Zertifizierungskurs „BIM Professional“

Die Ruhr-Universität Bochum bietet in Zusammenarbeit mit Hochtief ViCon ab dem Sommersemester 2016 – Start ist bereits am 21. April 2016 – einen Zertifizierungskurs „BIM Professional“ als standardisierte Ausbildung zum BIM-Experten an. In sechs thematisch strukturierten Modulen lernen die Teilnehmer in den Bereichen Technologie, Prozesse, Menschen und Richtlinien, wie mithilfe praxiserprobter Methoden und Werkzeuge Projekte mit BIM effizienter gestaltet werden können.

Die BIM-Schulung richtet sich an:

  • Ingenieure und Architekten aus allen Leistungsphasen
  • Führungskräfte und Projektleiter
  • zukünftige BIM-Koordinatoren

Kursteilnehmer haben so die Möglichkeit, sich berufsbegleitend und ganzheitlich mit dem Themenkomplex BIM auseinanderzusetzen. Der Kurs endet nach erfolgreicher Teilnahme mit dem Abschlusszertifikat „BIM Professional“. Das Zertifikat wird von der Gesellschaft Planen Bauen 4.0 anerkannt.

Master „Green Building Engineering“ in Köln

Zum Wintersemester 2015/16 bietet das Institut für Technische Gebäudeausrüstung der Fachhochschule Köln erstmals den dreisemestrigen Masterstudiengang „Green Building Engineering“ an.

Studierende lernen in diesem Angebot mit dem Schwerpunkt „Nachhaltiges Bauen“, wie sie ein Gebäude sowohl nachhaltig planen und errichten, als auch anschließend ressourcenschonend betreiben.

„Green Building‘ bezieht sich auf nachhaltige Gebäude, die sowohl ökologische als auch ökonomische Aspekte berücksichtigen und dabei den Nutzeranforderungen, wie etwa an Komfort und Gesundheit, gerecht werden“, erklärt Studiengangsleiterin Prof. Dr. Michaela Lambertz. Engineering bedeute, dass der Fokus des Studiengangs auf den gebäudetechnischen Aufgabenstellungen und Lösungen liege. Dieses Thema sei ein sehr aussichtsreiches Betätigungsfeld für angehende Ingenieurinnen und Ingenieure.

Das Institut setzt bei dem neuen Masterstudiengang auf projektbezogenes, interdisziplinäres und ganzheitliches Lernen. Schwerpunkte des Studiengangs sind unter anderem Bauen und Optimieren im Bestand, Energiedesign und Systemengineering, integrales Planen und Bauprojektmanagement, Zertifizierungen, Gebäudebetriebsmanagement, Monitoring oder Smart Building.

Die Studierenden erlernen etwa, wie sich integrierte Gebäudesysteme während des Betriebs verhalten und welche Bedarfe bei den Nutzern bestehen. Zu den Studieninhalten gehören auch verschiedene Simulationsmethoden und deren Ergebnisinterpretation sowie die Optimierung bestehender technischer Anlagen.

Zugangsvoraussetzung für den Studiengang ist ein anerkannter erster Hochschulabschluss in einem Studiengang in Energie- und Gebäudetechnik oder in einem vergleichbaren Studiengang wie Architektur oder Bauingenieurwesen mit einer Gesamtnote 2,3 oder besser. Ist diese Voraussetzung nicht vollständig erfüllt, so werden Studierende nur unter der Auflage zugelassen, dass sie fehlende Vorkenntnisse durch die erfolgreiche Teilnahme an bestimmten Lehrveranstaltungen aus den Bachelorstudiengängen nachholen.

Insgesamt stehen für den Studiengang 15 Studienplätze zur Verfügung.

Rekordwachstum bei Eigentumswohnungen

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gab es 2014 ein Rekordwachstum von 26 Prozent bei der Fertigstellung von Eigentumswohnungen. Damit wurden zum vierten Mal in Folge die Zahlen des Vorjahrs übertroffen.

Insgesamt wurden im letzten Jahr 55.954 neue Eigentumswohnungen errichtet. Das Segment wächst damit deutlich stärker als andere Wohneigentumsformen. Ihr Anteil an den insgesamt 101.021 fertiggestellten Wohnungen in Mehrfamilienhäusern (Gebäude mit drei und mehr Wohnungen) liegt bei über 55 Prozent. Bei Einfamilienhäusern (+ 3 %) und Zweifamilienhäusern (+ 12 %) fällt der Zuwachs an neuen Wohnungen geringer aus.

Insgesamt wurden 2014 245.325 Wohnungen fertiggestellt, rund 30.000 mehr als im Vorjahr. Das entspricht einem Plus von 14 Prozent.

Trotz der stetig anhaltenden Wachstumszahlen werden jedoch noch immer zu wenige Wohnungen gebaut. Laut jüngst veröffentlichter BBSR-Wohnungsmarktprognose liegt der Neubaubedarf bei derzeit 272.000 Wohnungen pro Jahr. Das Institut prognostiziert in den kommenden 15 Jahren zugleich einen Flächenzuwachs von 16 Prozent für Eigentumswohnungen und erwartet einen Rückgang beim Bedarf an Mietwohnraum um fünf Prozent.

Master „Planung nachhaltiger Gebäude“

Bereits zu dem derzeit laufenden Sommersemester startete an der Beuth Hochschule für Technik Berlin der interdisziplinäre Master-Studiengang „Planung nachhaltiger Gebäude„.

In ihm können Bachelor-Absolventinnen und -Absolventen der Fachrichtungen Architektur, Bauingenieurwesen, Facility Management, Gebäude- und Energietechnik sowie Landschaftsarchitektur sowohl ihr gebäudebezogenes Fachwissen vertiefen als auch das gemeinsame Planen nachhaltiger Gebäude erlernen.

Nicht nur beim Bauen von Neubauten, sondern auch bei zu sanierenden Bestandsgebäuden sind heute im Sinne des Klimaschutzes besondere ganzheitliche Herausforderungen zu beachten. Das klassische Planen reicht dabei oft nicht mehr aus. Moderne, umweltverträgliche Gebäude weisen einen hohen Komplexitätsgrad auf. Die Planung solcher Gebäude erfordert laut der Hochschule fachübergreifendes Wissen und die frühzeitige Zusammenarbeit von Architekten und Ingenieuren.

Die Beuth Hochschule setzt daher auf ein folgendes Lernkonzept: Praktiziert wird ein Projektstudium mit interdisziplinärer Teamarbeit als Lehr- und Lernmethode. Kooperationen mit Unternehmen der Baubranche sichern darüber hinaus den aktuellen Kontakt zur Praxis.

So sollen Absolventinnen und Absolventen zu Experten für nachhaltiges Bauen werden, die qualifiziert sind, zukunftsfähige Gebäude zu planen und zu betreiben. Die ebenfalls praxisnahen Lehrinhalte wurden gemeinsam mit Experten aus der Wirtschaft entwickelt und gezielt durch ökologische Themen und Fragestellungen erweitert.

Das Studium dauert vier Semester und führt zum Master of Science. Studiengebühren werden keine erhoben.

Masterstudiengang „Baurecht im Lebensszyklus von Bauwerken“

Gemeinsam mit der BWI Bau GmbH – Institut für Bauwirtschaft hat die FH Münster den berufsbegleitenden Masterstudiengang „Baurecht im Lebenszyklus von Bauwerken“ entwickelt. Die wissenschaftliche Leitung übernimmt die Hochschule, die Lehre erfolgt durch beide Partner.

Schon zum kommenden Sommersemester geht der Studiengang an den Start. Er richtet sich an Bauingenieure, Architekten, Fachingenieure, Wirtschaftswissenschaftler sowie Juristen. Nach bestandener Masterprüfung verleiht die Hochschule den „Master of Laws“.

„Normen, Ordnungen, Verträge – rechtliche Fragen rund ums Bauen werden immer komplizierter“, sagt Prof. Dr. Richard Dellen von der Fachhochschule Münster. Es gebe zwar genug gesetzliche Vorgaben und Richtlinien, aber jedes Bauobjekt sei ein Unikat, jede Abweichung von der Regel habe Konsequenzen.

Daher sollen in dem Studiengang die spezifischen rechtliche Besonderheiten wie das Planungsrecht, die Projektentwicklung, die Problematik des Nachtragsmanagements und die Nachhaltigkeit hinsichtlich dem Planen, Bauen und Betreiben von Bauwerken vermittelt werden.

Die Studienzeit ist auf vier Semester ausgerichtet, die Studienkosten belaufen sich für jedes Semester auf 3.000 Euro.

 

„Ich designe Hotels mit Identität“

Das im Frühjahr 2015 neu eröffnete Hotel Schani Wien besticht nicht nur durch technologische Highlights. Auch die Architektur ist ausgefallen, wofür das Wiener Architektbüro „archisphere“ steht. Ein Projekt, das sehr individuell erscheint und trotz ambitionierter Zeit- und Budgetvorgaben „nachhaltig, ökonomisch und designorientiert geplant“ wurde. Elke Tonscheidt hat den Architekten Gabriel Kacerovsky gefragt, was genau das eigentlich heißt.

Gabriel Kacerovsky/Bild:

Gabriel Kacerovsky/Bild: Archisphere

Elke Tonscheidt: Herr Kacerovsky, Sie entwickeln „eigenständige Hotelpersönlichkeiten“. Was bedeutet das?
Gabriel Kacerovsky: Unabhängig von der Hotelkategorie und den Sternen ist das Hotel ein Ort, der die Individualität der Gäste wiederspiegelt. Das Hotel muss genauso wie seine Gäste Persönlichkeit haben. Eine eigenständige Persönlichkeit zeichnet sich dadurch aus, dass sie eine klare Haltung hat und etwas zu sagen hat.

Tonscheidt: Eines Ihrer letzten Projekte ist das Hotel Schani in Wien. Sie sagen selbst darüber, das es nachhaltig, ökonomisch und zugleich designorientiert ungesetzt wurde. Wie schafft man diesen Dreiklang?
Kacerovsky:
Nachhaltigkeit ist keine Option mehr, sondern eine Vorraussetzung. Im Hotel Schani wurde nicht nur eine energiesparende Klimatisierung eingesetzt, sondern auch eine nahezu völlig lautlose. Sie sorgt gleichzeitig mit einen hohen Anteil an Frischluft für saubere Luft in den Zimmern. Beim Entwurf der Möbel haben wir Wert auf echte Materialien gelegt wie Sperrholz, Messing und Stein. Wir betrachten das Hotel wie eine Wohnung, nicht die eigene, aber eine, in die ich mit Freude zu Besuch komme.

Tonscheidt: Was bedeutet die Green Building-Zertifizierung für das Schani konkret?
Kacerovsky: Wichtig ist, Nachhaltigkeit von Anfang an mit zu denken. Es geht dabei nicht nur um die Investitionskosten, sondern auch um den Betrieb, die Erhaltung, die Wieder- und Weiterverwendbarkeit. Wenn man das im Auge hat, werden die Vorraussetztungen für eine Green Building-Zertifizierung quasi im Vorbeigehen erfüllt.

Tonscheidt: Im Schani, das als zukunftsweisend gilt, wurde nichts mit der Schablone entworfen, sprich es hat eine sehr eigene individuelle Identität bekommen. Etwas, was mich persönlich sehr angesprochen hat.
Kacerovsky:
Das geht nicht nur Ihnen so. Moderne Reisende wollen in der Stadt und an dem Ort, an den sie gereist sind, auch wirklich ankommen. Sie wollen keine Hotels ohne Herz. Hotelketten, die stolz darauf sind, dass jedes Haus aussieht wie das andere, sind meines Erachtens nicht mehr auf der Höhe der Zeit.

  • Das Hotel Schani in Wien/Bild: Kurt Hoerbst
    Das Hotel Schani in Wien/Bild: Kurt Hoerbst
  • Das Hotel Schani in Wien/Bild: Kurt Hoerbst
    Das Hotel Schani in Wien/Bild: Kurt Hoerbst
  • Das Hotel Schani in Wien/Bild: Kurt Hoerbst
    Das Hotel Schani in Wien/Bild: Kurt Hoerbst

Tonscheidt: Keiner will mehr ins Steigenberger?
Kacerovsky: Luxus definiert sich heute anders. Für mich ist Differenzierung das Zauberwort. Reisende suchen echte Erlebnisse, etwas, was sich von anderem abhebt. Das muss nicht teurer sein, aber anders. Und das muss sich in einer handwerklichen Hotellerie wiederfinden.

Tonscheidt: Sie designen Hotels nicht mit der Schablone, ist es das?
Kacerovsky:
Genau, bei unseren Projekten geht es um eine Designhaltung, die sich aus der Identität des Ortes und der lokalen Gesellschaft ableitet. Kettenhotels, die gerade stolz auf ihre Unverwechselbarkeit sind, gehören nicht dazu. Ich möchte eine emotionale Dimension in das Hotelerlebnis einbringen. Das ist mein Ansatz.

Tonscheidt: In Wien zeigt sich das wie genau?
Kacerovsky:
Nehmen wir nur das Thema Kaffeehaus, das ja mit Wien verbunden wird und als gesellschaftlicher Ort gilt. Das findet sich nicht nur in der Lobby wieder, sondern wird auch in den Zimmern fortgesetzt: Kaffeehaustisch statt Schreibtisch. Bugholzlehne auf einem Fenstersofa für lässiges Arbeiten mit dem Laptop am Schoß und gleichzeitig ein Ort zum Ausruhen, um über die Stadt zu schauen.

Tonscheidt: Man sagt, dass in der Hotelwelt heute Leisure und Business immer mehr verschwimmen. Was bedeutet das?
Kacerovsky:
Arbeit hat heute einen anderen Stellenwert als früher beziehungsweise die neue Generation organisiert sich anders. Schlagwort „Sharing Economy“. Der Trend zu Wohlfühlräumen geht auch an der Arbeit nicht vorbei. Wer heute gern und viel arbeitet, versucht das optimalerweise in einer Atmosphäre zu tun, in der es ihm auch als Mensch gut geht.

Tonscheidt: Wagen Sie mit mir die These, dass man dann auch weniger „ausbrennt“, um ein anderes Schlagwort unserer Zeit zu benutzen?
Kacerovsky: Ich bin Architekt, kein Arzt.

Tonscheidt: Und ich Journalistin, kein Guru.
Kacerovsky: Lassen Sie es mich so formulieren: Wenn man das Gefühl für den Ort hat, wo man arbeitet oder lebt, dann ist das viel wert. Für den ganzen Körper, den ganzen Menschen. Wir als Architekten können durch eine Designhaltung, die auch mutig Dinge weglässt, viel bewirken. Manche mögen das als schöngeistig verstehen. Ich glaube aber, dass veränderte Konsummuster auch dazu führen: Reisende unserer Zeit sind letztlich auch bereit, mehr für ein besseres Erlebnis zu bezahlen. Sprich, die emotionale Bindung hilft bei der Preisdurchsetzung, unabhängig vom Marktsegment, eben auch in der Hotellerie, ja, in der ganzen Immobilienwelt.

Tonscheidt: Sie meinen, man lebt dort, wo man sich wohl fühlt, man kauft da, wo es schön ist?
Kacerovsky:
Das geht sicher nicht in jedem Milieu, einverstanden. Aber bei den Zielgruppen, die zum Beispiel das Hotel Schani in Wien anspricht, ist das so.

Tonscheidt: Vielen Dank für das Gespräch!

Effizientes Zeitmanagement am Bau

Ein Gastbeitrag von Verena Mikeleit

Wie moderne, webbasierte Technologie im privaten Sektor Komfort bringt und in vielen Situationen intelligente Hilfestellung leistet, zeigen Modelle wie die Packstationen des Paketdienstes DHL oder das CAR2GO-Konzept des Autovermieters Europcar. Keine Zeit während der regulären Öffnungszeiten der örtlichen Postfiliale? Auf Sightseeing-Tour in einer Großstadt ohne eigenes Auto und keine Lust auf öffentliche Verkehrsmittel und lange Schlangen vor der Autovermietung? Immer mehr Bürgerinnen und Bürger nutzen die intelligenten Bestell- und Mietkonzepte und schätzen die Vorteile.

Auch der Konzeptanbieter 2G Konzept aus Kirchheim an der Weinstraße verfolgt diese Idee – allerdings für das Handwerk. Er vermarktet Service-Stationen, mit denen Profiwerkzeuge inklusive Zubehör sowie Verbrauchsmaterialien gekauft und gemietet werden können. Die Basis der Lösung, die in Zusammenarbeit mit den Hochschulen in Darmstadt, Dresden und in Wuppertal konzipiert und realisiert wurde, bilden die aus der Telekommunikation bekannte UMTS- sowie die in der Logistik erprobte RFID-Technologie.

Fokus auf die Bauleistung statt organisieren und verwalten

24 Stunden täglich an insgesamt 365 Tagen im Jahr. /Quelle: 2G Konzept

24 Stunden täglich an insgesamt 365 Tagen im Jahr. /Quelle: 2G Konzept

Im Handwerk kommt es nicht selten vor, dass Maschinen gerade dann ausfallen, wenn sie dringend zum Abschluss einer Aufgabe benötigt werden. Speziell bei kleineren Betrieben fehlt oft Ersatz. Genauso können Zubehörteile beschädigt werden oder entscheidende Verbrauchsmaterialien sind in dem Moment, in dem sie eingebaut werden sollen, nicht in benötigter Menge vorhanden.

Die Folge: Die Arbeiten müssen unterbrochen werden und es gilt, schnellstmöglich Geräte und Material zu beschaffen. Ein Organisations-Rattenschwanz, der Zeit und damit Geld kostet – für Handwerksbetriebe und Kunden gleichermaßen. Nach Angaben des Fraunhofer-Instituts kommt Stand heute nur rund 35 Prozent der eigentlichen Arbeitszeit der auszuführenden Bauleistung zugute. Den Rest schlucken Organisation, Verwaltung und Co.

24 Stunden geöffnet an 365 Tagen im Jahr

Um hier Abhilfe zu schaffen, möchten die Pfälzer die neuen Service-Stationen in verschiedenen Gewerbegebieten innerhalb der Bundesrepublik platzieren. Kleine und mittelständische Betriebe sowie Privatpersonen können in diesen Containern Profiwerkzeuge für ihre Aufgaben mieten, Zubehör dafür erwerben – etwa Trennscheiben, Bohrer oder Meißel – sowie weitere Materialien bestellen und kaufen. Der Vorteil im Gegensatz zum Baumarkt: Wie bei den DHL-Packstationen sind sie nicht an die Öffnungszeiten des Geschäftes gebunden. Die Service-Station steht 24 Stunden täglich an insgesamt 365 Tagen im Jahr zur Verfügung.

Eine Ampelschaltung zeigt die Verfügbarkeit in Echtzeit an. Aus einem vorab definierten Katalog können die Nutzer zusätzliche Verbrauchsmaterialien in den Container bestellen. Die Lieferung erfolgt in der Regel innerhalb von 24 Stunden. Die Materialorder funktioniert ebenso in der Service-Station vor Ort. Beim Hinterlegen der Kontaktdaten erfolgt eine Benachrichtigung per SMS, sobald die Baustoffe vorrätig sind. Auch dies ist eine bekannte Vorgehensweise aus der Logistikbranche.

Damit Zubehörteile permanent zur Verfügung stehen, informiert die Stations-Software die Lieferanten, wann immer Teile verkauft wurden und entsprechend nachgefüllt werden muss.

Einfaches Bezahlsystem und Dokumentation

Und wie funktioniert die Bezahlung? „Dank der intelligenten IT im Hintergrund einfach und komplett nachvollziehbar“, erklärt Geschäftsführer und Gründer Reiner Gradwohl. In der Regel können Nutzer mit EC- oder Kreditkarte Geräte mieten sowie Zubehör und Verbrauchsmaterialien erwerben.

Sofern gewünscht, können Betriebe ihre Mitarbeiter oder Projektpartner auch mit speziellen Kundenkarten für die Service-Station ausstatten, worüber eine Bezahlung möglich ist. Die RFID-Technologie dokumentiert exakt, wie lange eine Maschine oder ein Gerät im Einsatz war und rechnet stundengenau ab.

Wird ein Gerät vermietet, hinterlegt der Besteller eine Kaution, die ihm bei Rückgabe abzüglich der Miete auf sein Konto zurückgebucht wird. Eine Quittung dokumentiert sämtliche Mieten und Einkäufe für die Buchhaltung. Ebenso vorteilhaft: Maschinen und Geräte müssen nicht zwingend an derjenigen Station zurückgegeben werden, an der sie ursprünglich gemietet wurden. Praktisch, wenn ein Unternehmen ein Gerät beispielsweise für mehrere Projekte an unterschiedlichen Standorten benötigt.

Auch das Thema Arbeitssicherheit ist durchgängig integriert: Die webbasierte Stations-Lösung beinhaltet nicht zuletzt die Termine für die für jedes Unternehmen vorgeschriebenen BGV-A3-Prüfungen aller Maschinen. Steht ein Prüftermin für ein Gerät an, so kann dieses bis zum Abschluss der Prüfung nicht mehr vermietet werden.

Integrierte Unternehmenslösung

Die Stations-Systeme bieten alles in allem auch die Voraussetzungen für den Einsatz auf Baustellen innerhalb eines Bauunternehmens. Denn auch hier gilt es, Ressourcen stets effizient zu nutzen, Materialverfügbarkeit sicherzustellen und hinreichende Sicherheit durch regelmäßige Prüfungen zu gewährleisten.

Hinzu kommt die Möglichkeit, die Qualifikationen der Mitarbeiter auf den Baustellen ins System aufzunehmen, sodass stets nur diejenigen Kollegen ein Gerät verwenden dürfen, für das sie über die notwendige Qualifikation verfügen. Da sämtliche Service-Container via WWW mit einem zentralen Server in Verbindung stehen, kann eine umfassende Auswertung für beispielsweise Kalkulation und Gerätebuchhaltung vorgenommen werden. „Unsere Technologie lässt sich individuell an die Prozesse eines Unternehmens adaptieren und dabei außerdem in die vorhandene IT-Infrastruktur, wie zum Beispiel Finanzbuchhaltung, Projektmanagement-Software oder IT-Lösung für Bautagesberichte, durchgängig integrieren“, erklärt Gradwohl.

Gebäude simulieren

Von Christine Gärtner, Managerin bei EY (Ernst & Young) Real Estate

Bauen ist grundsätzlich komplex. Zusätzliche Herausforderungen ergeben sich in Fällen, in denen Unternehmen eigene Immobilien errichten, beispielsweise zu Produktionszwecken. Das Zusammenspiel von Gebäudehülle und Produktions- beziehungsweise Organisationsprozessen im Innern muss hier den individuellen Anforderungen des Unternehmens gerecht werden. Allerdings bringen die Unternehmen, zum Beispiel die des produzierenden Gewerbes, üblicherweise wenig Erfahrung als Bauherr mit.

Simulation über digitale Gebäudemodelle

Christine Gärtner

Christine Gärtner von Ernst & Young Real Estate

Allerdings werden nach unsereren Beobachtungen genau solche Fälle eine Vorreiterrolle bei Neuentwicklung im Bauen einnehmen. Daher sollten der Bau und die Nutzung des Gebäudes bereits im Vorfeld bis in kleinste Details simuliert werden. Dies geschieht über digitale Gebäudemodelle, bei denen alle Gebäudeteile nicht nur dreidimensional am Computer dargestellt werden, sondern zudem mit einer Fülle relevanter Informationen hinterlegt sind.

Die Informationen umfassen die Architektur: Welche Auswirkungen hat eine bestimmte Fassade auf die spätere Raumtemperatur, und welche anfänglichen und laufenden Kosten sind mit welchem Bauteil verbunden?

Über die Architektur hinaus umfassen die Informationen die konkrete Nutzung des Gebäudes: Welche Bereiche müssen räumlich miteinander verzahnt werden, um die internen Prozesse adäquat abbilden zu können? Wie sieht es mit Wartungen aus? Wie sind die Laufwege der Mitarbeiter? Und werden dabei sensible Bereiche gestört? Wo entstehen Emissionen oder im Falle der Produktion beispielsweise Erschütterungen?

Building Information Modeling

Dies geschieht optimalerweise über digitale, informationsgestützte Gebäudemodelle – im Ausland sind sie längst Standard. Oft sind sie gar gesetzlich vorgeschrieben. Sie laufen dort unter dem Stichwort Building Information Modeling (BIM) und haben das Ziel, Baukosten zu senken und den späteren Betrieb zu optimieren.

In Deutschland ist das Thema noch jung. Wir schätzen die Zahl aktueller Bauprojekte auf etwa ein Dutzend. Häufig sind es Projekte ausländischer Bauherren, die in ihrem Heimatländern gute Erfahrungen mit BIM gemacht haben und das System nun freiwillig in Deutschland anwenden.

Meine Empfehlung daher: Je früher die deutsche Bauwirtschaft mit dem Thema beginnt, desto besser. Wir hinken dem Ausland ohnehin hinterher. Zudem rechnen Experten damit, dass BIM-Systeme auch in Deutschland Pflicht werden. Nutzen wir die Zeit, um vorbereitet zu sein.

Königsklasse Quartiersentwicklung

Ein Gastbeitrag von Thorsten Wiehe, Gründer und geschäftsführender Gesellschafter der Goldwert Gruppe.

Thorsten Wiehe

Thorsten Wiehe

Quartiersentwicklung ist seit einigen Jahren wieder en vogue. Nach der Wiedervereinigung hatte es eine Phase gegeben, in der ganze Stadtteile auf dem Reißbrett entwickelt und auf der grünen Wiese umgesetzt wurden. Die Quartiere von heute sind typischerweise in der Innenstadt gelegen. In erster Linie sind es Konversionsprojekte: Meist sind es ehemalige Bahnareale, aufgegebene Militär- oder Industrieflächen.

Quartiersentwicklung auf der grünen Wiese ist weniger anspruchsvoll als die Quartiersentwicklung in den Innenstädten. Bei Letzterem schauen die Behörden noch genauer hin und verlangen eine Reihe von Gutachten  – zum Beispiel zum Schallschutzkonzept.

Die Rolle des Projektentwicklers

Eine besondere Rolle kommt dabei dem Projektentwickler zu. Grundsätzlich ist ein Projektentwickler in erster Linie ein Problemlöser. Probleme tauchen bei jeder Projektentwicklung auf. Bei innerstädtisch gelegenen Quartieren betragen die Probleme ein Vielfaches von denen, die bei einer einfachen Projektentwicklung anfallen.

Die Komplexität erhöht sich auch dadurch, dass in Quartieren meist ein Mix aus verschiedenen Nutzungsarten entsteht. Der Projektentwickler muss mit den unterschiedlichen Themen Wohnen, Büro, Einzelhandel und Hotel umgehen können. Daher kann die Entwicklung von innerstädtischen Quartieren durchaus als die Königsklasse der Projektentwicklung bezeichnet werden.

Gelungene Quartiere bestechen durch Nachhaltigkeit

Ein gelungenes Quartier ist ein zusammenhängendes Gebiet mit funktionaler, baulicher und sozialer Vielfalt sowie qualitätsvollen öffentlichen Räumen. Der Ansatz der Nutzungsmischung findet sich darin. Im Idealfall wird auch die Idee der „Stadt der kurzen Wege“ realisiert: Das Quartier ist gut an den öffentlichen Nahverkehr angebunden, dies folgt allerdings meist bereits aus der oben angesprochenen zentralen oder zentrumsnahen Lage innerhalb des Stadtgefüges. Das Quartier selbst hat ein gewisses Volumen, das ihm – gepaart mit seiner städtebaulich-architektonischen Qualität – eine herausragende Stellung für sein Umfeld verleiht.

Anspruchsvoll ist auch das Einbinden des Quartiers in sein Umfeld. Zwar ist das Quartier eine zusammenhängende, in sich stimmige Einheit, es sollte aber auch die Gefüge und städtebaulichen Zusammenhänge seines Umfelds berücksichtigen. Das setzt voraus, dass dem Quartier ein einheitliches, übergreifendes städtebauliches Konzept zugrunde liegt. Oft erstreckt sich das Quartier dabei über mehrere Grundstücke, und es umfasst mehrere Gebäude.

Quartiersentwicklung ist die Königsklasse

Dabei ist es egal, ob ein Quartier als Neubau neu geschaffen oder bestehende Strukturen zu einem Quartier weiterentwickelt werden. Beide Fälle – die Neuentwicklung und das übergreifende Redevelopment mit Quartiers-Ansatz – sind städtebauliche Aufgaben, die in ihrer Komplexität kaum zu überbieten sind.

Die aktuellen Quartiersentwicklungen sind aus den genannten Gründen sehr viel anspruchsvoller als in der Vergangenheit. Projektentwicklung ist die Königsdisziplin der Immobilienwirtschaft und innerhalb der Projektentwicklung ist wiederum die Quartiersentwicklung die Königsklasse.

Mängelmanagement-Apps sind im Trend

Gastbeitrag von Elke Tonscheidt

Was ist im operativen Mängelmanagement entscheidend? Vermutlich gehören die genaue Feststellung sowie die Zuordnung und Behebung von Mängeln mit Einbindung aller relevanter Projektbeteiligten in einem gemeinsamen Arbeitsraum dazu. Das internationale Software-Unternehmen Conject mit Hauptsitz in München wollte es genauer wissen und befragte, anonym, Akteure der Bau- und Immobilienbranche: Wie dokumentieren, archivieren und verwalten Sie Baumängel und was wünschen Sie sich künftig für einen besseren Überblick? Elke Tonscheidet hat für RE Times die Ergebnisse, die vor wenigen Tagen publiziert wurden, zusammengefasst.

An der Umfrage beteiligten sich laut Conject zu einem Drittel Bauherren und Eigentümer, gefolgt von Planern, Beratern, Generalunternehmern und Projektsteuerern. Auch Bauleiter, Facility Manager und Behörden gaben Auskunft.

Ralf Händl: „Treffen den Nerv der Zeit“

Die Ergebnisse zeigen: Über 80 Prozent der Teilnehmer setzen zur Erfassung und Bearbeitung von Mängeln Digitalkameras und Smartphones ein, nur 64 Prozent versenden via E-Mail mit Datei-Anhängen wie Mängellisten, Fotos oder Planmarkierungen. Auch Excel-Listen nehmen nach wie vor einen großen Anteil (rund 59 %) ein. Da auch die Baubranche immer digitalisierter arbeitet, scheint das Diktiergerät als Mängelprotokoll weniger relevant zu sein. Dafür steigt das Interesse an einem mobilen Mängelmanagement. Ralf Händl, Geschäftsführer und CEO der Conject Holding GmbH, schließt daraus: „Eine schöne Bestätigung dafür, dass wir mit unserem mobilen Mängelmanagement genau den Nerv der Zeit treffen. Der Bedarf für eine solche Lösung ist also definitiv vorhanden.“

Interessant auch die Antworten auf die Frage, wie ein professionelles Mängelmanagement die tägliche Arbeit konkret erleichtern kann. Deutlich wurde, dass folgende Anforderungen wichtig sind: Es muss übersichtlich, leicht und intuitiv bedienbar sein. Mängellisten, Bilder und Kommunikation müssen verknüpfbar und die Nachvollziehbarkeit für alle Projektteilnehmer gegeben sein.

 „Das spornt uns an und zeigt uns das Potenzial auf.“

Wie zufrieden sind die Akteure momentan hinsichtlich ihres derzeit praktizierten Mängelmanagements? „Die Handhabung von Mängeln“, heißt es im Conject-Blog, „schneidet durchschnittlich befriedigend ab“. Noch schlechter schnitten Benutzerfreundlichkeit und Wirtschaftlichkeit ab, notiert das Unternehmen. Ralf Händl kommentiert das wie folgt: „Obwohl die aktuellen Methoden durchschnittlich nur als befriedigend bewertet wurden, werden die Alternativen zu Excel von einem großen Teil nicht eingesetzt. Das spornt uns an und zeigt uns das Potenzial auf.“

Für Re Times sind die Umfrageergebnisse besonders interessant hinsichtlich der daraus ableitbaren Trends. Hier zeigt sich: Mobile Mängelmanagement-Apps und webbasierte Software auf z. B. Tablets werden bereits genutzt, sind aber – noch – in der Minderzahl. Conject wertet das als erfreuliche Tatsache, „dass die Skepsis gegenüber mobilen Softwareanwendungen für das Mängelmanagement nicht groß zu sein scheint“. Im Blog des Unternehmens heißt es weiter: „So äußerten weniger als 50 Prozent der Befragten jeweils überhaupt Bedenken, wobei der meistgenannte Grund Unkenntnis über mobile Software als Alternative zu Excel ist (46 Prozent).“

Welches Fazit kann man ziehen?

Viele Firmen betrachten das Thema Mängelmanagement als entscheidend. Auch wenn einige bereits gute, zudem wirtschaftlich sinnvolle Lösungen gefunden haben, sehen viele hier noch Potential nach oben. Im Blog zieht Conject folgendes Resume: „Die Umfrageergebnisse verdeutlichen das Optimierungspotenzial auf Kundenseite“ und man glaubt, genau hier Angebote machen zu können.

Welchen entscheidenden Nutzen eine mobile Variante habe, wollten wir von Ralf Händl abschließend wissen. Der Conject-CEO antwortet: „Der entscheidende Vorteil des mobilen Mängelmanagements liegt darin, dass es vor Ort – auf der Baustelle oder während der Inspektion im bestehenden Gebäude – im offline-Betrieb zur Verfügung steht und alle Daten erfassen kann. Zurück im Büro kann die Synchronisierung mit der Datenbank stattfinden und alle Prozesse angestoßen werden. Das spart unendlich viel Zeit – nach Aussagen unserer Kunden 98% des bisherigen Aufwands – und sichert darüber hinaus die Projektqualität.“

Einen detaillierten Einblick in die Umfrageergebnisse mit Graphiken finden Sie im Conject-Blog.