeanzeigen dominiert.

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Diese Maßnahmen mögen das Fundament einer erfolgreichen Firmenkommunikation sein. Sie allein genügen aber nicht, um dem eigenen Unternehmen eine nachhaltige Präsenz in den Köpfen der Kunden zu sichern. BauInfoConsult wollte deshalb von den befragten Herstellern wissen, welchen Kommunikationsmaßnahmen sie im Jahr 2014 mehr Aufmerksamkeit schenken werden als im Vorjahr.

Verstärkt ins Visier nehmen wollen die Hersteller im Jahr 2014 Direkt-Marketing-Maßnahmen (zu 40 Prozent) – also z. B. Kampagnen, die die Kunden animieren sollen, mit der Firma in Dialog zu treten. Eine fast ebenso hohe Priorität haben das klassische Beziehungsmarketing (also der Aufbau langfristiger Kundenbeziehungen) und die Auffindbarkeit im Internet („Suchmaschinenmarketing“).

Daneben gehören für jeden vierten Befragten zu den guten Kommunikations-Vorsätzen für 2014 auch eine verstärkte Konzentration auf PR-Maßnahmen nach außen, die Verbesserung der unternehmensinternen Kommunikation und die Organisation von Messeauftritten und Firmenveranstaltungen.

Soziale Netzwerke und Apps: vom Hype zum Alltag

Das Social-Network-Phänomen verändert die Gesellschaft und damit die Marketingkommunikation, doch in der von Profikunden geprägten Baubranche sind Facebook und Konsorten bislang nicht wirklich gelandet. Das liegt zum einen daran, dass der übertriebene Hype und die überzogenen Erwartungen inzwischen verflogen sind. Doch für die befragten Hersteller gehören sie trotzdem längst zum Kommunikationsalltag und sind wichtige Instrumente unter vielen.

Die sozialen Medien wie Facebook, Xing oder YouTube sollen 2014 für jeden Vierten eine verstärkte Rolle spielen, die Entwicklung und Pflege von eigenen Smartphone-Apps für jeden Fünften. Vernachlässigt werden beide Kommunikationsmittel von den Befragten jedenfalls keineswegs: Das zeigen die Antworten der Hersteller auf die Frage, welche Kommunikationsmaßnahmen für sie im Jahr 2014 weniger wichtig sein werden als zuvor.

Nur wenige wollen den „moderneren“ Instrumenten wie Social Media oder Apps eher weniger Bedeutung einräumen als im Vorjahr. Abstriche in der Kommunikation werden 2014 eher bei „alten Marketing-Hüten“ wie Werbegeschenken, Sponsoring oder Broschüren gemacht.

Vor diesem Hintergrund darf man gespannt sein, was der im April erscheinende Kommunikationsmonitor 2014 von BauInfoConsult noch zeigen wird. Die Marktstudie wird sich nach Angaben des Unternehmens ganz dem Thema Kommunikations- und Informationsverhalten von Architekten, Bauunternehmern und SHK-Installateuren widmen. Auf der Basis von über 540 Interviews sollen dabei u. a. behandelt werden:

  • Nutzung von Informationsquellen: wie oft z. B. Online-, Printmedien, persönliche Kontakte genutzt werden
  • Bewertung von Informationsquellen: welche dieser Quellen und welche Informationen wirklich wichtig sind
  • Fachzeitschriften: gelesene Zeitschriften, interessante Inhalte
  • Außendienstmitarbeiter: warum und wie oft der Kontakt erwünscht ist
  • Messen: welche Messen besucht werden und mit welchen Erwartungen
  • Newsletter: was drin stehen sollte und wie oft sie verschickt werden sollen
  • Recherchen im Internet: was auf welchen Seiten gesucht wird
  • Bedürfnisse für die eigene Internetseite: womit Hersteller sie unterstützen können
  • Anforderungen an Internetseiten von Herstellern: was auf keinen Fall fehlen sollte
  • Social Media: Häufigkeit und Art der beruflichen Nutzung von Netzwerken wie Facebook
  • Apps: welche Arten von Anwendungen in der Praxis am meisten bringen
  • Ausblick auf Kommunikationsstrategien von Herstellern aus der Branche

Grafik: BauInfoConsult

European M&A Construction Monitor: Analyse der Baubranche

Der European M&A Construction Monitor der Deloitte & Touche GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft aus München zeigt: Die Zahl der Transaktionen einschließlich M&As lag 2012 in der europäischen Baubranche leicht über dem Vorjahr, allerdings bei weniger grenzübergreifenden M&As. Und auch 2013 blieben die Aktivitäten etwa auf diesem Niveau.

In Deutschland wie auch europaweit tätigen vor allem finanzstarke Baukonzerne vermehrt Zukäufe, um sich für künftige Herausforderungen strategisch aufzustellen. Andere Unternehmen stoßen Sparten ab, die nicht zum Kerngeschäft gehören, um entsprechende finanzielle Mittel zu generieren. Gerade Letzteres werde sich laut dem Report in den kommenden Jahren noch verstärken. Insgesamt gab es in der Bauindustrie im Jahr 2012 europaweit die meisten Insolvenzen aller Branchen, jedoch scheint der Abwärtstrend gestoppt oder zumindest verlangsamt.

„Seit 2009 liegt die Transaktionszahl in der europäischen Bauindustrie in etwa auf demselben Niveau – mit leichten Schwankungen, denn die schwierigen Rahmenbedingungen, insbesondere im Süden Europas haben die Unternehmen noch im Griff. Darin begründet sich auch das relativ geringe Volumen der einzelnen Deals, an dem sich auch 2014 wenig ändern wird“, kommentiert Michael Müller, Partner und Leiter Real Estate bei Deloitte.

Kaum Bewegung bei M&As
In 2012 gab es in der europäischen Baubranche insgesamt 122 Deals – eine Steigerung von 18 gegenüber 2011 und genau im Durchschnitt von 2009 bis 2012. Im ersten Halbjahr 2013 lag die Zahl bei 58 und damit um 14 niedriger als im Vergleichszeitraum 2012. Der Wert von 244 Transaktionen aus 2007 scheint bis auf Weiteres nicht in Sicht, insgesamt wird mit einer Stagnation auf aktuellem Level gerechnet.

Vorbereitung auf die Zukunft
Einige, vor allem größere und finanzstarke Konzerne bereiten sich auf die erwarteten strategischen Herausforderungen der nächsten Jahre vor: Sie tätigen gezielt Zukäufe, die ihnen neue, profitable Geschäftsfelder etwa im Bereich Services erschließen. Diversifizierung heißt hier die Devise, sowohl das Produktspektrum als auch die regionale Marktpräsenz betreffend. Im Jahr 2012 stammte knapp ein Viertel der Einkünfte der größten europäischen Baukonzerne aus Bereichen abseits ihres Kerngeschäfts. Insgesamt erzielten die am stärksten diversifizierten Unternehmen die besten Resultate.

Diversifizierung im Fokus
Attraktive Übernahmeobjekte waren 2012/2013 vor allem Unternehmen im Service- und Infrastrukturbereich sowie Hersteller aus dem Umfeld der Bauwirtschaft wie z.B. der Gebäudetechnik. Mit Blick auf die eher geringe Größe der entsprechenden Firmen blieben die Dealvolumina jedoch vergleichsweise klein. Eine zentrale Rolle bei der Diversifizierung spielen das Life-Cycle-Management und die entsprechenden DBFM(O)-Verträge (Design, Build, Finance, Maintain, Operate) für ein integriertes Serviceangebot. Trotz leicht sinkender Margen sehen viele Konzerne nach wie vor hier die attraktivsten Wachstumspotenziale.

Konzentration aufs Kerngeschäft
Ein gegenläufiger Trend ist das gezielte Abstoßen von Geschäftsfeldern und die Konzentration auf das Kerngeschäft, um im Preiskampf mithalten zu können und dabei durch Aufstockung der R&D-Aktivitäten (Research and Development) optimale Qualität zu liefern. Auch dieser Trend dürfte sich in den kommenden Jahren verstärken.

Deutschland: Aktivität leicht über europäischem Schnitt
Beide Tendenzen sind auch in Deutschland zu erkennen. Dabei lag die Zahl der Transaktionen in den vergangenen Jahren hier vergleichsweise hoch – und wird auch in naher Zukunft auf diesem Niveau verharren. Zu erwarten sind hauptsächlich Deals mit mittlerem Volumen. Der Schwerpunkt wird dabei auf der Erschließung neuer Kompetenzfelder oder Regionen liegen. Ein nach wie vor umstrittenes Thema sind dabei PPPs (Public-Private Partnership), obwohl gerade im öffentlichen Bereich ein massiver Investitionsstau besteht.

Internationalisierung mit Risiken
Über die Hälfte ihres Umsatzes erzielten die Top-50-Unternehmen der Branche 2012 im Auslandsgeschäft. Die Margen der am stärksten internationalisierten Konzerne lagen unter anderem wegen der entsprechenden Markteinstiegskosten etwas niedriger als beim eher binnenmarktorientierten Wettbewerb. Der Trend zur Internationalisierung schien sich 2012 abzuschwächen, erstarkte im ersten Halbjahr 2013 aber erneut. Entsprechend niedrig lag 2012 die Zahl der grenzübergreifenden Deals: Ihr Anteil betrug 29 Prozent gegenüber 40 Prozent im Vorjahr.

Pleitewelle verebbt?
Auch 2012 und 2013 war die Baubranche eine der am härtesten von der Krise betroffenen Sektoren. Trotz leichter Erholungssignale gab es 2012 die meisten Insolvenzen aller Branchen. Der Abwärtstrend scheint jedoch gestoppt – was darauf hinweist, dass einige Unternehmen in ihrer Strategieausrichtung erfolgreich sind. Dazu haben oft auch die Banken beigetragen, die ebenfalls ein starkes Interesse an der Insolvenzvermeidung haben. Auf der anderen Seite wächst die Attraktivität der Branche für Private-Equity-Investoren.

„Nach allgemeiner Einschätzung steht die Branche vor einer Konsolidierungsbewegung, was sich derzeit aber noch nicht in wachsenden Transaktionen niederschlägt. Nach wie vor sind knappe Margen die Realität. Der Trend zu stärkeren Internationalisierung und Diversifikation wird auch in 2014 anhalten“, sagt Michael Müller.

Den gesamten Bericht bietet Deloitte zum freien Download unter www.deloitte.com/view/de_DE/de/branchen/real-estate/1a1fca41c2b83410VgnVCM3000003456f70aRCRD.htm an.

25 bis 30 Prozent der verkauften Bürogebäude in Deutschland sind „grün“

Von den verkauften Bürogebäuden in Deutschland sind jährlich 20 bis 30 Prozent Green Buildings. Dieser Wert hält sich konstant seit 2010 und bezieht sich auf Einzeltransaktionen. Dies geht aus einer im Dezember 2013 veröffentlichten Auswertung von BNP Paribas Real Estate (BNPPRE) hervor.

„Absolut betrachtet entspricht dies seit vier Jahren durchschnittlich 1,9 Milliarden Euro pro Jahr – ein sehr hoher Wert. Interessant ist, dass er trotz der Schwankungen des gesamten Investitionsvolumens relativ gleich bleibt“, sagt Hermann Horster, Head of Sustainability bei BNPPRE. Bezogen auf alle Green Buildings liegt der Durchschnittswert zwischen 2010 und 2013 bei 2,9 Milliarden Euro.

Obwohl es eine hohe Nachfrage nach zertifizierten Gebäuden gibt, ist das Angebot noch begrenzt. Analog zum gesamten Investitionsvolumen ist auch bei den Green Buildings der Umsatzanteil der Bürogebäude am höchsten (50 %), mit weitem Abstand gefolgt von Einzelhandels- (17 %) und Logistikobjekten (15 %). 2012 wurden bundesweit insgesamt 3,21 Milliarden Euro in Green Buildings investiert. Bis Ende September dieses Jahres waren es rund 2,45 Milliarden Euro.

In Deutschland sind rund 550 Gebäude nach DGNB, LEED oder BREEAM (vor-)zertifiziert. Der Grund für den hohen Anteil an „grünen“ Bürogebäuden in den vergangenen Jahren: Der Markt fordert Core-Objekte, zu deren Kriterien auch die Qualität der Mieter gehört. Die meisten internationalen Nutzer sollen aufgrund ihrer CSR-Richtlinien nur in Gebäuden mit Zertifikaten mieten. Also erwarten inzwischen auch die Investoren, dass Core-Objekte zertifiziert sind. So können die Green Building Labels durch die schnellere Vermietung an bonitätsstarke Mieter ein Risikomanagementinstrument darstellen.

RE Talk: Regina Zeitner und Marion Peyinghaus über Megatrends in der Immobilienwirtschaft

Wir unterhielten uns mit Prof. Dr.-Ing. Regina Zeitner und Dr. Marion Peyinghaus vom Competence Center Process Management Real Estate (CC PMRE) über ihren Preview im November 2013 zur im Frühjahr 2014 erscheinenden Studie „Megatrends und ihr Einfluss auf die Immobilienwirtschaft“.