Effizientes Zeitmanagement am Bau

Ein Gastbeitrag von Verena Mikeleit

Wie moderne, webbasierte Technologie im privaten Sektor Komfort bringt und in vielen Situationen intelligente Hilfestellung leistet, zeigen Modelle wie die Packstationen des Paketdienstes DHL oder das CAR2GO-Konzept des Autovermieters Europcar. Keine Zeit während der regulären Öffnungszeiten der örtlichen Postfiliale? Auf Sightseeing-Tour in einer Großstadt ohne eigenes Auto und keine Lust auf öffentliche Verkehrsmittel und lange Schlangen vor der Autovermietung? Immer mehr Bürgerinnen und Bürger nutzen die intelligenten Bestell- und Mietkonzepte und schätzen die Vorteile.

Auch der Konzeptanbieter 2G Konzept aus Kirchheim an der Weinstraße verfolgt diese Idee – allerdings für das Handwerk. Er vermarktet Service-Stationen, mit denen Profiwerkzeuge inklusive Zubehör sowie Verbrauchsmaterialien gekauft und gemietet werden können. Die Basis der Lösung, die in Zusammenarbeit mit den Hochschulen in Darmstadt, Dresden und in Wuppertal konzipiert und realisiert wurde, bilden die aus der Telekommunikation bekannte UMTS- sowie die in der Logistik erprobte RFID-Technologie.

Fokus auf die Bauleistung statt organisieren und verwalten

24 Stunden täglich an insgesamt 365 Tagen im Jahr. /Quelle: 2G Konzept

24 Stunden täglich an insgesamt 365 Tagen im Jahr. /Quelle: 2G Konzept

Im Handwerk kommt es nicht selten vor, dass Maschinen gerade dann ausfallen, wenn sie dringend zum Abschluss einer Aufgabe benötigt werden. Speziell bei kleineren Betrieben fehlt oft Ersatz. Genauso können Zubehörteile beschädigt werden oder entscheidende Verbrauchsmaterialien sind in dem Moment, in dem sie eingebaut werden sollen, nicht in benötigter Menge vorhanden.

Die Folge: Die Arbeiten müssen unterbrochen werden und es gilt, schnellstmöglich Geräte und Material zu beschaffen. Ein Organisations-Rattenschwanz, der Zeit und damit Geld kostet – für Handwerksbetriebe und Kunden gleichermaßen. Nach Angaben des Fraunhofer-Instituts kommt Stand heute nur rund 35 Prozent der eigentlichen Arbeitszeit der auszuführenden Bauleistung zugute. Den Rest schlucken Organisation, Verwaltung und Co.

24 Stunden geöffnet an 365 Tagen im Jahr

Um hier Abhilfe zu schaffen, möchten die Pfälzer die neuen Service-Stationen in verschiedenen Gewerbegebieten innerhalb der Bundesrepublik platzieren. Kleine und mittelständische Betriebe sowie Privatpersonen können in diesen Containern Profiwerkzeuge für ihre Aufgaben mieten, Zubehör dafür erwerben – etwa Trennscheiben, Bohrer oder Meißel – sowie weitere Materialien bestellen und kaufen. Der Vorteil im Gegensatz zum Baumarkt: Wie bei den DHL-Packstationen sind sie nicht an die Öffnungszeiten des Geschäftes gebunden. Die Service-Station steht 24 Stunden täglich an insgesamt 365 Tagen im Jahr zur Verfügung.

Eine Ampelschaltung zeigt die Verfügbarkeit in Echtzeit an. Aus einem vorab definierten Katalog können die Nutzer zusätzliche Verbrauchsmaterialien in den Container bestellen. Die Lieferung erfolgt in der Regel innerhalb von 24 Stunden. Die Materialorder funktioniert ebenso in der Service-Station vor Ort. Beim Hinterlegen der Kontaktdaten erfolgt eine Benachrichtigung per SMS, sobald die Baustoffe vorrätig sind. Auch dies ist eine bekannte Vorgehensweise aus der Logistikbranche.

Damit Zubehörteile permanent zur Verfügung stehen, informiert die Stations-Software die Lieferanten, wann immer Teile verkauft wurden und entsprechend nachgefüllt werden muss.

Einfaches Bezahlsystem und Dokumentation

Und wie funktioniert die Bezahlung? „Dank der intelligenten IT im Hintergrund einfach und komplett nachvollziehbar“, erklärt Geschäftsführer und Gründer Reiner Gradwohl. In der Regel können Nutzer mit EC- oder Kreditkarte Geräte mieten sowie Zubehör und Verbrauchsmaterialien erwerben.

Sofern gewünscht, können Betriebe ihre Mitarbeiter oder Projektpartner auch mit speziellen Kundenkarten für die Service-Station ausstatten, worüber eine Bezahlung möglich ist. Die RFID-Technologie dokumentiert exakt, wie lange eine Maschine oder ein Gerät im Einsatz war und rechnet stundengenau ab.

Wird ein Gerät vermietet, hinterlegt der Besteller eine Kaution, die ihm bei Rückgabe abzüglich der Miete auf sein Konto zurückgebucht wird. Eine Quittung dokumentiert sämtliche Mieten und Einkäufe für die Buchhaltung. Ebenso vorteilhaft: Maschinen und Geräte müssen nicht zwingend an derjenigen Station zurückgegeben werden, an der sie ursprünglich gemietet wurden. Praktisch, wenn ein Unternehmen ein Gerät beispielsweise für mehrere Projekte an unterschiedlichen Standorten benötigt.

Auch das Thema Arbeitssicherheit ist durchgängig integriert: Die webbasierte Stations-Lösung beinhaltet nicht zuletzt die Termine für die für jedes Unternehmen vorgeschriebenen BGV-A3-Prüfungen aller Maschinen. Steht ein Prüftermin für ein Gerät an, so kann dieses bis zum Abschluss der Prüfung nicht mehr vermietet werden.

Integrierte Unternehmenslösung

Die Stations-Systeme bieten alles in allem auch die Voraussetzungen für den Einsatz auf Baustellen innerhalb eines Bauunternehmens. Denn auch hier gilt es, Ressourcen stets effizient zu nutzen, Materialverfügbarkeit sicherzustellen und hinreichende Sicherheit durch regelmäßige Prüfungen zu gewährleisten.

Hinzu kommt die Möglichkeit, die Qualifikationen der Mitarbeiter auf den Baustellen ins System aufzunehmen, sodass stets nur diejenigen Kollegen ein Gerät verwenden dürfen, für das sie über die notwendige Qualifikation verfügen. Da sämtliche Service-Container via WWW mit einem zentralen Server in Verbindung stehen, kann eine umfassende Auswertung für beispielsweise Kalkulation und Gerätebuchhaltung vorgenommen werden. „Unsere Technologie lässt sich individuell an die Prozesse eines Unternehmens adaptieren und dabei außerdem in die vorhandene IT-Infrastruktur, wie zum Beispiel Finanzbuchhaltung, Projektmanagement-Software oder IT-Lösung für Bautagesberichte, durchgängig integrieren“, erklärt Gradwohl.

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