Guter Jahresstart für das Bauhauptgewerbe

Die deutsche Bauwirtschaft ist gut in das Jahr 2014 gestartet: Wie der Haupt­verband der Deutschen Bauindustrie in der neuesten Ausgabe seines aktuellen Zahlenbildes mitteilt, lag der baugewerbliche Umsatz im Bauhauptgewerbe im Januar nominal um 21,8 Prozent über den entspre­chen­den Vorjahreswert.

Aufgrund der milden Witterung fiel die Winterpause aus, die Bauun­ter­nehmen konnten durcharbeiten und die hohen Bestände abarbeiten. Allein die Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten gingen mit einem Auftragsbestand von 25,4 Milliarden Euro in das neue Jahr. Das sind 9,6 Prozent mehr als Anfang 2013 und der höchste Wert zum Jah­resstart seit 1999.

Die gute Umsatzentwicklung ist aber zu einem guten Teil auf einen statistischen (Basis-)Effekt zurückzuführen: Der harte Winter im vergangenen Jahr hatte im Januar 2013 zu einem Umsatzeinbruch von 11 Prozent geführt.

Für die kommenden Monate ist die Branche nach wie vor gut aufgestellt – die Nachfrage nach Bauleistungen ist weiter hoch: Die Bauunternehmen meldeten für den Januar einen Anstieg des Auftragseingangs von nominal 12,3 Prozent (real: + 10,6 %). Allerdings profitierten von dieser Entwicklung nicht alle Bundesländer – für sechs, darunter zum Beispiel Hessen, wurden zweistellige Rückgänge ausgewiesen.

Unter diesem Gesichtspunkt appelliert der Hauptverband an die IG BAU, bei ihren Lohnfor­derungen die unterschiedliche regionale baukonjunk­turelle Entwicklung zu berücksichtigen. Die veröffentlichten Konjunkturdaten spiegeln immer nur die Entwicklung der Branche im Durchschnitt wider, ein­zelne Unternehmen oder sogar ganze Regionen profitieren entweder nur unter­durchschnittlich oder sogar gar nicht von dieser Entwicklung – überzogene Lohnerhöhungen können dann schnell existenzgefährdend sein.

Von der – im Durchschnitt – guten Entwicklung zum Jahresbeginn profitierte am deut­lichsten der Wirtschaftsbau: Die Bau­betriebe wiesen für diese Bausparte für den Monat Januar sowohl beim Umsatz als auch beim Auftragseingang ein Plus aus (15,7 % bzw. 26,6 %).

Auch der Wohnungsbau legte zu: Der Umsatz lag im Januar um 22,5 Prozent über dem Niveau von Januar 2013, die Auftragseingänge um 10,1 Prozent. Hinzu kommt, dass die Genehmigungen im vergangenen Jahr deutlich gestiegen sind: Die Zahl der neuen Wohnungen in Wohngebäuden betrug im Gesamtjahr 2013 235 500 und übertraf damit den Vorjahreswert um 11,5 Prozent – im Mehrfamilienhausbau stieg die Zahl sogar um 22,3 Prozent.

Die Entwicklung im Öffentlichen Bau war hingegen uneinheitlich: Während der Umsatz um 31,5 Prozent zulegte, ging die Nachfrage von Bund, Ländern und Gemeinden nach Bauleis­tungen um 4,5 Prozent zurück. Dazu hat sicherlich auch der noch nicht verab­schiedete Bundeshaushalt und der daraus in einigen Bundesländern resultie­rende Ausschreibungsstopp beigetragen. Darunter leidet insbesondere der Straßenbau.

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