DC-Tower: Österreichs höchstes Gebäude eröffnet

250 Meter hoch, 60 Stockwerke und ein „Knick“ in der Fassade – am Mittwoch wurde Österreichs höchstes Gebäude eröffnet. Entworfen wurde die Immobilie mit dem markanten Namen „DC Tower 1“ vom französischen Architekten Dominique Perrault.

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Der DC-Tower ist das höchste Gebäude Österreichs / Bild: Jobst / PID

Thomas Jakoubek, Vorstand des Bauträgers WED, wies darauf hin, dass Effizienz, Funktionalität und Architektur bei diesem Projekt im Vordergrund standen.

Auch auf Nachhaltigkeit wurde Wert gelegt: Das Gebäude erfüllt mit ausgeklügelter Haustechnik, geringen Betriebs- und Energiekosten sowie innovativer Gebäudetechnologie die „Green Building“-Standards der EU-Kommission.

Eingehüllt in eine schwarze Glasfassade beherbergt der Tower unter anderem Büros internationaler Unternehmen, ein Hotel, ein Restaurant und in den obersten Stockwerken eine Bar.

Der DC Tower 1 übertrifft nunmehr das ehemals höchste Gebäude Österreichs – den Millennium-Tower – mit einer Gesamthöhe von 202 Metern. Das höchste Bauwerk Österreichs bleibt aber weiterhin der Donauturm mit 252 Metern.

Technologien für die Stadt von morgen

Die Entwicklung städtischer Lebensräume ist eine der großen Herausforderungen der Zukunft. In Europa leben bereits heute zwei Drittel der Menschen in Städten oder Ballungsgebieten. Neben Klimaschutz und einem nachhaltigen Ressourcenmanagement spielen die Anpassung an den demografischen Wandel und sich wandelnde sozial-gesellschaftliche Belange zunehmend zentrale Rollen. Es gilt, einen attraktiven Lebensraum zu gestalten und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit der ansässigen Wirtschaft zu sichern und zu steigern.

Angesichts der zunehmenden Durchdringung aller Lebensbereiche mit modernen Kommunikationstechnologien sind Daten und Informationen zu einer wesentlichen Ressource unserer Informationsgesellschaft geworden. Die vertrauensvolle Nutzung und Analyse zur Verbesserung der Lebensqualität gewinnt ebenso an Bedeutung wie die Bereitstellung von Infrastrukturen und die bürgerliche Teilhabe in Zeiten sozialer Medien und dem zunehmenden Wunsch nach Information und Partizipation.

Am DFKI-Standort Kaiserslautern wird in Kooperation mit Partnerinstitutionen nun noch intensiver erforscht, wie sich moderne Technologien im städtischen Raum sinnvoll und systematisch einsetzen lassen, um in verschiedenen Bereichen zu einer nachhaltigen Stadtentwicklung beizutragen. „Mit dem neu eingerichteten SmartCity Living Lab bündeln wir die Kompetenzen aus verschiedenen Forschungsbereichen des DFKI, um die Möglichkeiten von modernen und innovativen Informationstechnologien im städtischen Umfeld zu erforschen und ökologische und soziale Verbesserungspotentiale anhand intelligenter technologischer Lösungen zu entwickeln“, sagt Professor Dr. Paul Lukowicz, Leiter des SmartCity Living Lab.

V.l.n.r.: Prof. Dr. Wolfgang Wahlster (DFKI), StS. Heike Raab (ISIM RLP), Dieter Bertram (Deutsche Bank), Prof. Dr. Andreas Dengel, Takumi Toyama (DFKI), Uli Quaas (Initiative Land der Ideen) / Bild: DFKI

V.l.n.r.: Prof. Dr. Wolfgang Wahlster (DFKI), StS. Heike Raab (ISIM RLP),
Dieter Bertram (Deutsche Bank), Prof. Dr. Andreas Dengel, Takumi Toyama
(DFKI), Uli Quaas (Initiative Land der Ideen) / Bild: DFKI

Am 05.02.2014 wurde das SmartCity Living Lab im DFKI in Kaiserslautern, mit wissenschaftlichen Vorträgen und Systemdemonstrationen ausgewählter Projekte sowie zahlreichen Gästen aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft, offiziell eröffnet.

Eines der Projekte, der im Forschungsbereich Wissensmanagement entwickelte virtuelle Stadtführer „Talking Places“, wurde im Rahmen der Eröffnung im Wettbewerb „Ideen finden Stadt“ der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ als wegweisender Impuls für Städte und Gemeinden der Zukunft ausgezeichnet.

Das auf einer Datenbrille basierende System erkennt die Blickrichtung und damit das Interesse des Trägers an einem Ort und liefert entsprechende  Informationen hierzu. Standortleiter Professor Dr. Andreas Dengel nahm die Auszeichnung entgegen: „Ortsbezogene Daten sind eine immens wachsende und immer bedeutender werdende Informationsquelle. Angesichts ihrer hohen Dichte im urbanen Raum bergen sie gerade hier besonderes Potential für viele nützliche Anwendungen. Datenbrillen werden dabei zukünftig ein bedeutendes Werkzeug sein.“

Zahlreiche Projekte bereits in der Anwendung
Bereits seit Jahren führt das DFKI mit verschiedenen Partnern nationale sowie internationale Projekte im Kontext Smart City durch. So wurde vor kurzem im Rahmen eines Bürger-Partizipations-Projekts der Stadt Kaiserslautern in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer IESE die „ParKLight“-App entwickelt – eine Smartphone-Applikation, die das Parken in der Stadt optimieren soll. Mit ihr kann man sich zu freien Parkhäusern oder in bestimmte Tarifzonen navigieren lassen, online Parktickets buchen oder diese verlängern. Die App zeigt dabei Parkdauer und Kosten an und erkennt selbstständig, wann sich das Auto wieder von dem Parkplatz entfernt. Geschäfte können zudem Kunden mit Freiparktickets werben.

Talking Places, der auf einer Eye-Tracking-Brille basierende virtuelle Stadtführer, wurde im Wettbewerb "Ausgewählter Ort im Land der Ideen 2013/14" ausgezeichnet / Bild: DFKI

Talking Places, der auf einer Eye-Tracking-Brille basierende virtuelle Stadtführer,
wurde im Wettbewerb „Ausgewählter Ort im Land der Ideen 2013/14“ ausgezeichnet / Bild: DFKI

Weitere Forschungstätigkeiten befassen sich mit der Analyse von Menschenströmen unter Sicherheitsaspekten. Mit dem Einsatz von stationären WLAN- und Bluetooth-Scannern lassen sich die automatischen Verbindungsanfragen von Smartphones  erkennen und so das Aufkommen und Verhalten von Menschenmassen in Echtzeit erfassen und analysieren. So können Aussagen über die Auslastung von Stadtteilen, Stadtplätzen bis hin zu einzelnen Geschäften und öffentlichen Gebäuden gemacht werden und komplexe Verhaltensmuster von Besucherströmen erkannt und analysiert werden.

Ein anderer Ansatz basiert auf einer Smartphone-App zum Crowd-Sensing und -Management, die weltweit bereits bei Großveranstaltungen, wie den Olympischen Spielen 2012 in London oder der Krönung des Niederländischen Königs 2013 in Amsterdam, eingesetzt wurden. Damit lassen sich Besucherströme während einer Veranstaltung live mitverfolgen, Risikosituationen frühzeitig erkennen und die Besucher direkt informieren.

Mit dem Fachgebiet „Computergestützte Planungs- und Entwurfsmethoden (CPE)“ der TU Kaiserslautern forscht das DFKI im Umfeld des Themas „Urban Sensing“. So werden mit Hilfe mobiler Sensoren Menschliche Emotionen im urbanen Kontext erfasst. Auf einer sogenannten Emo-Map lässt sich dann darstellen, wie Bürger Ihren Stadtraum wahrnehmen und welche Orte mit welchen Emotionen verbunden sind. Entsprechende Daten wurden bereits in Kaiserslautern und in Zusammenarbeit mit der Universität in Alexandria, Ägypten, erhoben.

Ein anderes wichtiges Forschungsfeld ist die Nutzung von mit Orten verknüpfte Daten und Informationen (Geoinhalte). Die im DFKI entwickelten Social-Media-Plattform RADAR erlaubt, diese einfach zu verwalten und für zahlreiche gängige Augmented Reality Browser und Betriebssysteme auf mobilen Endgeräten zur Verfügung zu stellen. Das System diente bereits mehrfach bei städtischen Veranstaltungen als interaktive Informationsplattform und wird zudem als offizieller multimedialer Stadtführer genutzt.

Beim Rundgang durch die Stadt zeigt das Smartphone beispielsweise Sehenswürdigkeiten in der Nähe, navigiert dort hin und liefert vor Ort Bilder, Texte, 3D-Modelle, Videos oder Audiospuren, welche die Nutzer auch selbst beitragen können.

Derzeit arbeiten die DFKI-Forscher auch an Systemen, die ortsbezogene Informationen und Social-Media-Daten zur besseren Interaktion zwischen Geschäften und lokalen Kunden nutzbar machen. Weitere Projekte mit Stadt, Universität und anderen Partnern sind geplant. Die Struktur des SmartCity Living Lab liefert dabei optimale Bedingungen für realitäts- und anwendungsnahe Forschung.

Bekanntheitsgrad von BIM wächst bei Architekten

Anders als vor zwei Jahren kennen mittlerweile wesentlich mehr Architekten Building information Modeling (BIM). Langsam, aber sicher wächst auch die Zahl der Nutzer.

Allerdings haben vor allem Großbritannien und die Niederlande Vorsprung bei BIM: Dort gibt es bereits einen großen Prozentsatz von Architekten, die schon eine gewisse Erfahrung mit BIM gesammelt haben. Ihre französischen, spanischen und italienischen Kollegen haben dagegen immer noch Nachholbedarf beim Allgemeinwissen über BIM.

Die deutschen Architekten befinden sich im Mittelfeld. Das sind ausgewählte Ergebnisse aus dem Q4 2013-Bericht des europäischen Architektenbarometers, einer vierteljährlichen Untersuchung unter 1600 Architekten in acht europäischen Ländern. Die europäischen Architekten sind der maßgebende Indikator für die Bautätigkeit.

Seit 2009 verfolgt Arch-Vision die Verwendung von und Vertrautheit mit BIM bei europäischen Architekten. Die Vorteile von BIM sind wohlbekannt – auf dieser Grundlage wäre eigentlich zu erwarten gewesen, dass sich die Verwendung von BIM rasch ausbreiten würde. Vor allem da Bauherren und Investoren immer auf der Suche nach Möglichkeiten sind Fehlerkosten zu minimieren, um schneller, besser und billiger zu bauen.

Der Umstieg auf BIM geht dennoch in den meisten westeuropäischen Ländern eher schleppend voran, in denen der europäische Architektenbarometer durchgeführt wird. Die jüngste Befragungswelle belegt, dass die meisten europäischen Architekten sich immer noch in einem sehr frühen Stadium der BIM-Aneignung befinden. Sie schließen damit gerade erst Bekanntschaft.

In Ländern wie Frankreich, Spanien und Italien hat eine große Mehrheit der Architekten nach wie vor noch nie von BIM gehört. Obwohl es also schon einen deutlich besseren Stand hat als noch vor zwei Jahren, hat BIM dennoch einen langen Weg nach Europa vor sich.

Die große Ausnahme sind die niederländischen und britischen Architekten. In diesen Ländern hat sich die BIM-Nutzung binnen zwei Jahren (von 2011 bis 2013) signifikant erhöht (Großbritannien: um 20%, Niederlande: um 10%). Bereits 2011 wurde in beiden Ländern BIM-Pionierarbeit geleistet, und auch 2013 ist der Vorsprung zum übrigen Europa groß.

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In Großbritannien haben vor allem Regierungsmaßnahmen dazu geführt, dass BIM sehr viel bekannter geworden ist: Zu nennen ist vor allem die Bauinitiative „Governmental Construction Strategy 2011“, in der unter anderem angekündigt wurde, ab 2016 in Renovierungsprojekten eine Kooperation der Projektbeteiligten mittels 3-D-BIM verbindlich vorzuschreiben. Architekturbüros, die in öffentlichen Bauprojekten wettbewerbsfähig bleiben wollen, haben deshalb begonnen mit BIM zu arbeiten. Im Jahr 2013 bestätigten sechs Prozent der britischen Architekten, dass sie in sämtlichen Projekten auf BIM zurückgreifen, 17 Prozent setzen BIM mehr und mehr in ihren Projekten ein.

In den Niederlanden hat das Nationale Amt für Bauwesen ebenfalls BIM als Standard eingeführt, der in erster Instanz in sogenannten DBFMO-Projekten verlangt wird (DBFMO steht für: Design, Build, Finance, Maintain and Operate („Entwerfen, bauen, finanzieren, instand halten und betreiben“), also für eine Art der Vergabe, die das niederländische Amt für Bauwesen vor allem in Infrastruktur- und Immobilienprojekten anwendet. Anders als bei herkömmlichen Vergabeformen werden in einem DBFMO-Projekt verschiedene Teile aus dem gesamten Bauprozess und dem Lebenszyklus des Gebäudes auf einmal auf den Markt geworfen. Häufig schließen sich mehrere Parteien als Auftragnehmer zusammen, typischerweise etwa ein Bauunternehmen, ein Instandhaltungsservice und ein Facility Management-Unternehmen).

Da die Regierungen dieser Länder die Vorteile von BIM propagieren und auch in öffentlichen Projekten fordern, wird sich dort die Umstellung auf BIM beschleunigen. Das hohe Einsparpotenzial bei Entwurf, Bau und Nutzung des Gebäudes wird sich auch bei Investoren und Bauherren schnell herum sprechen. Laut 24 Prozent der niederländischen Architekten kommen bereits Anfragen der Investoren und Kunden für Projekte vor, die mit BIM durchgeführt werden sollen. Dasselbe können 14 Prozent der Architekten in Großbritannien bestätigen.

Hintergrund der Studie
Diese und viele weitere Ergebnisse und Trends zu den europäischen Baumärkten findet man im europäischen Architektenbarometer, einer internationalen Untersuchung, die unter 1 600 Architekten in Europa erhoben wird. Die Studie wird in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Großbritannien, den Niederlanden, Belgien und Polen viermal im Jahr von Arch-Vision durchgeführt.

Neben Indikatoren für die Vorhersage des europäischen Bauvolumens wird jedes Quartal ein Thema in den Mittelpunkt gestellt. In Q4 2013 lautete das Thema „Building Information Modeling (BIM)“. Architekten können nicht nur als verlässliche Quelle für Informationen zur künftigen Baukonjunktur verwendet werden, sondern ihre Rolle ist überhaupt zentral, da sie großen Einfluss darauf haben, wie Projekte gebaut und welche Materialien verwendet werden.

Über den Umgang und Nutzen von Daten im Facility Management

Heute Vormittag gab es auf der Facility Management Messe in Frankfurt eine Diskussion zum Thema „Mit einem Standard ist allen spürbar geholfen. Doch in der Praxis gehören weitere Aspekte beachtet!“

Dirk Otto (Gegenbauer Facility Management GmbH), Dr. Klaus Schiller (f:data GmbH), Moderator: Klaus Aengenvoort (eTASK Service-Management GmbH), Peter Prischl (Reality Consult GmbH), Dr. Ulrich Klotz (TÜV SÜD Industrie Service GmbH), Michael Kühn (GOLDBECK Gebäudemanagement GmbH)

Es diskutierten: Dirk Otto (Gegenbauer Facility Management GmbH), Dr. Klaus Schiller (f:data GmbH), Moderator: Klaus Aengenvoort (eTASK Service-Management GmbH), Peter Prischl (Reality Consult GmbH), Dr. Ulrich Klotz (TÜV SÜD Industrie Service GmbH), Michael Kühn (GOLDBECK Gebäudemanagement GmbH)

Diskutiert wurden unter anderem folgende Fragen:

  • Wer hat eigentlich Daten zu erheben?
  • Wie funktioniert die Weitergabe der Daten bei Eignerwechseln?
  • Was sind Mindeststandards?
  • Was haben Autos und Immobilien gemeinsam?
  • Was plant der TÜV Süd mit seinem Objektbrief?
  • Wo ist das Thema Compliance in der Immobilienwirtschaft?
  • Wer hat welche Kosten zu tragen?
  • Wie können sämtliche Player der Immobilienwirtschaft über Schnittstellen ihre Daten zusammenführen?

Fenster ins Innenleben

Unternehmen, die über Google Maps nicht nur ihre Adresse und Fassade potenziellen Kunden zeigen wollen, haben mit dem Tool „Business Photos“ nun auch die Möglichkeit, sich mit einer  360-Grad-Bilder-Tour bei dem Kartendienst zu präsentieren.

Die dort veröffentlichten  Bilder erscheinen nicht nur bei Google-Suchen, auf Google Maps und Google+ Local, sondern können auch als Panoramafotos beispielsweise auf der eigenen Website und auf den Seiten sozialer Medien eingebettet werden.

Wie so eine Präsentation aussehen kann, ist auf der Internetseite der Kampmeyer Immobilien GmbH aus Köln zu sehen, über die ich auch auf diese Form der Eigenpräsentation aufmerksam wurde.

Innovationen in der Facility Management-Branche

Auf der gestrigen Abschlussdiskussion auf dem Podium im Rahmen der Facility Management Messe gab es noch einmal ein spannendes Gespräch zum Thema „FM 2020: Ideen – Initiative – Innovationen“, das ich Ihnen nicht vorenthalten möchte.

Zum Thema „FM 2020: Ideen – Initiative – Innovationen“ diskutierten Markus Holzke (Geschäftsführer der Spie GmbH, Janke Papenfuß (Geschäftsfürer der Dr. Odin GmbH), Dr. Martin Soboll (Geschäftsführer der RESULT Real Estate Management Consultants GmbH), Oliver Arnemann (CEO der VHB Facility Management GmbH), Andreas Broßmann (Mitglied der Geschäftsführung der Canzler Ingenieure GmbH) und Sebastian Hölzlein (geschäftsführender Gesellschafter der ALPHA Immobilien Consulting GmbH) (v.l.n.r.)

Und hier der Audio-Mitschnitt der Diskussion:

Über die Zukunft des Bauens

Die Plattform „Forschungsinitiative“ soll neue Wege bieten, um Forschende und fachlich Interessierte noch besser zu vernetzen, ihr Wissen zu bündeln und sich über innovative Gebäudetechnologien auszutauschen. Bundesumwelt- und Bauministerin Dr. Barbara Hendricks hat den neuen Internetauftritt der Initiative nun gestartet. Ziel sei es, bautechnische und baukulturelle Neuerungen in der angewandten Bauforschung zu fördern. Die Forschungsinitiative Zukunft Bau ist ein Programm des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit.

300 geförderte Projekte
Die Website bietet einen Überblick über Gebäudekonzepte und Lösungen für das Zusammenspiel von Architektur, Effizienztechnologien und erneuerbaren Energien. Kern ist eine Projektsammlung mit mehr als 300 geförderten Vorhaben. Interessierte finden darin unter anderem Konzepte für den Einsatz von erneuerbaren Energien in Gebäuden, das energiesparende Bauen und die Modernisierung des Gebäudebestands.

Informationen gibt es auch zum Netzwerk Effizienzhaus plus, einer weiteren tragenden Säule der Forschungsinitiative. Die meisten Projekt-Berichte können über die Website heruntergeladen werden. Vorgestellt werden darüber hinaus die Fördermöglichkeiten von Zukunft Bau in der Auftrags- und Antragsforschung sowie im Netzwerk Effizienzhaus plus.

Allein im letzten Jahr wurden etwa 100 Forschungsvorhaben mit Mitteln der Forschungsinitiative gefördert. Neue Publikationen wie das Magazin „Zukunft Bauen“, Veranstaltungshinweise und Termine ergänzen das Angebot der Website. Der Internetauftritt richtet sich nicht nur an die Bauforschung und Bauwirtschaft, sondern auch an Fachleute aus planenden Berufen wie Bauingenieurwesen, Architektur und Denkmalpflege. Realisiert wird die Website vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) und dem Fraunhofer-Informationszentrum Raum und Bau IRB in Stuttgart. Das BBSR ist Projektträger des Forschungs- und Förderprogramms.

Symposium in Stuttgart
Am Donnerstag den 13. März findet zudem in Stuttgart das zweite Symposium der fünfteiligen Reihe „Die Zukunft des Bauens“ statt. Veranstalter sind das Architekturportal DETAIL research und ebenfalls die Forschungsinitiative Zukunft Bau. Thema ist „Energieeffizientes Bauen“.

Programm: „Forscher verschiedener Universitäten und Unternehmen gewähren zum Symposium „Die Zukunft des Bauens – Energieeffizientes Bauen“ einen Blick hinter die Kulisse der Bauforschung, zeigen Prototypen und Monitoringprojekte und lassen erkennen, welche Prozesse, Materialien und Produkte das energetische Bauen in den nächsten Jahren noch effizienter machen wird. Die Moderation der Veranstaltung übernimmt Prof. Christiane Sauer, Berlin.“

Anmeldung und weitere Infos finden Sie hier.

Browserbasierte 3D-Konstruktionsmodelle

Saarbrücker Informatiker haben ein Verfahren entwickelt, das Änderungen an 3D-Modellen dokumentiert und gleichzeitig im Webbrowser auf jedem Gerät darstellen kann.

Die Renovierung des Bahnhofs King’s Cross und des benachbarten Stadtquartiers in London wurde im Jahr 2005 angekündigt und 2012 abgeschlossen. Das international renommierte Ingenieurbüro Arup, unter anderem bekannt durch den Bau der Oper im australischen Sydney und der Alianz-Arena in München, übernahm die Leitung des 400 Millionen Pfund schweren Bauprojektes.

Dabei sollte Arup auch das Gelände nördlich von King’s Cross als neues Stadtquartier entwickeln und war daher für 50 neue Gebäude, 2 000 neue Wohnungen, 20 neue Straßen und zehn neue öffentliche Plätze zuständig. Damit stand es vor der großen Herausforderung, dafür zu sorgen, dass alle Projektpartner die gleichen und aktuellsten Daten besitzen und visualisieren können.

„Was bei Produktdaten bereits standardisiert wurde, ist bei allen 3D-Daten noch nicht üblich und damit sehr aufwendig“, erklärt Kristian Sons, der am Lehrstuhl für Computergrafik an der Saar-Uni promoviert und auch am nur wenige Schritte entfernten Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) forscht. Manche Unternehmen würden per Hand Excel-Tabellen führen oder gar Sub-Unternehmen beauftragen, um mit Hilfe von Computerspiel-Technologie 3D-Szenen und Notizen miteinander zu verknüpfen.

Beim Ingenieurbüro Arup bestand eine weitere Herausforderung darin, das Vorhaben und dessen Fortschritte leichtverständlich für Geldgeber und Öffentlichkeit darzustellen. Die Zeichnungen ihrer Ingenieure verstanden nur Experten, die Bilder von Künstlern entfernten sich zu sehr von den technischen Vorgaben und öffentliche Ausstellungen waren aufwendig und teuer.

Die Saarbrücker Informatiker schufen daher zusammen mit Kollegen vom University College LondonXML3DRepo„. Es kombiniert zwei Forschungsprojekte: die Beschreibungssprache XML3D und 3DRepo, eine Datenbank für 3D-Modelle. Diese ermöglicht es 3D-Objekte zu speichern, zu verändern und diese Änderungen automatisch zu verwalten.

Die von Sons entwickelte Szenenbeschreibungssprache XML3D sorgt für die Darstellung im Browser: „Mit Hilfe von  XML3D lässt sich das ganze Modell von King’s Cross in den Browser laden und so auf jedem internetfähigen Gerät anzeigen“, ergänzt Philipp Slusallek, Professor für Computergraphik der Saar-Uni und wissenschaftlicher Direktor am DFKI und Intel Visual Computing Institute.

Möglich macht XML3D dies, indem es dem aktuellen Web-Standard HTML5 die nötigen Elemente hinzufügt, um in der Webseite neben
Texten, Bildern und Videos auch animierte und interaktive 3D-Objekte beschreiben zu können. „Alle 3D-Komponenten sind somit Teil des HTML-Codes, der die Webseite definiert. Dieser lässt sich von jedem Web-Entwickler auch leicht mit weiteren Notizen oder Planungsdetails ergänzen“, erklärt Slusallek.

Eine neue Software ermöglicht es, komplexe Konstruktionsmodelle wie das des Londoner Bahnhofes King's Cross im Webbrowser darzustellen und Änderungen daran zu verwalten / Foto: Kristian Sons/Saar-Uni

Eine neue Software ermöglicht es, komplexe Konstruktionsmodelle wie das des Londoner Bahnhofes King’s Cross im Webbrowser darzustellen und Änderungen daran zu verwalten / Foto: Kristian Sons/Saar-Uni

Arup konnte so nicht nur ohne großen Aufwand den Passagierfluss simulieren und das Aufhängen der Videokameras planen, sondern auch um die Gunst der Öffentlichkeit werben. Mit dieser Art von „Building Information Modeling“ (BIM, Gebäudedatenmodellierung) könne man die immer wichtiger werdende Information und Kommunikation zwischen Bauherr, Architekten und der Öffentlichkeit nicht nur ermöglichen, sondern auch kosteneffizient gestalten, schreibt die Forschungsabteilung von Arup auf ihrer Internetseite.

Auch Kristian Sons glaubt an das Potenzial von XML3DRepo. Mit seinem Forscher-Kollegen Jozef Dobos vom University College in London plant er die Software durch eine Ausgründung zu kommerzialisieren. Zeigen werden sie ihre Software-Lösung auf der CeBIT am Forschungsstand der Saar-Uni (Halle 9, E13). Dort werden sie am Stand die Mächtigkeit von von XML3DRepo demonstrieren, indem sie ein detailreiches dreidimensionales Modell der Stadt London im Browser darstellen. Das Londoner Unternehmen Vertex Modelling hat dieses Modell erstellt.

Summer School zu Landmanagement und Geodatenverarbeitung in Frankfurt am Main

Die „International Summer School GeKo 2014“ findet vom 26. Mai bis 6. Juni 2014 an der Fachhochschule Frankfurt am Main statt. Im Fokus der Summer School stehen Landmanagement und Geodatenverarbeitung im städtischen Raum. Das zweiwöchige Intensivprogramm richtet sich an Master-Studierende aus den Bereichen Vermessung, GIS, Landmanagement und/oder Facility Management. Veranstalter ist der Master-Studiengang Geoinformation und Kommunaltechnik der FH Frankfurt.

Ziel ist es, das Wissen der Teilnehmenden im Interessengebiet zu vertiefen und bisherige Erfahrungen in einem internationalen und transdisziplinären Umfeld zu diskutieren. „Die Summer School dient als Plattform zum Austausch zwischen Praktikern und künftigen Fachleuten, Forscherinnen und Forschern“, erklärt Prof. Dr. Ansgar Greiwe vom Fachbereich 1: Architektur, Bauingenieurwesen, Geomatik der FH FFM, der die Summer School wissenschaftlich leitet. „Der Kurs bietet Master-Studierenden die Möglichkeit, die Hintergründe der aktuellen Entwicklungen im Bereich Geoinformation und Kommunaltechnik kennenzulernen und zu verstehen. Wir wollen sie darauf vorbereiten, in der Praxis vorausblickend zu handeln und strategisch günstige Entscheidungen zu fällen.“

Die Summer School bietet neben Vorträgen auch Tutorien in den modern ausgestatteten Laboren der Hochschule an. Exkursionen geben zusätzlich Einblick in praktische Anwendungsbereiche des Landmanagements und Facility Managements. Die erste Woche startet mit einer Einführung in das Landmanagement und gibt einen Überblick auf die Fernerkundung sowie Vermessung. In der zweiten Woche werden die Module Facility Management und Geoinformationssysteme (GIS) behandelt.

Termin: Montag, 26. Mai 2014, 12 Uhr bis Freitag, 6. Juni 2014, 13.30 Uhr
Ort: FH FFM, Campus Nibelungenplatz/Kleiststr.
Teilnahmekosten (inklusive Exkursionen, Unterkunft und Transport in Frankfurt): 1 200 Euro
Anmeldungen werden bis 31. März 2014 unter www.fh-frankfurt.de/geko_summer_school entgegengenommen; Kurssprache ist Englisch.

Bauhauptgewerbe schließt 2013 positiv ab und blickt optimistisch in die Zukunft

Der Umsatz im Bauhauptgewerbe ist im Dezember 2013 im Vergleich zum Vorjahresmonat um nominal 13,7 Prozent gestiegen. Für das Gesamtjahr ergibt sich ein moderates Umsatzplus von nominal 3,1 Prozent (real: + 1,5 %). Damit wurden die Erwartungen der Bau­verbände vom Jahresbeginn 2013 von 2,0 Prozent übertroffen.

Entsprechend zufrieden sind die Bauunternehmen mit ihrer Geschäftslage: 94 Prozent der vom Deutschen Industrie und Han­delskammertag (DIHK) Anfang dieses Jahres befragten Unternehmen meldeten eine gute beziehungsweise befriedigende Geschäfts­lage – so viele wie nie zuvor.

Aufgrund der weiterhin zufrieden­stellenden Nach­frage nach Bauleistungen ist der Hauptverband für das lau­fende Jahr zuver­sicht­lich, das Umsatzplus vom Vorjahr noch zu übertreffen – die Branche erwartet einen Anstieg von 3,5 Prozent. Für die Beschäftigung geht der Hauptverband von einer weiteren Steigerung auf 765 000 Personen aus – nach einem Personal­aufbau um durchschnittlich 1,5 Prozent beziehungsweise 11 500 Personen auf 756 400 Beschäf­tigte im Jahr 2013.

Gestützt wird die Hoffnung auf ein gutes Baujahr 2014 von der Entwicklung des Auftragseingangs, welcher zum Jahresende noch einmal kräftig zugelegt hat: Das Orderplus lag im Dezember bei nominal 14,2 Prozent (real: + 12,2 %). Für das Gesamtjahr ergibt sich damit ein Plus von nominal 3,7 Prozent (real: + 1,9 %). Entsprechend optimistisch schauen die Bauunternehmen in die Zukunft: Für das laufende Jahr erwarten – laut DIHK – knapp 90 Prozent eine bessere beziehungsweise gleichbleibende Geschäftslage – das ist der beste Februar-Wert seit 20 Jahren.

Von der guten Entwicklung zum Jahresende profitierten sämtliche Bausparten: Am besten schnitt aber der Öffentliche Bau ab. Die Bauunternehmen profitierten im Dezember von der – zum Jahresende zunehmenden – Rechnungsbegleichung der öffentlichen Auftraggeber: Der Umsatz lag um 20,0 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats (2013: + 4,6 %). Auch für die Zukunft sind die Bauunter­nehmen gut aufgestellt: Der Auftragseingang stieg im Dezember um 24,3 Prozent (2013: + 4,0 %).

Auch der Wohnungsbau legte zum Jahresende 2013 noch einmal kräftig zu: Weiterhin unterstützt von den niedrigen Zinsen, der guten Arbeitsmarktlage und dem Wunsch von Kapitalanlegern nach einer wert­beständigen Investition zogen sowohl der baugewerbliche Umsatz (+ 16,5 %) als auch der Auftragseingang (+ 13,8 %) im Dezember an (2013: 4,0 % bzw. 6,2 %).

Von den expansiveren Investitionsplänen der Industrie profitierte der Wirtschaftsbau: Die Bau­betriebe wiesen für diese Bausparte für den Monat Dezember beim Umsatz (+ 7,1 %) und beim Auftragseingang (+ 7,9 %) ein Plus aus (2013: 1,1 % bzw. 2,4 %).

Mit Blick auf die Lohnforderung der IG BAU von sieben Prozent warnt der Hauptverband davor, die aktuell gute Umsatzentwicklung mit einer guten Ertragssituation der Bauunternehmen gleichzusetzen. Es handele sich überwiegend um eine Men­genkonjunktur, die Ertragssituation in der Branche sei – aufgrund gestie­gener Rohstoff- und Lohnkosten – nach wie vor angespannt. Die geforderte Lohnstei­gerung würde die Ertragslage jedoch weiter belasten.

Die Bauunternehmen sehen die bevorstehenden Tarifverhandlungen ohnehin mit gemischten Gefüh­len: In der DIHK-Umfrage zu Jahresbeginn bewertete jedes zweite Unterneh­men steigende Arbeitskosten als ein Risiko für die eigene wirtschaftliche Ent­wicklung im laufenden Jahr. Der Hauptverband appelliert daher an die Gewerkschaft, von überzogenen Lohnforderungen abzusehen und Maß zu halten.