Leitfaden zur Einführung von Nachhaltigkeitsmessungen für Immobilienportfolios

Zur Einführung von technologisch-ökologischen Nachhaltigkeitsmessungen im Immobilienportfolio hat der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) in Zusammenarbeit mit Drees & Sommer jüngst einen Leitfaden herausgegeben. Ziel ist es, die Nachhaltigkeitsperformance der Branche weiter zu verbessern.

„Erreicht werden kann dies nur mit mehr Transparenz und einheitlichen, vergleichbaren Daten – nicht nur für einzelne Objekte, sondern auch für umfassende Portfolios“ erklärt Dr. Peter Mösle, Autor sowie Partner und Geschäftsführer bei Drees & Sommer, die Intention für den Leitfaden. Die große Nachfrage aus dem In- und Ausland zeige, dass ein Nerv getroffen sei, sagt Thomas Zinnöcker, Vizepräsident und Vorsitzender des Nachhaltigkeitsrates des ZIA. Der Leitfaden sei bereits an EU-Kommissar Oettinger übergeben worden, an der englischen Ausgabe werde gearbeitet.

LeitfadenNachhaltigkeit_DresoZia

Das Fonds- und Asset-Management kann nur dann seiner Verantwortung gerecht werden, wenn dort mehr Nachhaltigkeitsindikatoren vorliegen.

Mit Standards zur Nachhaltigkeitsmessung werden Grundlagen geschaffen, um Bestandsimmobilien ökologisch, ökonomisch und sozial werthaltig weiterzuentwickeln. Dafür müssen neue Aufgaben in allen Ebenen der Portfolio- und Objektbetreuung
eingeführt werden. Aus der strategischen Bedeutung der Nachhaltigkeitsperformance entsteht die Notwendigkeit, mehr technische Informationen – wie etwa den Energieverbrauch – aus der Gebäudeebene in die Portfolioebene zu überführen. Nur mit diesen Daten kann das Fonds- und Assetmanagement künftig seiner strategischen Verantwortung gerecht werden.

Meist werden neue Gesetze und Verfahren zuerst für Neubauten eingeführt, da sie dort sehr viel einfacher in die Entwicklungsprozesse integriert werden können als bei bereits bestehenden Objekten. Jedoch wurden rund 75 Prozent der Immobilien in Deutschland bereits vor 1979 errichtet. Eine spürbare Steigerung der Nachhaltigkeitsperformance in der Immobilienwirtschaft ist demzufolge nur möglich, wenn bestehende Immobilienportfolios ebenfalls optimiert werden. Derzeit beträgt die mittlere Sanierungsrate circa ein Prozent. Bis 2050 soll der europäische Gebäudebestand CO2-neutral werden, so die Anforderungen der 2010 in Kraft getretenen EUGebäuderichtlinie. Bei der aktuellen Sanierungsrate ist dieses Ziel utopisch.

Angesichts der Herausforderungen durch die Energiewende und den Anforderungen an Klimaneutralität ist es eine der wichtigsten Aufgaben der Immobilienwirtschaft, die Nachhaltigkeitsperformance im Bestand auf freiwilliger Basis zu erhöhen. Der ZIALeitfaden soll dabei eine Orientierungshilfe für Bestandshalter sein, sich mit den technisch-ökologischen Kriterien ihrer Objekte auseinanderzusetzen.

Implementieren die Eigentümer die empfohlenen Prozesse kann künftig die Nachhaltigkeitsperformance länderübergreifend verglichen werden. Zudem macht das Benchmarking den Immobilienwert des eigenen Portfolios transparent und deckt eventuellen Handlungsbedarf auf. Damit lässt sich der Wert dauerhaft strategisch verbessern.

Nachtrag:
Hier ist auch noch der Link zum Leitfaden: www.zia-deutschland.de/index.php/tools/required/download.php?fID=1829 (PDF)

Grafik: Drees & Sommer

Be Sociable, Share!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.