Affen-Blick und NENI-Esprit

Hotels interessieren Gastautorin Elke Tonscheidt, seitdem sie denken kann. Sie liebt die Erwartung nach der Buchung: Wie wird das Zimmer aussehen, wie die Atmosphäre sein, was bietet das Haus?

Nicht nur berufliches Interesse treibt sie also in neue Hotelimmobilien. So ist sie kürzlich bei einem Berlinbesuch auch ins 25hours Hotel Bikini Berlin spaziert. Und hat später Francesca Schiano, die dortige Sales Managerin, gefragt, was moderne Touristen an der 25hours-Idee besonders schätzen.

Elke Tonscheidt hat sich übrigens vor allem in die gewaltigen wie gemütlichen Hängematten in der Lobby verliebt, in die man sich hineinlegtund in den Berliner Zoo schauen kann. Besonderes Highlight on top: Das NENI-Restaurant auf dem Dach.

„Was versprechen Hotels via Website nicht alles? Superlative, wo man hinklickt. Klar, man will und muss Zimmer verkaufen, gerade wenn der Hotelmarkt expandiert. Für jede Nische die passende Bettenburg und je nach Adressat mal lässig- cool, mal extravagant-edel verpackt. Seit einiger Zeit sind sogenannte New Generation Hotels am Start – Zimmer für Menschen, die viel, schnell und kommunikativ reisen wollen oder müssen. Mit besonderer Technologie ausgestattet. Eins davon steht in Wien.

Mehr als 800 „Beherbergungsstätten“ in Berlin

Jetzt bin ich Berlin. Reisende aus aller Welt kommen in die Stadt mit dem Brandenburger Tor. Touris wie Geschäftsleute. Letztere laufen nicht unbedingt Unter den Linden herum, suchen aber auch ein Dach über dem Kopf. Insgesamt sind in der Hauptstadt mehr als 800 sogenannte „Beherbergungsstätten mit mindestens 10 Betten“ registriert, darunter fast 450 Hotels, Gasthöfe und Pensionen.

Rund 13 Millionen Menschen übernachteten dort allein in der 1. Jahreshälfte 2014, gibt das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg bekannt. Allein im August dieses Jahres erreichten die Übernachtungen den Rekordwert von fast drei Millionen. Im Oktober, ich war über den Tag der Deutschen Einheit vor Ort, waren das gefühlt noch mehr. Jedenfalls ächzte nicht nur der Taxifahrer, als ich ihn fragte, wie voll die Stadt sei. „Sehr, sehr voll“, war seine kurze aber verständliche Antwort.

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Gerade in der Dämmerung lohnt sich der Blick auch aus der Bar – wie wird wohl die geschmückte Stadt bald aussehen? / Bild: 25hours Hotel Company GmbH

Viele Besucher, viele Betten: Für Berliner Hoteliers ein Muss, sich entsprechend darzustellen. Ein Hotel, das erst Anfang dieses Jahres eröffnet hat, macht schon aufgrund der direkten Nähe zum Berliner Zoo von sich reden – beziehungsweise spielt den Bonus als Nachbar der importierten Tierwelt Berlins voll aus: „Open for monkey business“, verkündet die Website, und entsprechend heißt die Bar in der 10. Etage des Gebäudes „Monkeys Bar“. Sie verkauft sich als „Hotspot für beste Drinks und leckeres Barfood“.

Stullen in der Bakery, gigantische Aussicht on top

Ist das 25hours Hotel Bikini Berlin, so die Eigenwerbung, wild wie der Dschungel? In dem denkmalgeschützten Bikini Haus am Breitscheidplatz hat man sich jedenfalls sehr bemüht, eine Hotelwelt zu schaffen, „die mit den Gegensätzen von Natur und Kultur spielt“. Neben Bett und Bad will man vor allem Unterhaltung, Überraschung und Spaß bieten. Oder wie es Francesca Schiano ausdrückt: „Wir schaffen Erlebnisse, die man mit nach Hause nimmt und erzählt. Design ist funktional und bei uns lautet es: Come as you are, also man ist willkommen und fühlt sich wohl.“

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Diese Hängematten stehen zwischen Lobby und Bakery zur Auswahl: reinlegen und wohlfühlen / Bild: 25hours Hotel Company GmbH

Als ich, mit Sohnemann (fast 4), in die sogenannte „Woodfire Bakery“ hereinstolpere, werden wir auch als Nicht-Hotelgäste freundlich begrüßt. Hier gibt es, als Teil der Lobby, je nach Tageszeit Stullen, Aperitif-Snacks oder Croissants – vor Ort frisch aus dem Holzofen gebacken. Mit einem Drink setzt man sich dann in die bunten Lounge-Bereiche oder macht es sich auf der Bikini Berlin Terrasse bequem.

Eine Freundin kommt vorbei, um mit uns im Restaurant „Neni“, hoch droben neben der Affenbar, zu lunchen. Wir haben Glück: Es ist „unter der Woche“ und keine Sonne – weniger Menschen sind unterwegs. Abends ist die angesagte Location der bekannten Gastronomin Haya Molcho meist hoffnungslos ausgebucht, heute Mittag bekommen wir den letzten freien Tisch und genießen Kulinarisches aus Israel. Der gigantische Blick ist sensationell, selbst wenn es nieselt.

Molchos Lebensfreude setzt dem Hotel die Krone auf

Wie unterscheiden sich die 25hours-Hotels von anderen Boutique- und Designhotels, von denen ja gerade auch die Hauptstadt nicht arm ist? Sales Manager Francesca Schiano freut sich jetzt besonders auf spezielle Dezember-Angebote: „Wir werden ein klassisches Konzert im Dezember organisieren. Und Balletttänzer dürfen natürlich nicht fehlen.“ Mehr verrät sie (noch) nicht.

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Im NENI Berlin sitzt und isst man nicht nur außergewöhnlich, auch der Blick aus der 10. Etage ist klasse / Bild: 25hours Hotel Company GmbH

Grundsätzlich ist sie, die früher im InterConti Berlin gearbeitet hat, vom Konzept der Gruppe überzeugt: „Kennt man eins, kennt man keins“, gibt Schiano das Motto wieder und ergänzt: „Jedes Haus ist ganz individuell und sehr stark vom Standort geprägt. Im 25hours Hotel Hafencity gibt es Kojen anstatt Zimmer, im 25hours Hotel Wien am Museumsquartier sind Zirkus und Spektakel besonders angesagt, da Wien berühmt dafür war.“ Weitere Häuser stehen in Frankfurt und Zürich.

In jeden Fall hat man in Berlin eines geschafft: Mitten in der Hauptstadt drei Dinge zu verbinden: Wohnen, Natur (der Zoo ist an sich schon ein Juwel) und kulinarische Köstlichkeiten. Gerade mit NENI, die Initialen stehen für die vier Söhne der bekannten Gastronomin Haya Molcho, hat man sich einen ganz besonderen Leckerbissen ins beziehungsweise aufs Haus geholt. Ihre Lebensfreude – für Molcho ist Kochen nicht nur Hobby, sondern die Sehnsucht nach zu Hause – setzt dem Hotelkonzept die Krone auf.

Aufzugsmanagement: Besser prüfen oder zahlen

Ein Gastbeitrag von Daniel Ehlers, Geschäftsführer von Hundt Consult

Immobilieneigentümer müssen dafür sorgen, dass die Bewohner des Gebäudes und ihre Besucher die Anlagen nutzen können, ohne ein Risiko einzugehen – das dürfte den meisten Eigentümern bekannt sein. Aus dieser Verantwortung für den Liftbetrieb, die der Immobilieneigentümer teilweise an einen Verwalter oder Facility Manager delegieren kann, ergeben sich jedoch Haftungsrisiken, derer sich viele nicht bewusst sind.

So drohen Bußgelder in vier- bis fünfstelliger Höhe, wenn Prüfungsfristen überschritten werden. Kommt es zu einem Unfall mit Personenschaden, sind theoretisch sogar Haftstrafen möglich.

Fast täglich Bußgelder wegen vernachlässigten Prüfungspflichten
Die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) legt fest, dass jeder Aufzug alle 24 Monate von einer Zugelassenen Überwachungsstelle (ZÜS) – zum Beispiel TÜV oder DEKRA – geprüft werden muss. Die richtigen Abstände zwischen den sogenannten wiederkehrenden Prüfungen einzuhalten, ist dabei essentiell: Bei einer Verspätung von mehr als zwei Monaten droht bereits ein Bußgeld. Die Prüfungen in Auftrag zu geben und fristgerecht durchführen zu lassen, ist Aufgabe des Aufzugsbetreibers – also jener Person, die die Verantwortung für den Liftbetrieb und die Sicherheit der Anlagen trägt.

Zusätzlich fallen Zwischenprüfungen an den Aufzügen an. Wie der Name vermuten lässt, müssen diese zwischen den wiederkehrenden Prüfungen stattfinden. Genauere Vorschriften zu den Fristen nennt die BetrSichV nicht.

Ebenfalls verpflichtend sind weitere regelmäßige Kontrollen der technischen Funktionalität der Anlage von einer dazu beauftragten Person, zum Beispiel dem Hausmeister. Auch für diese Kontrollen muss der Aufzugsbetreiber sorgen. Damit nicht genug: Wenn der Aufzug defekt ist und sich daraus ein Risiko für die Nutzer ergeben kann, muss der Betreiber die Anlage sofort abstellen. Reparatur-, Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten in Auftrag zu geben, diese abzunehmen und alles zu dokumentieren fällt ebenfalls in seinen Zuständigkeitsbereich.

Bußgelder wegen mangelnder Prüfung von Aufzügen werden derzeit übrigens fast täglich verhängt. Dabei ist zu beachten: Ein Immobilieneigentümer kann die Verwaltung der Anlagen und die damit zusammenhängenden Aufgaben zwar an einen technischen Leiter, Facility Manager oder Verwalter delegieren. Er kann die Verantwortung jedoch nicht komplett abgeben. Ein Bußgeldbescheid kann also theoretisch auch auf dem Schreibtisch eines Immobilieneigentümers oder des Vorstandes einer Immobilien-AG landen.

Höhere Kosten durch TRBS 1121
Auch ohne Bußgelder könnten die Kosten für Aufzugsbetreiber – beziehungsweise die Immobilieneigentümer – künftig steigen. Der Grund ist eine Änderung in den „Technischen Regeln für Betriebssicherheit – Änderungen und wesentliche Veränderungen von Aufzugsanlagen“ (TRBS 1121) auf die sich die Bundesregierung vor ihrer diesjährigen Sommerpause geeinigt hat.

Damit steigen unter anderem die Anforderungen an die Installation einer Schutzeinrichtung für den aufwärts fahrenden Fahrkorb gegen Übergeschwindigkeit. Die Kosten für Immobilieneigentümer können dadurch pro Aufzug um bis zu 500 Prozent in den fünfstelligen Eurobereich steigen.

BetrSichV wird novelliert
Bei den Vorschriften zum Liftbetrieb wird sich in naher Zukunft voraussichtlich noch mehr ändern, denn die BetrSichV wird derzeit überarbeitet. Anders als im ursprünglichen Entwurf vorgesehen, werden die Zwischenprüfungen nicht entfallen, im Gegenteil: Es wird wichtiger werden, sie fristgerecht durchzuführen. Im aktuellen Kabinettsentwurf ist zu lesen, dass die Zwischenprüfung „in der Mitte“ von zwei Hauptprüfungen stattfinden soll. Was das im Detail bedeutet, ist derzeit im Entwurf nicht erklärt, wird sich im Laufe der kommenden Wochen und Monate jedoch herausstellen.

Aufzugsbetreiber müssen ihre Pflichten ernster nehmen und sich regelmäßig über anstehende Änderungen informieren. Nur so können sie verhindern, sich strafbar zu machen und vermeiden, zur Zahlung hoher Bußgelder herangezogen zu werden. Und letztlich bedeuten versäumte Aufzugsprüfungen auch immer ein Risiko für Leib und Leben der Nutzer.