Bauplan von Facility Management-Leistungen der Zukunft

Zukunftsforscher von Beuth und Innotec prognostizieren weitreichende Veränderungen bei Services und Management von Facilities.

Wie sehen Servicemodelle im Facility Management der Zukunft aus? Dieser Frage ist ein Team des Kompetenzzentrums Bau, Immobilien und Facility Management von Prof. Kai Kummert an der Beuth Hochschule für Technik Berlin nachgegangen. Initiiert und gefördert wird die Grundlagenforschung von der Innotec Gruppe aus Kiel, die im Rahmen der Analysen für den nötigen Praxisbezug sorgt. „Wir sehen vor dem Hintergrund der Megatrends die Notwendigkeit grundlegender Veränderungen der Facility Services und des Managements“, so Geschäftsführer Walter Thomsen von der Innotec Gruppe. „Die Erfahrung und Methodik des Zukunfts- und Trendforschungsbereichs von Prof. Kummert bietet für unsere Neuausrichtung wichtige Erkenntnisse und dient der Entscheidungsvorbereitung“, so Thomsen weiter.

Im Rahmen der INServFM 2016 in Frankfurt am Main vom 23. – 25. Februar 2016 können sich Besucher über die Ergebnisse der Forschung informieren. RE Times stellt Ihnen bereits jetzt exklusiv erste Ergebnisse der Forschungskooperation vor.

Continue reading

M.Sc. Real Estate Management an der ISM

Ab dem Wintersemester 2016/2017 bietet die International School of Management (ISM) in München den Studiengang M.Sc. Real Estate Management an. Das im Bereich Immobilienwirtschaft angesiedelte Studienangebot wurde in Kooperation mit Ernst & Young Real Estate erarbeitet. Es soll internationales Managementwissen mit Kenntnissen aus der Immobilienbranche verknüpfen.

Das Angebot ist eine Reaktion auf den Umstand, dass die gesamtwirtschaftliche Bedeutung des Immobiliensektors den Bedarf an einer interdisziplinären und akademischen Ausbildung verstärkt hat. So wird Fachwissen in den Disziplinen Immobilienentwicklung und -bewertung, Immobilienrecht, immobilienspezifische Investments & Finanzierungen, Merger & Acquisition, Vermarktung sowie Property-, Facility- und Asset-Management vermittelt. Bestandteile des Studiums sind außerdem Grundlagenwissen der Bauwirtschaft und der Architektur. In der Lehre kommen Experten aus Wissenschaft und Praxis zum Einsatz.

Praxisbezug wird unter anderem durch die integrierten Fallstudien anhand realer Immobilienprojekte hergestellt – wobei die wissenschaftlichen Aspekte in der Immobilienwirtschaft nicht vernachlässigt werden sollen. Mit der Konzeption als Master of Science und der Anbindung an die neu geschaffene Forschungseinrichtung „Institute for Real Estate & Location Research“ in München kommt dieser Aspekt zum Ausdruck. Neben Praxisprojekten sind außerdem auch eine zwölfwöchige Praxisphase und ein Auslandssemester in das Studium integriert

Absolventen des Studiengangs steht ein vielfältiges Spektrum an Berufsmöglichkeiten offen: zum Beispiel als Asset oder Property Manager Real Estate, Immobilien-Projektentwickler, Consultant Real Estate, M&A Real Estate Expert oder im Bereich Transaction Advisory Services.

Schlägt jetzt die Stunde der Verwalter?

Von Dr. Christian Osthus, Leitung Abteilung Recht des Immobilienverbands IVD

Hausverwalter standen in der Nahrungskette der Immobilienwirtschaft bislang eher am unteren Ende: Ihr Geschäft ist kleinteilig und konfliktträchtig, die Wertschätzung vonseiten der Eigentümer häufig gering. Das könnte sich jetzt ändern: Mit Inkrafttreten von Mietpreisbremse und „Bestellerprinzip“ wird die Leistung von Verwaltern enorm an Bedeutung gewinnen. Aus den beiden Regelungen ergeben sich für sie deutlich mehr Arbeit, Verantwortung und juristische Fallstricke. Es ist höchste Zeit für Immobilieneigentümer, die Arbeit der Verwalter stärker anzuerkennen – und für Verwalter, ihre Verträge nachzuverhandeln.

Dabei gilt es für Verwalter, schnell aktiv zu werden. Schon im Juni wird die Mietpreisbremse – zunächst in Berlin – in Kraft treten. Bei einem neuen Mietvertrag darf die Miete die ortsübliche Vergleichsmiete dann nur um maximal zehn Prozent überschreiten. Vor allem private Vermieter werden sich mit der neuen Regelung schwer tun und es dem Verwalter überlassen, die richtige Miethöhe festzulegen. Die geschätzten eine Million Stunden pro Jahr, die Vermieter dem Justizministerium zufolge künftig werden aufwenden müssen, um die richtige Miethöhe zu ermitteln, werden zu einem Großteil die Verwalter übernehmen müssen.

Sie sind dann auch in der Pflicht, wenn der Mieter glaubt, die angesetzte Miete sei zu hoch, und eine Rüge ausspricht. Der Mieter hat gegenüber dem Vermieter einen Anspruch darauf, Auskunft zu allen Faktoren zu bekommen, die in die Ermittlung der Miete mit hineinspielen – vorausgesetzt, er kann diese Informationen nicht selbst ermitteln, etwa über einen Mietspiegel. Letztlich wird der Verwalter die Auskunft erbringen müssen, wenn der sich um die Vermietung kümmert. Problematisch wird es, wenn der Mieter die Miete dennoch nicht anerkennt und vor Gericht geht. Ein solcher Prozess kann zu erheblichen Verfahrenskosten führen, was letztlich wieder einen Streit zwischen dem Verwalter und dem Eigentümer nach sich ziehen kann. Um diesen Konflikt von vornherein zu vermeiden, könnten Verwalter die Miete einfach so niedrig ansetzten, dass der Mieter keine Rüge ausspricht. Da wird aber wiederum der Eigentümer nicht mitziehen, weil ihm damit Einnahmen verloren gehen. Im schlimmsten Fall haben Verwalter mit der Mietpreisbremse also die Wahl zwischen Pest und Cholera.

Einen hohen Mehraufwand und Potenzial für Konflikte bietet auch das „Bestellerprinzip“ für die Maklerprovision. Damit wird in fast allen Fällen der Eigentümer die Courtage zahlen müssen. Um die Kosten zu umgehen, werden sich viele selbst auf die Suche nach einem Mieter machen. Oder die Aufgabe an ihren Verwalter delegieren – inklusive der hohen Arbeitsbelastung durch Vermarktung der Wohnung, Organisation von Besichtigungen und Auswahl des richtigen Mieters. Alternativ kann der Eigentümer dem Verwalter auch erlauben, einen Makler zu beauftragen. In beiden Fällen sollte im Verwaltervertrag genau vereinbart werden, welche Leistungen der Verwalter zu welchen Konditionen übernimmt.

Es gilt also: In vielen Objekten wird künftig die Mieterauswahl und Ermittlung der Miethöhe – also die Verantwortung für die Wertentwicklung der Immobilie – zumindest teilweise auf den Schultern der Verwalter liegen. Diese sollten dringend ihre Verträge mit den Immobilieneigentümern prüfen, die neuen Leistungen aufnehmen und das Honorar nachverhandeln. Nur so lassen sich Konflikte und teure Rechtsstreitigkeiten zwischen Verwalter und Eigentümer vermeiden. Das gilt insbesondere mit Blick auf mögliche Haftungsrisiken bei der Festsetzung der Miethöhe.

Master „Energie-Betriebsmanagement“

Die Fachhochschule Bingen bietet den dreisemestrigen Weiterbildungsstudiengang „Energie-Betriebsmanagement“ an, der mit Abschluss zum Master of Engineering führt. Der Studiengang ist akkreditiert und kostenpflichtig.

Er richtet sich an erfahrene Ingenieure und Fachkräfte mit einschlägiger Berufserfahrung in der Energiewirtschaft, der Pharmazeutischen und Chemischen Industrie, der Lebensmittelindustrie, dem Gebäudemanagement oder der Automobilproduktion und deren Zulieferern.

Übernahme von Führungsverantwortung

Nach Abschluss sollen Absolventen die Fähigkeit haben, Führungs- und Leitfunktionen übernehmen zu können. Hierbei sind die Herausforderungen zum Betrieb von Energieanlagen unter den Aspekten Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit zu bewältigen.

Pflichtfächer sind:

  • Methoden der Energieberatung
  • Energie- und Umweltrecht
  • Stoffstrommanagement
  • Regeneratives und rationelles Energie- und Anlagenmanagement
  • Energiewirtschaft und Portfoliomanagement
  • Vergabe-/Vertragswesen
  • Technische Betriebsführung in der Praxis
  • Energiemanagement

Zu den Wahlpflichtfächern gehören:

  • Finanzmanagement
  • Versorgungskonzepte
  • Umweltökonomie
  • Anlagen-, Gebäude- und Prozessleittechnik
  • Regenerative Versorgungstechnik

Flexible Arbeitsplätze

Am eBay-Standort in Dreilinden bei Berlin muss ein Arbeitsplatz bis zu 1.400 Mal im Jahr verlegt werden. Das erklärte Jens Schlüter,  Europa-Chef des Facility Managements (FM) bei dem internationalen Konzern, in einem Vortrag vor Studierenden der FH Münster. Zu dem hatte der Fachbereich Oecotrophologie – Facility Management eingeladen.

Schlüter sagte daher bezüglich der Arbeitsplätze auch: „Flexibel müssen sie sein.“ Dies liege daran, dass ständig neue Segmente am Markt etabliert würden, dafür neue Mitarbeiter eingestellt oder Teams umorganisiert werden müssten.

Er sagte auch, dass diese Flexibilität insbesondere den Mitarbeitern zugute komme: Über den ganzen Tag verteilt könnten sie ihren Ort der Arbeit frei wählen. „Wir haben unterschiedliche Arbeitswelten auf einer Großraumfläche vereint“, erläuterte Schlüter. Einige würden an das heimische Wohnzimmer erinnern.

Prof. Dr. Torben Bernhold, Initiator des Impulsgesprächs, sagte: „Arbeit wird in Zukunft mobiler und integrierter, das hat der Vortrag sehr anschaulich gezeigt. Sie entkoppelt sich zunehmend vom physischen Arbeitsplatz, wie wir ihn bisher kannten.“

Master „Green Building Engineering“ in Köln

Zum Wintersemester 2015/16 bietet das Institut für Technische Gebäudeausrüstung der Fachhochschule Köln erstmals den dreisemestrigen Masterstudiengang „Green Building Engineering“ an.

Studierende lernen in diesem Angebot mit dem Schwerpunkt „Nachhaltiges Bauen“, wie sie ein Gebäude sowohl nachhaltig planen und errichten, als auch anschließend ressourcenschonend betreiben.

„Green Building‘ bezieht sich auf nachhaltige Gebäude, die sowohl ökologische als auch ökonomische Aspekte berücksichtigen und dabei den Nutzeranforderungen, wie etwa an Komfort und Gesundheit, gerecht werden“, erklärt Studiengangsleiterin Prof. Dr. Michaela Lambertz. Engineering bedeute, dass der Fokus des Studiengangs auf den gebäudetechnischen Aufgabenstellungen und Lösungen liege. Dieses Thema sei ein sehr aussichtsreiches Betätigungsfeld für angehende Ingenieurinnen und Ingenieure.

Das Institut setzt bei dem neuen Masterstudiengang auf projektbezogenes, interdisziplinäres und ganzheitliches Lernen. Schwerpunkte des Studiengangs sind unter anderem Bauen und Optimieren im Bestand, Energiedesign und Systemengineering, integrales Planen und Bauprojektmanagement, Zertifizierungen, Gebäudebetriebsmanagement, Monitoring oder Smart Building.

Die Studierenden erlernen etwa, wie sich integrierte Gebäudesysteme während des Betriebs verhalten und welche Bedarfe bei den Nutzern bestehen. Zu den Studieninhalten gehören auch verschiedene Simulationsmethoden und deren Ergebnisinterpretation sowie die Optimierung bestehender technischer Anlagen.

Zugangsvoraussetzung für den Studiengang ist ein anerkannter erster Hochschulabschluss in einem Studiengang in Energie- und Gebäudetechnik oder in einem vergleichbaren Studiengang wie Architektur oder Bauingenieurwesen mit einer Gesamtnote 2,3 oder besser. Ist diese Voraussetzung nicht vollständig erfüllt, so werden Studierende nur unter der Auflage zugelassen, dass sie fehlende Vorkenntnisse durch die erfolgreiche Teilnahme an bestimmten Lehrveranstaltungen aus den Bachelorstudiengängen nachholen.

Insgesamt stehen für den Studiengang 15 Studienplätze zur Verfügung.

Rekordwachstum bei Eigentumswohnungen

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gab es 2014 ein Rekordwachstum von 26 Prozent bei der Fertigstellung von Eigentumswohnungen. Damit wurden zum vierten Mal in Folge die Zahlen des Vorjahrs übertroffen.

Insgesamt wurden im letzten Jahr 55.954 neue Eigentumswohnungen errichtet. Das Segment wächst damit deutlich stärker als andere Wohneigentumsformen. Ihr Anteil an den insgesamt 101.021 fertiggestellten Wohnungen in Mehrfamilienhäusern (Gebäude mit drei und mehr Wohnungen) liegt bei über 55 Prozent. Bei Einfamilienhäusern (+ 3 %) und Zweifamilienhäusern (+ 12 %) fällt der Zuwachs an neuen Wohnungen geringer aus.

Insgesamt wurden 2014 245.325 Wohnungen fertiggestellt, rund 30.000 mehr als im Vorjahr. Das entspricht einem Plus von 14 Prozent.

Trotz der stetig anhaltenden Wachstumszahlen werden jedoch noch immer zu wenige Wohnungen gebaut. Laut jüngst veröffentlichter BBSR-Wohnungsmarktprognose liegt der Neubaubedarf bei derzeit 272.000 Wohnungen pro Jahr. Das Institut prognostiziert in den kommenden 15 Jahren zugleich einen Flächenzuwachs von 16 Prozent für Eigentumswohnungen und erwartet einen Rückgang beim Bedarf an Mietwohnraum um fünf Prozent.

Berlin ist überall

Von Jürgen Michael Schick, Investmentmakler und Vizepräsident des Immobilienverbandes IVD

Jürgen Michael Schick

Jürgen Michael Schick, Immobilienverband IVD

Das Urteil des Amtsgerichtes Berlin zum Mietspiegel hat – auch wenn es noch nicht rechtskräftig ist – Bedeutung weit über die Hauptstadt hinaus. In dem Verfahren ging es um eine Mietanhebung von 853,21 Euro auf 946,99 Euro, der die Mieter nicht zustimmten.

Bisher dachten Mieter und Vermieter, sie seien auf der sicheren Seite, wenn sie sich im Rahmen des Mietspiegels bewegten. Doch ist der Mietspiegel wirklich die Basis, auf die sich künftig alle beziehen werden?

In dem entschiedenen Fall stellte es sich heraus, „dass es sich bei dem Berliner Mietspiegel 2013 nicht um einen qualifizierten Mietspiegel im Sinne von § 558 b GBG handelt, da dieser nicht nach anerkannten wissenschaftlichen Grundsätzen erstellt worden ist“.

Berliner Mietspiegel kein Einzelfall

Das Gericht stellt klar, dass es unmaßgeblich ist, ob die Ersteller selbst einen Mietspiegel als „qualifiziert“ bezeichnen oder nicht. Ebenso sei unmaßgeblich, ob ein solcher Mietspiegel von Mieter- und Vermieterverbänden anerkannt und veröffentlicht worden sei. Ein Gutachter ließ in dem Prozess kein gutes Haar an den Methoden, mit denen der Mietspiegel erstellt worden war. Der Gutachter führte aus, dass die dem Mietspiegel zugrunde liegende Stichprobe „beträchtliche Zweifel hinsichtlich ihrer Repräsentativität erlaube“. Die Definition der Mietspiegelzellen und die Zuordnung der Wohnungen zu diesen Zellen sei „stellenweise systemwidrig“, die bei der Berechnung der Nettomieten in Anschlag gebrachten Abschläge für Betriebskosten entsprächen „nicht der Mietenwirklichkeit“ und die Zu- und Abschläge, die mit rechnerischen Verfahren ermittelt wurden, seien „lediglich Fantasieprodukte“.

Das Gericht ließ offen, ob es alle Kritikpunkte teile. Es reiche jedoch schon aus – und dies stellte das Gericht unzweifelhaft fest – dass die sogenannte „Extremwertbereinigung nicht nach anerkannten wissenschaftlichen Grundsätzen erfolgt ist“. Darüber hinaus sei die Einordnung von verschiedenen Wohnlagen in die Kategorien „mittel“, „gut“ und „einfach“ viel zu ungenau und grobschlächtig, wie das Gericht sehr überzeugend argumentierte.

Also: Der Mietspiegel in Berlin entsprach eindeutig in zahlreichen Punkten nicht den Anforderungen, die an einen qualifizierten Mietspiegel zu stellen sind. Ein Einzelfall? Nein. In anderen Städten sind die Einteilungen teilweise noch viel grobschlächtiger und es wird nur in zwei Lagen unterschieden. Und auch sonst ist der Berliner Mietspiegel keineswegs ein seltenes Beispiel für methodische Fehler.

Steigende Bedeutung der Mietspiegel

Wenn es bisher nicht sehr viel mehr Klagen gegen Mietspiegel gab, dann nicht deshalb, weil deren Qualität unzweifelhaft war. Nein, der Grund lag einfach darin, dass dem Mietspiegel keine so große Bedeutung zukam, wie dies künftig der Fall sein wird. Schon durch die Reduktion der Kappungsgrenze für die Bestandsmieten hatte sich dies geändert. Doch mit einer wahren Klageflut ist erst in einigen Monaten zu rechnen, wenn die Mietpreisbremse in den meisten großen Städten gelten wird.

Es wird zahlreiche Prozesse gaben – manchmal von Vermietern und manchmal von Mietern angestrengt –, da dem Mietspiegel künftig eine viel größere Relevanz zukommt als bisher. Schließlich ist die ortsübliche Vergleichsmiete der zentrale Begriff bei der Mietpreisbremse. Und wie diese zu ermitteln ist, ist künftig die alles entscheidende Frage auch bei Neuvermietungen.

Bisher gab es Rechtsfrieden in Deutschland zwischen Vermietern und Mietern. Sicher, in beiden Gruppen gab und gibt es Querulanten und Streithähne, aber im Großen und Ganzen haben sie sich dennoch recht gut verstanden. Es ist zu befürchten, dass dies jetzt anders werden könnte.

Affen-Blick und NENI-Esprit

Hotels interessieren Gastautorin Elke Tonscheidt, seitdem sie denken kann. Sie liebt die Erwartung nach der Buchung: Wie wird das Zimmer aussehen, wie die Atmosphäre sein, was bietet das Haus?

Nicht nur berufliches Interesse treibt sie also in neue Hotelimmobilien. So ist sie kürzlich bei einem Berlinbesuch auch ins 25hours Hotel Bikini Berlin spaziert. Und hat später Francesca Schiano, die dortige Sales Managerin, gefragt, was moderne Touristen an der 25hours-Idee besonders schätzen.

Elke Tonscheidt hat sich übrigens vor allem in die gewaltigen wie gemütlichen Hängematten in der Lobby verliebt, in die man sich hineinlegtund in den Berliner Zoo schauen kann. Besonderes Highlight on top: Das NENI-Restaurant auf dem Dach.

„Was versprechen Hotels via Website nicht alles? Superlative, wo man hinklickt. Klar, man will und muss Zimmer verkaufen, gerade wenn der Hotelmarkt expandiert. Für jede Nische die passende Bettenburg und je nach Adressat mal lässig- cool, mal extravagant-edel verpackt. Seit einiger Zeit sind sogenannte New Generation Hotels am Start – Zimmer für Menschen, die viel, schnell und kommunikativ reisen wollen oder müssen. Mit besonderer Technologie ausgestattet. Eins davon steht in Wien.

Mehr als 800 „Beherbergungsstätten“ in Berlin

Jetzt bin ich Berlin. Reisende aus aller Welt kommen in die Stadt mit dem Brandenburger Tor. Touris wie Geschäftsleute. Letztere laufen nicht unbedingt Unter den Linden herum, suchen aber auch ein Dach über dem Kopf. Insgesamt sind in der Hauptstadt mehr als 800 sogenannte „Beherbergungsstätten mit mindestens 10 Betten“ registriert, darunter fast 450 Hotels, Gasthöfe und Pensionen.

Rund 13 Millionen Menschen übernachteten dort allein in der 1. Jahreshälfte 2014, gibt das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg bekannt. Allein im August dieses Jahres erreichten die Übernachtungen den Rekordwert von fast drei Millionen. Im Oktober, ich war über den Tag der Deutschen Einheit vor Ort, waren das gefühlt noch mehr. Jedenfalls ächzte nicht nur der Taxifahrer, als ich ihn fragte, wie voll die Stadt sei. „Sehr, sehr voll“, war seine kurze aber verständliche Antwort.

2408_7_25_Bikini_Monkey_5

Gerade in der Dämmerung lohnt sich der Blick auch aus der Bar – wie wird wohl die geschmückte Stadt bald aussehen? / Bild: 25hours Hotel Company GmbH

Viele Besucher, viele Betten: Für Berliner Hoteliers ein Muss, sich entsprechend darzustellen. Ein Hotel, das erst Anfang dieses Jahres eröffnet hat, macht schon aufgrund der direkten Nähe zum Berliner Zoo von sich reden – beziehungsweise spielt den Bonus als Nachbar der importierten Tierwelt Berlins voll aus: „Open for monkey business“, verkündet die Website, und entsprechend heißt die Bar in der 10. Etage des Gebäudes „Monkeys Bar“. Sie verkauft sich als „Hotspot für beste Drinks und leckeres Barfood“.

Stullen in der Bakery, gigantische Aussicht on top

Ist das 25hours Hotel Bikini Berlin, so die Eigenwerbung, wild wie der Dschungel? In dem denkmalgeschützten Bikini Haus am Breitscheidplatz hat man sich jedenfalls sehr bemüht, eine Hotelwelt zu schaffen, „die mit den Gegensätzen von Natur und Kultur spielt“. Neben Bett und Bad will man vor allem Unterhaltung, Überraschung und Spaß bieten. Oder wie es Francesca Schiano ausdrückt: „Wir schaffen Erlebnisse, die man mit nach Hause nimmt und erzählt. Design ist funktional und bei uns lautet es: Come as you are, also man ist willkommen und fühlt sich wohl.“

2396_7_25_Bikini_Lobby_2

Diese Hängematten stehen zwischen Lobby und Bakery zur Auswahl: reinlegen und wohlfühlen / Bild: 25hours Hotel Company GmbH

Als ich, mit Sohnemann (fast 4), in die sogenannte „Woodfire Bakery“ hereinstolpere, werden wir auch als Nicht-Hotelgäste freundlich begrüßt. Hier gibt es, als Teil der Lobby, je nach Tageszeit Stullen, Aperitif-Snacks oder Croissants – vor Ort frisch aus dem Holzofen gebacken. Mit einem Drink setzt man sich dann in die bunten Lounge-Bereiche oder macht es sich auf der Bikini Berlin Terrasse bequem.

Eine Freundin kommt vorbei, um mit uns im Restaurant „Neni“, hoch droben neben der Affenbar, zu lunchen. Wir haben Glück: Es ist „unter der Woche“ und keine Sonne – weniger Menschen sind unterwegs. Abends ist die angesagte Location der bekannten Gastronomin Haya Molcho meist hoffnungslos ausgebucht, heute Mittag bekommen wir den letzten freien Tisch und genießen Kulinarisches aus Israel. Der gigantische Blick ist sensationell, selbst wenn es nieselt.

Molchos Lebensfreude setzt dem Hotel die Krone auf

Wie unterscheiden sich die 25hours-Hotels von anderen Boutique- und Designhotels, von denen ja gerade auch die Hauptstadt nicht arm ist? Sales Manager Francesca Schiano freut sich jetzt besonders auf spezielle Dezember-Angebote: „Wir werden ein klassisches Konzert im Dezember organisieren. Und Balletttänzer dürfen natürlich nicht fehlen.“ Mehr verrät sie (noch) nicht.

2416_7_25_Bikini_Neni_5

Im NENI Berlin sitzt und isst man nicht nur außergewöhnlich, auch der Blick aus der 10. Etage ist klasse / Bild: 25hours Hotel Company GmbH

Grundsätzlich ist sie, die früher im InterConti Berlin gearbeitet hat, vom Konzept der Gruppe überzeugt: „Kennt man eins, kennt man keins“, gibt Schiano das Motto wieder und ergänzt: „Jedes Haus ist ganz individuell und sehr stark vom Standort geprägt. Im 25hours Hotel Hafencity gibt es Kojen anstatt Zimmer, im 25hours Hotel Wien am Museumsquartier sind Zirkus und Spektakel besonders angesagt, da Wien berühmt dafür war.“ Weitere Häuser stehen in Frankfurt und Zürich.

In jeden Fall hat man in Berlin eines geschafft: Mitten in der Hauptstadt drei Dinge zu verbinden: Wohnen, Natur (der Zoo ist an sich schon ein Juwel) und kulinarische Köstlichkeiten. Gerade mit NENI, die Initialen stehen für die vier Söhne der bekannten Gastronomin Haya Molcho, hat man sich einen ganz besonderen Leckerbissen ins beziehungsweise aufs Haus geholt. Ihre Lebensfreude – für Molcho ist Kochen nicht nur Hobby, sondern die Sehnsucht nach zu Hause – setzt dem Hotelkonzept die Krone auf.

Aufzugsmanagement: Besser prüfen oder zahlen

Ein Gastbeitrag von Daniel Ehlers, Geschäftsführer von Hundt Consult

Immobilieneigentümer müssen dafür sorgen, dass die Bewohner des Gebäudes und ihre Besucher die Anlagen nutzen können, ohne ein Risiko einzugehen – das dürfte den meisten Eigentümern bekannt sein. Aus dieser Verantwortung für den Liftbetrieb, die der Immobilieneigentümer teilweise an einen Verwalter oder Facility Manager delegieren kann, ergeben sich jedoch Haftungsrisiken, derer sich viele nicht bewusst sind.

So drohen Bußgelder in vier- bis fünfstelliger Höhe, wenn Prüfungsfristen überschritten werden. Kommt es zu einem Unfall mit Personenschaden, sind theoretisch sogar Haftstrafen möglich.

Fast täglich Bußgelder wegen vernachlässigten Prüfungspflichten
Die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) legt fest, dass jeder Aufzug alle 24 Monate von einer Zugelassenen Überwachungsstelle (ZÜS) – zum Beispiel TÜV oder DEKRA – geprüft werden muss. Die richtigen Abstände zwischen den sogenannten wiederkehrenden Prüfungen einzuhalten, ist dabei essentiell: Bei einer Verspätung von mehr als zwei Monaten droht bereits ein Bußgeld. Die Prüfungen in Auftrag zu geben und fristgerecht durchführen zu lassen, ist Aufgabe des Aufzugsbetreibers – also jener Person, die die Verantwortung für den Liftbetrieb und die Sicherheit der Anlagen trägt.

Zusätzlich fallen Zwischenprüfungen an den Aufzügen an. Wie der Name vermuten lässt, müssen diese zwischen den wiederkehrenden Prüfungen stattfinden. Genauere Vorschriften zu den Fristen nennt die BetrSichV nicht.

Ebenfalls verpflichtend sind weitere regelmäßige Kontrollen der technischen Funktionalität der Anlage von einer dazu beauftragten Person, zum Beispiel dem Hausmeister. Auch für diese Kontrollen muss der Aufzugsbetreiber sorgen. Damit nicht genug: Wenn der Aufzug defekt ist und sich daraus ein Risiko für die Nutzer ergeben kann, muss der Betreiber die Anlage sofort abstellen. Reparatur-, Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten in Auftrag zu geben, diese abzunehmen und alles zu dokumentieren fällt ebenfalls in seinen Zuständigkeitsbereich.

Bußgelder wegen mangelnder Prüfung von Aufzügen werden derzeit übrigens fast täglich verhängt. Dabei ist zu beachten: Ein Immobilieneigentümer kann die Verwaltung der Anlagen und die damit zusammenhängenden Aufgaben zwar an einen technischen Leiter, Facility Manager oder Verwalter delegieren. Er kann die Verantwortung jedoch nicht komplett abgeben. Ein Bußgeldbescheid kann also theoretisch auch auf dem Schreibtisch eines Immobilieneigentümers oder des Vorstandes einer Immobilien-AG landen.

Höhere Kosten durch TRBS 1121
Auch ohne Bußgelder könnten die Kosten für Aufzugsbetreiber – beziehungsweise die Immobilieneigentümer – künftig steigen. Der Grund ist eine Änderung in den „Technischen Regeln für Betriebssicherheit – Änderungen und wesentliche Veränderungen von Aufzugsanlagen“ (TRBS 1121) auf die sich die Bundesregierung vor ihrer diesjährigen Sommerpause geeinigt hat.

Damit steigen unter anderem die Anforderungen an die Installation einer Schutzeinrichtung für den aufwärts fahrenden Fahrkorb gegen Übergeschwindigkeit. Die Kosten für Immobilieneigentümer können dadurch pro Aufzug um bis zu 500 Prozent in den fünfstelligen Eurobereich steigen.

BetrSichV wird novelliert
Bei den Vorschriften zum Liftbetrieb wird sich in naher Zukunft voraussichtlich noch mehr ändern, denn die BetrSichV wird derzeit überarbeitet. Anders als im ursprünglichen Entwurf vorgesehen, werden die Zwischenprüfungen nicht entfallen, im Gegenteil: Es wird wichtiger werden, sie fristgerecht durchzuführen. Im aktuellen Kabinettsentwurf ist zu lesen, dass die Zwischenprüfung „in der Mitte“ von zwei Hauptprüfungen stattfinden soll. Was das im Detail bedeutet, ist derzeit im Entwurf nicht erklärt, wird sich im Laufe der kommenden Wochen und Monate jedoch herausstellen.

Aufzugsbetreiber müssen ihre Pflichten ernster nehmen und sich regelmäßig über anstehende Änderungen informieren. Nur so können sie verhindern, sich strafbar zu machen und vermeiden, zur Zahlung hoher Bußgelder herangezogen zu werden. Und letztlich bedeuten versäumte Aufzugsprüfungen auch immer ein Risiko für Leib und Leben der Nutzer.