Mehdorn stellt sich Fragen zu BER und anderen Großprojekten

Am 15. Januar stellte sich Hartmut Mehdorn, Vorsitzender der Geschäftsführung der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB), beim Spiegel-Gespräch an der Beuth Hochschule für Technik Berlin den Fragen von Spiegel-Redakteur Frank Hornig. Das Motto der Veranstaltung stand unter dem Titel „Zu teuer, zu komplex? Deutschlands Problem mit Großprojekten“. Mehdorn sprach über die Pläne für BER und seine Erfahrungen mit Politikern und Architekten und diskutierte mit Studierenden.

Beuthbox-Mehdorn

Mehdorn beschrieb, wie schwer es unter der entstandenen Beobachtungssituation ist, ruhig zu arbeiten, auf welchem Weg er versucht, Kommunikationsprobleme zu vermeiden, wie wichtig Sauberkeit an einer Baustelle ist und was es mit der Brandschutzanlage auf sich hat. Er sagte aber auch, dass immer mehr Teilbereiche des Flughafens für den Einsatz fertiggestellt seien. So arbeitet das Cargo-Zentrum am BER inzwischen wohl unter Vollauslastung, außerdem sei Pier Nord, der linke Flügel, fertiggestellt. Am Ende werde der Flughafen der modernste der Welt sein. Mehdorn plant für den 1. Juli den Start des Testbetriebs, an der Eröffnung 2015 werde gearbeitet.

Thema der Veranstaltung war aber nicht nur das Planungs- und Umsetzungsdesaster am Flughafenausbau in Berlin-Schönefeld, sondern überhaupt Pannen, Verzögerungen und in in die Höhe steigende Kosten bei großen Bauvorhaben: so zum Beispiel auch Stuttgart 21 und die Elbphilharmonie in Hamburg. Mehdorn nahm Stellung zu den in Angeboten aufgelisteten Kosten, er beschrieb seine Auffassung von Architektenarbeiten, beschrieb seine Sorge, dass es in Deutschland keine großen Bauunternehmen mehr gebe und erklärte, warum die ersten fünf Prozent eines Projektes spielentscheidend für den Rest des Projekts sind – dazu gehört heute auch die Projektakzeptanz bei den Bürgern. Er sagte: „Dieses Bundesbaugesetz gehört wie so viele Gesetze in Deutschland in die Tonne getreten. Das ist völlig überaltet.“

„Hey, wir haben hier keine Meisterleistung abgeliefert“, sagte Mehdorn auf die Frage, wie er persönlich mit dem Spott umgeht, der über BER niedergeht, mit der Mario Barth das gesamte Olymppiastadion in Berlin füllt. Mehdorn stellte aber klar: Wenn ein Land Großprojekte kann, dann ist es Deutschland.

Die Beuth-Hochschule stellt das Gespräch in ihrer BeuthBox weiterhin zur Nachverfolgung zur Verfügung unter: http://beuthbox.beuth-hochschule.de/live

Bild: SPIEGEL-Gespräch mit Hartmut Mehdorn im Ingeborg-Meising-Saal/Beuth Hochschule, Pressestelle

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