Umfrage: „Wie möchtest du in der Zukunft wohnen?“

Ernst & Young Real Estate fragt Studenten, Auszubildende und Schüler: „Wie möchtest du in der Zukunft wohnen?“ Bitte nimm dir wenige Minuten Zeit und teile uns mit, wie du dir deine Wohnung der Zukunft vorstellst.

Für jede Antwort spendet Ernst & Young Real Estate 50 Cent an die Stiftung Lesen. Hier ist EY bereits seit 2013 Mitglied im Stifterrat und engagiert sich seitdem auch an verschiedenen Events der Stiftung, um dem Thema Lesen mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

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Lagerflächenmarkt: Die „Kaufhäuser des E-Commerce“ treiben die Nachfrage an

Von Rainer Koepke, Managing Director und Head of Industrial & Logistics Agency bei CBRE in Frankfurt am Main

Derzeit bewegt sich der E-Commerce auf einen Anteil von 20 Prozent am Gesamthandel mit klassischen Konsumgütern zu. Die Lagerhallen werden dabei immer mehr zu den Kaufhäusern der Zukunft: Die Kunden kaufen virtuell im Internet, die realen Produkte lagern bis zum Versand in den Logistikflächen. Dass es hier weiteres Wachstumspotenzial gibt, ist unstrittig.

Deswegen haben in den vergangenen Jahren auch viele klassisch aufgestellte Unternehmen eigene E-Commerce-Ableger aufgebaut. Im Schatten des übermächtigen AOZ-Trios – Amazon, Otto und Zalando – fahren sie damit häufig überraschend erfolgreich. So erfolgreich, dass viele der organisch gewachsenen Flächen jetzt an ihre Grenzen stoßen. Dieser Expansionsbedarf wird den Markt der Logistik-Immobilien in den nächsten Jahren antreiben.

Rainer Koepke

Rainer Koepke, Managing Director und Head of Industrial & Logistics Agency bei CBRE

Häufig bearbeiten diese Firmen den virtuellen Ableger parallel zu ihrem traditionellen Geschäft völlig eigenständig ohne die Unterstützung eines E-Fulfillment-Dienstleisters. Sie kümmern sich selbst um den Web-Shop, die Auftragsannahme, Fakturierung und das Retouren-Management, denn sie sehen dies als ihre Kernkompetenz an. Wollen sie sich diese Unabhängigkeit bewahren, wirkt sich dies auch auf den Flächenbedarf aus. Denn gerade das Retouren-Management wird komplexer. Weil das probeweise Bestellen für die Kunden immer selbstverständlicher wird, machen die Retouren bei einigen Anbietern bis zu 50 Prozent des Warenverkehrs aus. Daraus folgt, dass Unternehmen für eine rasche und reibungslose Abwicklung mehrere Lkw-Höfe benötigen: klassisch einen für den Outbound- und einen für den Inbound-Verkehr. Zusätzlich müssen für die Retouren-Bearbeitung ein abgetrennter Teil der Hoffläche zur Anlieferung sowie ein Teil der Lagerhalle eingeplant werden. Hier registrieren die Mitarbeiter die zurückgesandten Artikel, prüfen sie auf ihre Vollständigkeit hin, richten sie gegebenenfalls wieder her und verpacken sie neu, um sie dann wieder ins Lagersystem einzuspeisen.

Für einen konfliktfreien Ablauf ist zudem eine sichere und zuverlässige Zugangskontrolle in den Lagerbereich nötig. Hierfür könnte z.B. eine Brücke den Lkw-Bereich überspannen, auf der die Mitarbeiter des Unternehmens von den Pkw-Stellplätzen und der Bushaltestelle ins Innere des Lagers gelangen. Anders ist die sichere Hofquerung und eine Kontrolle bei drei Schichtwechseln kaum zu gewährleisten.

Auslösender Punkt für die Nachfrage nach neuen Lagerflächen ist der wachsende Platzbedarf für die Waren. Die immer größere Zahl von Artikeln in den Warenlagern erfordert größere Bodenflächen plus drei bis vier Arbeitsebenen. Die steigende Zahl der Mitarbeiter erfordert mehr und größere Sozialräume sowie Parkplätze, auf denen sie ihre Autos abstellen können.

Die Wunschliste steht damit fest. Aber wo lassen sich die für die Expansion geeigneten Flächen anmieten oder selber bauen? In den Ballungsräumen fehlen häufig die Grundstücke. Das schließt in vielen Fällen die Erweiterung in der Nähe zum bisherigen Firmensitz aus. Infrage kommen stattdessen strukturschwache Regionen beispielsweise in Ostdeutschland. Vielerorts wird hier die Tatsache, dass Lagerlogistik Arbeitsplätze schafft und die Unternehmen Gewerbesteuern zahlen, positiv gesehen. Umgekehrt bieten diese Regionen dem Interessenten vergleichsweise günstige großflächige Grundstücke. Und es gibt verfügbare Arbeitnehmer, was für viele Ballungsräume bekanntlich nicht gilt.

Wichtigster Punkt bei der Suche nach dem neuen Standort ist die Anbindung an den Logistik-Hub eines großen Paket-Dienstleisters bzw. mehrerer Anbieter. Wenn sichergestellt ist, dass die Ware auch zu einem späten Anlieferzeitpunkt noch routinemäßig in den Kreislauf eingespeist wird, ist die Zustellung am folgenden Tag bundesweit sichergestellt. Dann ist es egal, wo das Lager ist – die pünktliche Zustellung erfolgt gleichermaßen.